Das Währungspaar EUR/USD handelt weiterhin in einer engen Spanne knapp oberhalb des 100,0%-Fibonacci-Retracement-Levels bei 1,1409. Daher behalten die Bullen die Chance bei, die Aufwärtsbewegung in Richtung des 76,4%-Fibonacci-Retracement-Levels bei 1,1514 auszuweiten. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1409 würde den US-Dollar begünstigen und den Weg für einen moderaten Rückgang in Richtung des 127,2%-Fibonacci-Retracement-Levels bei 1,1290 ebnen. Die Handelsaktivität bleibt verhalten.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt bärisch. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nach unten durchbrochen, während die letzte Aufwärtswelle das vorherige Hoch noch nicht überschritten hat und sich weiterhin entwickelt. Die geopolitische Lage hat sich in den letzten Wochen deutlich verbessert, da die Kampfhandlungen im Nahen Osten zumindest unterbrochen wurden und Iran und die Vereinigten Staaten eine Art Vereinbarung unterzeichnet haben. Allerdings lässt sich erst dann sicher schließen, dass der Abwärtstrend beendet ist, wenn der Anstieg über das Hoch bei 1,1620 gelingt oder sich zwei aufeinanderfolgende Aufwärtswellen ausbilden.
Der Nachrichtenhintergrund war am Mittwoch erneut weitgehend ereignislos. Das Protokoll der letzten FOMC-Sitzung stieß bei den Marktteilnehmern auf wenig Interesse, da alle wichtigen Informationen unmittelbar nach der Sitzung bereits eingepreist worden waren. Im Tagesverlauf wurden keine Konjunkturdaten veröffentlicht. Stattdessen richtete sich die Aufmerksamkeit der Märkte auf die erneut eskalierende geopolitische Lage im Nahen Osten, die gravierende Folgen für die Weltwirtschaft haben könnte. Die globalen Ölpreise hatten sich erst vor Kurzem stabilisiert, sind in den vergangenen zwei Tagen jedoch um 7–8 US-Dollar je Barrel gestiegen. Falls Donald Trump tatsächlich die iranischen Ölexporte blockiert und damit erneut eine Blockade der Straße von Hormus auslöst, könnten die Energiepreise weiter anziehen, eine neue Inflationswelle und die damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen nach sich ziehen. Selbst wenn Iran und die Vereinigten Staaten einen direkten militärischen Konflikt vermeiden, gelingt es ihnen nach wie vor nicht, eine Einigung über das iranische Atomprogramm oder die Kontrolle der Straße von Hormus zu erzielen. Da die Positionen beider Seiten grundsätzlich unvereinbar bleiben, scheint die Welt einem neuen Konflikt näher zu sein als einem dauerhaften Frieden.

Im 4-Stunden-Chart hat sich das Paar oberhalb des Fibonacci-Retracement-Levels von 100,0 % bei 1,1411 stabilisiert. Damit können Händler mit einem weiteren Anstieg in Richtung des Fibonacci-Retracement-Levels von 76,4 % bei 1,1514 rechnen. Eine erneute Konsolidierung unterhalb von 1,1411 würde auf die Wiederaufnahme des Rückgangs in Richtung des Fibonacci-Retracement-Levels von 127,2 % bei 1,1291 hindeuten. Derzeit sind auf keinem Indikator neue Divergenzen erkennbar. Der Abwärtstrendkanal bleibt intakt.
Commitments of Traders (COT) Report

In der jüngsten Berichtswoche schlossen professionelle Trader 11.674 Long-Positionen und eröffneten 17.385 Short-Positionen. In den sieben Wochen von Februar bis März ist der deutliche Vorteil der Bullen infolge des Krieges unter Beteiligung des Iran verschwunden. In den vergangenen vierzehn Wochen hat sich die Positionierung jedoch nach der Einstellung der Kampfhandlungen im Nahen Osten wieder stärker ausbalanciert. Spekulative Trader halten derzeit rund 235.000 Long- und 235.000 Short-Positionen.
Insgesamt betrachten große institutionelle Marktteilnehmer den Euro aus langfristiger Perspektive weiterhin positiv. Selbstverständlich beeinflussen die zahlreichen geopolitischen und makroökonomischen Ereignisse, die die globalen Märkte in den vergangenen Jahren geprägt haben, die Anlegerstimmung weiter. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Lage im Nahen Osten, wo die Kampfhandlungen eingestellt wurden und Verhandlungen begonnen haben, die letztlich zu einem dauerhaften Frieden führen könnten. Gleichzeitig ignoriert der Markt die Verbesserung des geopolitischen Umfelds weitgehend – ebenso wie mehrere andere Faktoren, die den Euro stützen.
Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und die Eurozone
- Deutschland – Handelsbilanz (06:00 UTC)
- Vereinigte Staaten – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (12:30 UTC)
- Vereinigte Staaten – Verkäufe bestehender Häuser (14:00 UTC)
Der Wirtschaftskalender für den 9. Juli umfasst drei Veröffentlichungen, von denen keine als bedeutendes marktbewegendes Ereignis gilt. Daher dürfte der Einfluss der Konjunkturdaten auf die Marktstimmung am Donnerstag sehr gering oder gar nicht spürbar sein.
EUR/USD-Prognose und Trading-Tipps
Long-Positionen wurden nach der Konsolidierung des Paares oberhalb von 1,1409 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1514 relevant. Diese Positionen können heute weiterhin gehalten werden. Short-Positionen kommen in Betracht, falls sich das Paar im Stundenchart unterhalb von 1,1409 konsolidiert, mit einem Abwärtsziel bei 1,1290. Trader sollten jedoch berücksichtigen, dass die aktuellen Marktbewegungen weiterhin ausgesprochen schwach sind.
Fibonacci-Retracement-Grids sind im Stundenchart von 1,1409–1,1850 und im 4-Stunden-Chart von 1,1411–1,1850 eingezeichnet.