Handelsanalyse für Dienstag:
1-Stunden-Chart des EUR/USD-Paares

Das Währungspaar EUR/USD konnte am Dienstag erneut keinen Aufwärtsimpuls ausbilden und das Niveau von 1,1432 nicht überschreiten. Damit bleibt der Euro „am Boden“ und schafft es nicht, diese Situation zu ändern. Der gestern veröffentlichte Bericht zur Inflation in Deutschland brachte zusätzliche Belastungen für die Gemeinschaftswährung. Auch wenn der Markt diesen weitgehend ignorierte, wurde dennoch der Schluss gezogen, dass die Haltung der Europäischen Zentralbank sich deutlich lockern könnte, sofern die Inflation im Euroraum weiter zurückgeht. In Deutschland ist die Teuerungsrate bereits auf 2,3 % gesunken. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass auch die Inflation in der Eurozone weiter nachlassen wird. Der Bericht für Juni wird heute veröffentlicht. Gleichwohl besteht die Möglichkeit eines Rückgangs.
Das Problem des Euro liegt jedoch offensichtlich nicht in der geldpolitischen Ausrichtung der EZB. Die EZB hat die Leitzinsen bereits angehoben, was der Markt schlichtweg ignoriert hat. Ebenso wenig hängt es mit der Geopolitik zusammen. Iran und die USA haben ihre aktiven Kampfhandlungen eingestellt, die Straße von Hormus ist geöffnet, und die Ölpreise sind deutlich gesunken. Das eigentliche Problem des Euro besteht in einem Markt, der viele Faktoren ausblendet und sich davor scheut, Euro zu kaufen.
5M-Chart des EUR/USD-Paares

Im 5-Minuten-Chart haben sich am Dienstag keine Handelssignale gebildet. Bis zum Ende des gestrigen Tages wurde eine neue Range von 1,1420–1,1432 etabliert. Daher gab es für Anfänger gestern keine Grundlage für einen Markteintritt.
Wie man am Mittwoch handelt:
Im Stundenchart setzt sich der Abwärtstrend fort, trotz des Ausbruchs der Trendlinie. Da das Abkommen zwischen Iran und den USA unterzeichnet wurde, hat der Markt einen Grund weniger, den US‑Dollar zu kaufen. Allerdings schenkt der Markt dieser Tatsache keine Beachtung und ignoriert im Allgemeinen nahezu alle Faktoren zugunsten des Euro. Somit fehlt der aktuellen Dollar-Stärke eine klare und nachvollziehbare Begründung.
Am Mittwoch können Anfänger den Einstieg in Short-Positionen mit einem Ziel bei 1,1354–1,1363 in Betracht ziehen, falls der Kurs vom Bereich 1,1420–1,1432 abprallt. Long-Positionen können mit Ziel bei 1,1527–1,1531 eröffnet werden, wenn der Kurs den Bereich 1,1420–1,1432 nach oben durchbricht.
Im 5-Minuten-Chart sollten die folgenden Marken berücksichtigt werden: 1,1292, 1,1354–1,1363, 1,1420–1,1432, 1,1527–1,1531, 1,1584–1,1594, 1,1655–1,1666, 1,1745–1,1754 und 1,1830–1,1837. Am Mittwoch wird in der Eurozone ein wichtiger Inflationsbericht veröffentlicht, dazu eine Rede von Christine Lagarde. In den USA erscheinen vergleichsweise wichtige ADP-Berichte zum Arbeitsmarkt und der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, außerdem eine Rede von Kevin Warsh, dem Vorsitzenden der Federal Reserve, auf den sich derzeit die gesamte Aufmerksamkeit des Marktes richtet...
Grundregeln des Handelssystems:
- Die Stärke eines Signals wird durch die Zeit bestimmt, die zu seiner Formierung benötigt wird (Abpraller oder Ausbruch). Je weniger Zeit dies erfordert, desto stärker ist das Signal.
- Wenn an einem bestimmten Level zwei oder mehr Trades auf der Grundlage falscher Signale eröffnet wurden, sollten alle weiteren Signale von diesem Level ignoriert werden.
- In einer Seitwärtsphase kann jedes Währungspaar viele Fehlsignale oder auch gar keine ausbilden. Technische Marken können dabei ignoriert werden.
- Im Stundenchart sollten Handelssignale des MACD-Indikators nur umgesetzt werden, wenn die Volatilität ausreichend hoch ist und ein Trend durch eine Trendlinie oder einen Trendkanal bestätigt wird.
- Wenn zwei Levels zu dicht beieinander liegen (5 bis 20 Pips), sollten sie als Unterstützungs- bzw. Widerstandszone betrachtet werden.
- Nachdem sich der Kurs 15 Pips in die richtige Richtung bewegt hat, sollte der Stop Loss auf Break-even nachgezogen werden.
Was auf den Charts zu sehen ist:
Kursmarken (Zonen) von Unterstützung und Widerstand dienen als Ziele beim Eröffnen von Long- oder Short-Positionen oder als Ausgangspunkte für Signale.
Rote Linien markieren Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend zeigen und die bevorzugte Handelsrichtung anzeigen.
Der MACD-Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein ergänzender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle verwendet werden kann.
Wichtige Reden und Veröffentlichungen (im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung eines Währungspaares erheblich beeinflussen. Daher sollte während ihrer Veröffentlichung mit größter Vorsicht gehandelt oder der Markt vorübergehend verlassen werden, um plötzliche Umkehrbewegungen gegen den vorangegangenen Trend zu vermeiden.
Anfänger im Forex-Handel sollten bedenken, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Die Entwicklung einer klaren Strategie und konsequentes Money-Management sind der Schlüssel zu langfristigem Erfolg im Trading.