Analyse makroökonomischer Berichte:

Am Dienstag stehen einige makroökonomische Veröffentlichungen auf dem Kalender. Deutschland legt die Einzelhandelsumsätze, die Arbeitslosenquote, die Veränderung der Zahl der Arbeitslosen sowie Inflationsdaten vor. In Großbritannien wird die dritte Schätzung des BIP für das erste Quartal veröffentlicht, während in den USA der JOLTs-Bericht zu offenen Stellen für Mai erscheint. Auf den ersten Blick scheint es zwar viele Daten zu geben, doch in der Praxis kann der Markt sie problemlos ignorieren. Die Daten aus Deutschland sind derzeit von geringer Bedeutung, da der Markt sogar die Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank und die Reden von Christine Lagarde weitgehend ausblendet. Es ist zudem sehr unwahrscheinlich, dass positive BIP-Daten aus Großbritannien das Pfund Sterling nennenswert stützen. Der JOLTs-Bericht wird mit einer Verzögerung von zwei Monaten veröffentlicht und zählt im Allgemeinen nicht zu den wichtigsten Veröffentlichungen im Bereich Arbeitsmarkt- und Arbeitslosenstatistik.
Analyse der fundamentalen Ereignisse:

Zu den wichtigsten Ereignissen am Dienstag zählen die Reden der EZB-Spitzenvertreter Boris Vujcic, Isabel Schnabel, Piero Cipollone und Philip Lane. Allerdings hat die EZB bereits vor zwei Wochen eine Sitzung abgehalten, auf der sie die Zinsen zum ersten Mal seit drei Jahren angehoben hat. Dieses Ereignis blieb vom Markt weitgehend unbeachtet, da sich die Aufmerksamkeit auf eine mögliche Anhebung des Leitzinses der Fed richtete. Ob es in den USA tatsächlich zu einer Straffung der Geldpolitik kommt, ist weiterhin offen, doch der Markt rechnet derzeit damit und blendet andere Faktoren aus. Zudem deutete Christine Lagarde gestern in ihrer Rede die Bereitschaft der EZB zu weiteren Zinserhöhungen an.
Der geopolitische Hintergrund bleibt stabil „bedingt positiv“. Iran und die USA haben aus der Ferne ein Abkommen unterzeichnet; dennoch bleiben zu viele zentrale Fragen ungelöst. Insbesondere die „Atomfrage“, der Krieg zwischen dem Libanon und Israel sowie die Kontrolle über die Straße von Hormus. Theoretisch könnte der Markt einen Wiederaufflammen eines umfassenden Krieges befürchten; dies ist jedoch offensichtlich kein ausreichender Faktor, um eine anhaltend starke Dollar-Nachfrage zu rechtfertigen. Schließlich bewegen sich Teheran und Washington weiterhin auf einem Kurs in Richtung Frieden, und die Verhandlungen dauern an, auch wenn niemand erwartet, dass sie schnell und einfach verlaufen.
Allgemeine Schlussfolgerungen:
Am zweiten Handelstag der Woche könnten beide Währungspaare ihre Korrektur nach den starken Rückgängen fortsetzen, und die Marktaktivität könnte den gesamten Tag über gering bleiben. Der Euro kann aus den Bereichen 1,1354–1,1363 und 1,1455–1,1474 gehandelt werden, während das Britische Pfund aus dem Bereich 1,3259–1,3267 gehandelt werden kann. Der Markt hat in den vergangenen zwei Wochen US-Dollar in irrationalem Ausmaß aufgebaut, was sich langfristig als Falle für die Bären erweisen könnte.
Grundregeln des Handelssystems:
- Die Stärke eines Signals wird anhand der Zeit beurteilt, die zu seiner Bildung (Abprall oder Ausbruch) benötigt wird. Je weniger Zeit erforderlich ist, desto stärker ist das Signal.
- Wurden an einem bestimmten Level aufgrund von Fehlsignalen zwei oder mehr Trades eröffnet, sind alle weiteren Signale von diesem Level zu ignorieren.
- In einem Seitwärtsmarkt kann jedes Währungspaar viele Fehlsignale oder überhaupt keine liefern. Technische Levels können in diesem Fall unberücksichtigt bleiben.
- Im Stundenchart sollten Handelssignale des MACD-Indikators nur dann umgesetzt werden, wenn die Volatilität ausreichend ist und ein Trend durch eine Trendlinie oder einen Trendkanal bestätigt wird.
- Sind zwei Levels zu dicht beieinander (5 bis 20 Pips), sollten sie als Unterstützungs- oder Widerstandszone betrachtet werden.
- Nach einer Bewegung von 15 Pips in die richtige Richtung sollte der Stop-Loss auf Break-even nachgezogen werden.
Was auf den Charts zu sehen ist:
Kurslevels (Zonen) von Unterstützung und Widerstand dienen als Ziele beim Eröffnen von Long- oder Short-Positionen oder als Ausgangspunkte für Signale.
Rote Linien kennzeichnen Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend anzeigen und die bevorzugte Handelsrichtung signalisieren.
Der MACD-Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein ergänzender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Berichte (im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung eines Währungspaares erheblich beeinflussen. Daher sollte während ihrer Veröffentlichung mit größter Vorsicht gehandelt oder der Markt vorübergehend verlassen werden, um scharfe Umkehrbewegungen gegen den vorangegangenen Trend zu vermeiden.
Einsteiger im Forex-Markt sollten berücksichtigen, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Die Entwicklung einer klaren Strategie und ein konsequentes Risiko- und Money-Management sind entscheidend für langfristigen Erfolg im Handel.