
Das Währungspaar EUR/USD handelte am Mittwoch erneut mit geringer Volatilität und einem leichten Abwärtstrend. In den vergangenen Tagen ist der Euro wie ein Schlitten einen verschneiten Berghang hinabgerutscht und stemmt dabei die Füße in den Schnee. Die Schwerkraft zieht den Euro nach unten, doch er wehrt sich mit aller Kraft. Am Mittwoch fehlten sowohl makroökonomische als auch fundamentale Impulse, doch im Nahen Osten flammte in den frühen Morgenstunden erneut ein Konflikt auf. Und dieses Mal war es besonders ernst.
Alles begann am Dienstag mit einem weiteren Angriff Irans auf Handelsschiffe, die die Straße von Hormus passierten. Händler konnten sich persönlich davon überzeugen, wie sicher und offen diese Meerenge für alle ist, die sie nutzen möchten. Es überrascht daher nicht, dass die meisten Reeder es vorziehen zu warten, statt ihre Schiffe durch die Küstengewässer Irans zu schicken. Das Problem ist dieses Mal äußerst simpel: Iran ist der Ansicht, dass alle Schiffe die Straße von Hormus strikt auf bestimmten Routen und innerhalb der iranischen Hoheitsgewässer durchqueren müssen. Zur Erinnerung: Teheran plant, in anderthalb Monaten eine Gebühr für die Passage durch die Straße von Hormus zu erheben, daher soll jedes Schiff unter Kontrolle bleiben. Mehrere Schiffe versuchten jedoch, in der Nähe von Oman, auf der gegenüberliegenden Seite der Meerenge, zu passieren und… wurden mit Raketen angegriffen. Insgesamt wurden drei Tanker beschädigt, woraufhin die USA mit einem eigenen Schlag reagierten.
Der Angriff richtete sich erwartungsgemäß gegen iranische Militärinfrastruktur, und nur wenige Stunden später flogen iranische Raketen in Richtung US-Militärstützpunkte in Kuwait und Bahrain. Im Grunde fasst dies die Realität der verschiedenen Waffenruhen, Abkommen und Memoranden zwischen Iran und den USA zusammen. Teheran und Washington schaffen es kaum, ein Memorandum zu unterzeichnen, bevor sie es mehrfach brechen. Jede Seite macht die andere für das Scheitern der Vereinbarungen verantwortlich. Die Konfliktparteien haben lediglich einen grundlegenden Katalog von Waffenstillstandsbedingungen abgestimmt, der den Weg für Gespräche über kritischere Themen ebnen soll, sind aber nicht einmal in der Lage, diese einzuhalten. Daher werden alle künftigen Verhandlungen zwischen Iran und den USA eher wie eine Inszenierung wirken.
Donald Trump wiederum konnte Irans neue Dreistigkeit nicht hinnehmen und erklärte den Waffenstillstand für beendet. Diese Aussage ist selbstverständlich genauso skeptisch zu betrachten wie die bisherigen Bekundungen über eine Friedenslösung. In nur wenigen Tagen könnte der US-Präsident erklären, der Konflikt sei beigelegt: Beide Seiten hätten sich zum zehnten Mal auf einen Waffenstillstand geeinigt, ein Abkommen werde bald unterzeichnet, und Amerika habe bereits bekommen, was es wolle, nachdem es seinen Feind besiegt habe. Der Markt kennt und versteht all das, weshalb die Reaktion auf die neue Eskalation im Nahen Osten eher formell ausfiel – der US-Dollar wertete lediglich um einige Dutzend Punkte auf. Händler haben im Blick, dass die nächste Verhandlungsrunde für den 11. Juni angesetzt ist. Vor diesem Datum wird es daher keine Kontakte zwischen der iranischen und der amerikanischen Delegation geben. Bis zum 11. Juni könnten beide Seiten noch einige weitere Schüsse austauschen.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD über die letzten fünf Handelstage beträgt zum 9. Juli 52 Pips und gilt damit als „durchschnittlich“. Für Donnerstag erwarten wir eine Bewegung des Paares zwischen den Niveaus 1,1348 und 1,1452. Der obere lineare Regressionstrendkanal hat nach unten gedreht, was auf die Fortsetzung des Abwärtstrends hindeutet. Der CCI-Indikator ist in den überverkauften Bereich eingetreten und hat zwei bullische Divergenzen ausgebildet, was auf ein mögliches Ende des Abwärtstrends hinweist.
Nächste Unterstützungszonen:
- S1 – 1,1353
- S2 – 1,1292
- S3 – 1,1230
Nächste Widerstandszonen:
- R1 – 1,1414
- R2 – 1,1475
- R3 – 1,1536
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar EUR/USD befindet sich weiterhin in einem Abwärtstrend, der als Korrektur innerhalb eines globalen Aufwärtstrends betrachtet wird, was in den Tages- und Wochenzeitfenstern deutlich wird. Das globale fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt negativ, doch im Jahr 2026 haben vor allem geopolitische Faktoren und darüber hinaus der restriktive Kurs der Federal Reserve dem US-Dollar erhebliche Unterstützung verliehen. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, kommen Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1353 und 1,1292 in Betracht. Long-Positionen sind oberhalb des gleitenden Durchschnitts mit Zielen bei 1,1475 und 1,1536 relevant. Die Bären sind derzeit ohne ersichtlichen Grund sehr stark.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionstrendkanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in dieselbe Richtung, deutet dies auf einen starken Trend hin.
- Die gleitende Durchschnittslinie (Einstellungen 20.0, smoothed) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die gehandelt werden sollte.
- Murray Levels zeigen die Kursziele für Bewegungen und Korrekturen an.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) markieren den wahrscheinlichen Preiskanal, in dem sich das Paar am folgenden Tag auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren bewegen wird.
- CCI-Indikator: Sein Eintritt in die überverkaufte Zone (unter -250) oder in die überkaufte Zone (über +250) signalisiert, dass eine Trendumkehr in die Gegenrichtung bevorstehen könnte.