
Das Währungspaar GBP/USD versuchte am Montag, sich vom „Tief“ zu erholen, scheiterte jedoch erneut. Weder in den USA noch im Vereinigten Königreich gab es gestern nennenswerte Ereignisse, und der Markt reagiert schon seit Längerem kaum noch auf geopolitische Themen. Insofern spielt es in dieser Phase keine große Rolle, wie der Stand der Verhandlungen zwischen Iran und den USA ist, ob es eine Chance auf einen Waffenstillstand zwischen dem Libanon und Israel unter Einbindung der Hisbollah gibt oder wie oft die Feuerpause in der Straße von Hormus noch gebrochen wird. Welchen Unterschied macht all das, wenn der US-Dollar selbst nach der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding weiter gestiegen ist?
Die zentrale Erzählung zur Erklärung der aktuellen Marktlage ist die Haltung der Federal Reserve zur geldpolitischen Straffung. Im Grunde hat die Fed den Leitzins noch gar nicht angehoben, doch der Markt stürzt sich bereits auf den Dollar. Wir möchten jedoch daran erinnern, dass die Bank of England derzeit keine Grundlage hat, ihre Geldpolitik zu straffen. Solche Grundlagen könnten jedoch durchaus bis zum Jahresende entstehen. Nach Einschätzung vieler Experten, darunter Andrew Bailey, dürfte das Wachstum des britischen Verbraucherpreisindex in der zweiten Jahreshälfte leicht anziehen. Damit könnte sich die Ausrichtung der BoE in eine deutlich „hawkishere“ Richtung verschieben.
Hinzu kommt, dass die geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten weiterhin hoch ist. Es ist unmöglich, mit Sicherheit zu sagen, dass der Konflikt beendet ist. Genauso wenig ist es jedoch klug, fest davon auszugehen, dass er wieder aufflammt. Sollte der Konflikt tatsächlich vorbei sein und es Tehran und Washington gelingen, ein Friedensabkommen abzuschließen, das sowohl die Nuklearfrage als auch die Themen rund um Hormus regelt, dürften die Ölpreise weiter fallen. Sie sind bereits auf Niveaus zurückgegangen, die zuletzt im Januar–Februar 2026 gesehen wurden. In der Folge könnte sich die Inflation verlangsamen, und selbst die Fed hätte dann womöglich keinen Anlass mehr, ihre Geldpolitik zu verschärfen.
Zur Erinnerung: Donald Trump hat Kevin Warsh nicht mit dem Ziel zum Vorsitzenden gemacht, eine Straffung durchzusetzen. Daher gehen wir davon aus, dass selbst wenn die Fed mit Zinserhöhungen beginnt, es sich um eine vorübergehende Maßnahme handeln dürfte, die in erster Linie darauf abzielt, einen Inflationsschub rasch zu dämpfen. Anschließend wird der Notenbankrat wahrscheinlich wieder zu einer lockereren Ausrichtung zurückkehren. Langfristig wird die Fed unseres Erachtens dennoch eine eher „dovishe“ Haltung einnehmen als unter Jerome Powell.
Wir wissen zudem nicht, welche Schritte Warsh in naher Zukunft unternehmen wird. Er wird zweifellos versuchen, Einfluss auf das Monetary Committee zu nehmen und die Kommunikation der Fed mit der Öffentlichkeit auf ein Minimum zu reduzieren. So könnten beispielsweise die „Dot Plot“-Diagramme aus dem Verkehr verschwinden. Veränderungen wird es in jedem Fall geben, doch ihre genaue Ausgestaltung ist noch unklar. Daher sind wir der Ansicht, dass der Markt eine künftige Straffung der Fed-Politik verfrüht eingepreist hat. Außerdem glauben wir, dass viele andere Faktoren, die für das britische Pfund sprechen, vom Markt schlicht übersehen werden. Auf dem Wochen-Chart halten sowohl der Euro als auch das Pfund ihre seit vier Jahren bestehenden Aufwärtstrends aufrecht.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares GBP/USD in den letzten fünf Handelstagen bis zum 30. Juni beträgt 66 Pips, was für dieses Paar als „durchschnittlich“ gilt. Am Dienstag, dem 30. Juni, erwarten wir, dass sich das Paar in einer Spanne zwischen den Niveaus 1,3190 und 1,3322 bewegt. Der obere lineare Regressionskanal ist abwärts gerichtet, was auf einen Abwärtstrend hinweist. Der CCI-Indikator ist zweimal in den überverkauften Bereich eingetreten und hat zwei bullische Divergenzen ausgebildet, was auf ein mögliches Ende des Abwärtstrends hindeutet.
Nächste Unterstützungsniveaus:
- S1 – 1,3245
- S2 – 1,3184
- S3 – 1,3123
Nächste Widerstandsniveaus:
- R1 – 1,3306
- R2 – 1,3367
- R3 – 1,3428
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar GBP/USD setzt seinen Abwärtstrend fort. Die Politik von Trump wird weiterhin Druck auf die US-Wirtschaft ausüben, und wir rechnen langfristig nicht mit einer Aufwertung der US-Währung. Das Jahr 2026 verläuft für den Dollar aufgrund geopolitischer Faktoren und zuletzt auch wegen der Bereitschaft der Fed, den Leitzins anzuheben, sehr positiv. Auf dem Wochenchart bewegt sich der Kurs jedoch weiterhin seitwärts zwischen 1,3150 und 1,3780 im Rahmen eines seit vier Jahren laufenden Aufwärtstrends. Long-Positionen mit Kurszielen bei 1,3306 und 1,3367 können in Betracht gezogen werden, wenn sich der Kurs oberhalb des gleitenden Durchschnitts befindet. Befindet sich der Kurs hingegen unterhalb der gleitenden Durchschnittslinie, kommen Short-Szenarien mit einem Ziel bei 1,3123 in Betracht.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, ist der Trend stark;
- Die gleitende Durchschnittslinie (20,0, geglättete Einstellungen) zeigt den kurzfristigen Trend und die Richtung an, in die aktuell gehandelt werden sollte;
- Murray-Level sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen;
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) geben auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar in den nächsten 24 Stunden bewegen wird;
- Ein Eintritt des CCI-Indikators in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.