Im Stundenchart ist das GBP/USD-Paar am Dienstag bis zum Widerstandsbereich bei 1,3268–1,3277 gestiegen, von dort abgeprallt und zugunsten des US-Dollars nach unten gedreht. Infolgedessen könnte die Abwärtsbewegung heute in Richtung der Unterstützungszone bei 1,3158–1,3177 anhalten. Ein Ausbruch und eine anschließende Stabilisierung oberhalb von 1,3268–1,3277 würden den Weg für weitere Zugewinne in Richtung des nächsten Widerstandsbereichs bei 1,3349–1,3355 ebnen.

Die Wellenstruktur ist nach der FOMC-Sitzung bärisch geworden. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief unterschritten, während die neue Aufwärtswelle das vorherige Hoch nicht überwinden konnte. Es ist schwer abzuschätzen, wie lange die Bären ihren Schwung aufrechterhalten können, da die fundamentale Unterstützung für den Dollar nicht besonders überzeugend wirkt. Im größeren Bild jenseits der Wellenstruktur behalten die Bären jedoch weiterhin die Oberhand am Markt, während die geopolitischen Entwicklungen und die Geldpolitik des FOMC weitere Gewinne des US-Dollars stützen.
Am Dienstag war der Nachrichtenfluss sowohl für das britische Pfund als auch für den US-Dollar relativ dünn, doch die Händler werden heute keineswegs an wichtigen Ereignissen mangeln. Aus meiner Sicht ist das wichtigste Ereignis des Tages die Rede von FOMC-Mitglied Kevin Warsh. Nach der Juni-Sitzung der Federal Reserve hat der Markt eine deutlich stärker restriktive Haltung der Fed eingepreist, die meiner Meinung nach die Realität nicht vollständig widerspiegelt. Warsh erklärte, dass die Federal Reserve weiterhin entschlossen ist, die erhöhte Inflation zu bekämpfen. Allerdings könnte die Inflation in den kommenden Monaten von selbst nachlassen, da die Ölpreise sinken. Daher könnte sich eine weitere geldpolitische Straffung letztlich als nicht erforderlich erweisen, obwohl der Markt dieses Szenario bereits seit mindestens zwei Wochen einpreist. Wie ich bereits angemerkt habe, erscheint die jüngste Aufwertung des US-Dollars nicht vollständig gerechtfertigt. Dennoch steht es dem Markt zu, sich ein eigenes Urteil über die Lage zu bilden. Falls Warsh heute bekräftigt, dass die Fed nach wie vor bereit ist, die Zinsen anzuheben, würde dies die jüngsten Kursgewinne des Dollars zusätzlich untermauern. Andernfalls könnten die Bullen wieder die Initiative übernehmen.

Im 4-Stunden-Chart prallte GBP/USD vom 100,0% Fibonacci-Retracement-Level bei 1,3159 nach oben ab, drehte zugunsten des Pfunds und stieg in Richtung des 76,4% Fibonacci-Levels bei 1,3277, wo die Aufwärtsbewegung durch eine bärische Divergenz im CCI-Indikator gestoppt wurde. Ein Schlusskurs oberhalb von 1,3277 würde es Tradern ermöglichen, mit weiteren Gewinnen in Richtung des nächsten Fibonacci-Retracement-Levels bei 61,8% zu rechnen.
Commitments of Traders (COT) Report:

Die Stimmung in der Gruppe der Non-commercials ist in der letzten Berichtsperiode bärischer geworden. Die Zahl der Long-Positionen spekulativer Trader ging um 1.271 zurück, während die Short-Positionen um 32.863 anstiegen. Die Differenz zwischen Long- und Short-Positionen beträgt nun etwa 41.000 gegenüber 147.000. Die Bären haben den Markt in den vergangenen Monaten dominiert. Während diese Dominanz zuvor gut begründet schien, ist sie angesichts der deutlich veränderten fundamentalen Rahmenbedingungen inzwischen fraglicher geworden. Aktuell verfügen die Bären über einen Vorsprung von mehr als drei zu eins.
Ich rechne weiterhin nicht mit der Ausbildung eines anhaltenden Abwärtstrends für das Pfund. Kurzfristig wird die Marktrichtung jedoch weniger von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken abhängen, sondern stärker von Dauer, Ausmaß und Folgen des Konflikts im Nahen Osten. In den vergangenen Wochen hat sich die Marktstimmung in Richtung Friedenserwartungen verschoben, doch die Verhandlungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten könnten sich als langwierig und schwierig erweisen. Zudem gibt es keine Garantie, dass sie letztlich in der Unterzeichnung eines Atomabkommens münden.
Konjunkturkalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
- Vereinigte Staaten – ADP Employment Change (12:15 UTC).
- Vereinigtes Königreich – Rede von Bank of England-Gouverneur Andrew Bailey (13:00 UTC).
- Vereinigte Staaten – Rede von FOMC-Mitglied Kevin Warsh (13:00 UTC).
- Vereinigte Staaten – ISM Prices Paid Index (14:00 UTC).
Der Wirtschaftskalender für den 1. Juli umfasst drei Ereignisse, die jeweils als wichtig einzustufen sind. Entsprechend dürfte der Einfluss des fundamentalen Umfelds auf die Marktstimmung in der zweiten Tageshälfte zunehmen.
GBP/USD Prognose und Trading-Tipps:
Short-Positionen boten sich nach einem Rebound vom Widerstandsbereich 1,3268–1,3277 im Stundenchart an, mit einem Ziel im Unterstützungsbereich 1,3158–1,3177. Long-Positionen waren nach einem Rebound vom Unterstützungsbereich 1,3158–1,3177 möglich, mit Ziel im Bereich 1,3268–1,3277. Dieses Ziel wurde erreicht. Neue Long-Positionen können nach einem Schlusskurs oberhalb des Widerstandsbereichs 1,3268–1,3277 in Betracht gezogen werden, mit Ziel bei 1,3349–1,3355.
Die Fibonacci-Gitter wurden sowohl im Stunden- als auch im 4-Stunden-Chart auf Basis der Spanne 1,3158–1,3655 konstruiert.