
Die vergangenen zwei Wochen haben dem Devisenmarkt zahlreiche bedeutende Ereignisse beschert. Zunächst war unklar, was die Nachfrage nach der US-Währung antrieb. Es sei darauf hingewiesen, dass die jüngste Stärkung des Dollars vor zwei Wochen unmittelbar nach der Sitzung der Federal Reserve einsetzte. Zweifellos kann die Haltung der amerikanischen Notenbank als „hawkisher“ eingestuft werden, als zuvor erwartet, doch dafür gibt es eine durchaus objektive Grundlage, die den Händlern schon früher nicht entgangen sein konnte. Diese Grundlage ist die amerikanische Inflation. Innerhalb von nur drei Monaten beschleunigte sich der Verbraucherpreisindex von 2,4 % auf 4,2 %, was zwangsläufig eine Reaktion der Fed nach sich zog – etwas, dessen sich die Marktteilnehmer sehr wohl bewusst waren. Aber welche Art von Reaktion? In der Europäischen Union liegt die Inflation bei 3,2 %, und die Europäische Zentralbank hat bereits mit Zinserhöhungen begonnen. In den USA ist die Teuerungsrate um einen Prozentpunkt höher, und es wird lediglich über eine mögliche Straffung im Herbst oder gar im Winter gesprochen. Welche der beiden Notenbanken wirkt in diesem Vergleich „hawkisher“?
Im Anschluss an die Fed-Sitzung legte der Dollar fast eineinhalb Wochen lang zu. Es ist nachvollziehbar, dass sich das FOMC hawkisher positioniert hat, aber worum geht es eigentlich bei der ganzen Aufregung? Um eine einzige Zinserhöhung, deren Zeitpunkt noch völlig offen ist? Derzeit liegt die Wahrscheinlichkeit für zwei oder mehr Straffungsrunden bis zum Jahresende lediglich bei 40 %. Damit scheint der Markt selbst nicht recht daran zu glauben, dass die Fed unter Kevin Warsh die Zinsen mehrfach anheben wird.
Sobald die Fed tatsächlich strafft, könnte man Warshs Auftrag als erfüllt ansehen. Die Notenbank hätte in einem kritischen Moment die US-Bürger geschützt und mit einer strafferen Geldpolitik begonnen, um die Inflation zu dämpfen. Aber glaubt wirklich jemand, dass die Fed bei Bedarf die Zinsen zwei- oder dreimal anheben wird? Im vergangenen Jahr hat die Zentralbank die Zinsen dreimal gesenkt – nur um sie nun dreimal zu erhöhen?

Donald Trump will keinen Krieg mit dem Iran, da die Kongresswahlen „vor der Tür stehen“. Daher wird der amerikanische Präsident jede Konzession machen, um ein Atomabkommen mit dem Iran zu schließen. Ich vermute sogar, dass Trump dem Iran gestatten könnte, über einige nukleare Raketen zu verfügen, „da das Land das Recht hat, sich gegen Feinde zu verteidigen“. Viele Experten berichten derzeit, dass das zwischen Teheran und Washington geschlossene Abkommen nur dem Iran zugutekommt, da der Iran in Wirklichkeit keine Zugeständnisse macht. Daher wird Trump weiterhin nachgeben.
Aus all dem folgt für mich, dass sämtliche Diskussionen über die Attraktivität des Dollars aufgrund von Investitionen im KI‑Sektor, dem Wachstum des US‑Aktienmarktes oder der restriktiven Haltung der Fed lediglich widerspiegeln, dass einige Marktteilnehmer bereit sind, ihre Positionen schnell zu wechseln.
Wellenanalyse für EUR/USD:
Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem aufwärtsgerichteten Trendsegment befindet, während es sich kurzfristig in einem abwärtsgerichteten Segment bewegt. Meiner Ansicht nach ist es derzeit kein schlechter Zeitpunkt, um Long‑Positionen aufzubauen, allerdings könnte das Instrument innerhalb der Welle C noch deutlich tiefer fallen. Wenn diese Annahme stimmt, könnte es besser sein, noch etwas zu warten, zumindest auf die Welle 5 in C. Wellenanalysen sorgen jedoch häufig für Überraschungen, daher würde ich bereits beginnen, mich auf Long‑Positionen einzustellen.
Wellenanalyse für GBP/USD:
Das Wellenbild für das Instrument GBP/USD hat klarere Konturen angenommen. Derzeit hat das Instrument drei abwärtsgerichtete Wellen ausgebildet; auch die Wellenanalyse für EUR/USD hat sich verändert und zeigt, dass dort drei Wellen entstanden sind. Daher könnte das Pfund seinen Rückgang innerhalb der Welle 5 in C nach einer kleinen Korrektur in Welle 4 wieder aufnehmen. Wie auch immer, die abwärtsgerichtete Wellenstruktur dürfte sich bald ihrem Ende nähern, und das aktuelle Nachrichtenumfeld bietet der US‑Währung keine bedingungslose Unterstützung. Der erfolglose Versuch, die Marke von 1,3157, entsprechend 100,0 % auf der Fibonacci‑Skala, zu durchbrechen, signalisiert die Bereitschaft des Instruments zu einem Anstieg. Das aktuelle Problem für das Pfund hängt erneut mit der Geopolitik zusammen.
Grundprinzipien meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu bespielen; sie gehen häufig mit Veränderungen einher.
- Besteht Unsicherheit am Markt, ist es besser, nicht einzusteigen.
- Es gibt keine 100%ige Sicherheit in Bezug auf die Bewegungsrichtung und wird sie auch nie geben. Vergessen Sie nicht, schützende Stop‑Loss‑Orders zu setzen.
- Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analysearten und Handelsstrategien kombinieren.