EUR/USD wird weiterhin knapp über dem 100,0%-Fibonacci-Retracement-Niveau bei 1,1409 gehandelt. Dadurch behalten die Käufer die Chance, die Aufwärtsbewegung in Richtung des 76,4%-Fibonacci-Niveaus bei 1,1514 auszudehnen. Ein anhaltender Rückgang unter 1,1409 würde den US-Dollar begünstigen und den Weg für einen moderaten Rückgang in Richtung des 127,2%-Fibonacci-Retracement-Niveaus bei 1,1290 freimachen. Die Handelsaktivität ist in dieser Woche verhalten geblieben.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt trotz zwei Wochen anhaltenden Kaufdrucks bärisch. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief unterschritten, während die aktuelle Aufwärtswelle das vorherige Hoch noch nicht übertroffen hat und sich weiterhin ausbildet. Das geopolitische Umfeld hat sich in den letzten Wochen deutlich verbessert, da die militärischen Aktivitäten im Nahen Osten zumindest pausiert haben und Iran und die Vereinigten Staaten ein vorläufiges Abkommen unterzeichnet haben. Dennoch kann erst dann davon ausgegangen werden, dass der Abwärtstrend beendet ist, wenn das Paar über 1,1620 ausbricht oder wenn sich zwei aufeinanderfolgende Aufwärtswellen herausgebildet haben.
Die fundamentale Nachrichtenlage war am Donnerstag ausgesprochen dünn. Der am Morgen veröffentlichte Bericht zur deutschen Handelsbilanz hat die Markterwartungen deutlich übertroffen. Später am Tag wurden in den Vereinigten Staaten die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie Daten zu den Verkäufen bestehender Häuser veröffentlicht. Der erste Bericht entsprach in etwa den Prognosen, während der zweite schwächer als erwartet ausfiel. Somit stützten zwei der drei Konjunkturveröffentlichungen den Euro und die Aufwärtsstimmung. Angesichts der vergleichsweise geringen Bedeutung dieser Daten blieb die Marktreaktion jedoch verhalten.
Im Tagesverlauf gab es weder aus Teheran noch aus Washington neue Stellungnahmen zum Konflikt im Nahen Osten oder zu den Verhandlungen, deren Wiederaufnahme für den 11. Juli erwartet worden war. Daher bleibt unklar, ob es morgen tatsächlich zu einer neuen Gesprächsrunde zwischen den Delegationen der USA und Irans kommen wird oder ob die Verhandlungen auf unbestimmte Zeit verschoben worden sind. In jedem Fall zeigen sich die Märkte gelassen. Das Ausbleiben von Verhandlungen bedeutet nicht zwangsläufig eine Wiederaufnahme des Konflikts. Ebenso signalisieren neue Angriffe in der Nähe der Straße von Hormus nicht automatisch eine Rückkehr zu umfassenden Kampfhandlungen, wie die jüngsten Entwicklungen gezeigt haben. Vorerst haben die Verkäufer nur wenige Gründe, die Kontrolle zurückzugewinnen.

Im 4-Stunden-Chart hat das Paar einen Schlusskurs über dem 100,0 % Fibonacci-Retracement bei 1,1411 erreicht. Dadurch können Trader mit weiteren Kursgewinnen in Richtung des 76,4 % Fibonacci-Levels bei 1,1514 rechnen. Ein erneuter Schlusskurs unter 1,1411 würde die Wahrscheinlichkeit eines Rückgangs in Richtung des 127,2 % Fibonacci-Retracements bei 1,1291 erhöhen. Derzeit sind in keinem der Indikatoren sich entwickelnde Divergenzen erkennbar. Der fallende Trendkanal bleibt intakt.
Commitments of Traders (COT) Report

In der vergangenen Berichtswoche schlossen institutionelle Händler 11.674 Long-Positionen und eröffneten 17.385 Short-Positionen. In den sieben Wochen von Februar bis März ging der zuvor deutliche Vorteil der Bullen im Zuge des Konflikts unter Beteiligung des Iran verloren. In den vergangenen vierzehn Wochen hat sich die Positionierung nach der Aussetzung der Kampfhandlungen im Nahen Osten schrittweise ausgeglichener entwickelt. Spekulative Marktteilnehmer halten derzeit jeweils rund 235.000 Long-Positionen und 235.000 Short-Positionen.
Aus langfristiger Sicht bevorzugen große Marktteilnehmer weiterhin den Euro. Natürlich beeinflussen die zahlreichen globalen Entwicklungen der vergangenen Jahre nach wie vor die Stimmung der Investoren. Besonderes Augenmerk des Marktes gilt weiterhin der Lage im Nahen Osten, wo die militärischen Operationen pausieren und Verhandlungen begonnen haben, was den Weg für ein dauerhaftes Friedensabkommen ebnen könnte. Dennoch ignoriert der Markt weitgehend die Verbesserung des geopolitischen Umfelds sowie mehrere andere Faktoren, die den Euro weiterhin stützen.
Wirtschaftskalender für die Eurozone und die Vereinigten Staaten
- Deutschland: Verbraucherpreisindex (endgültige Lesung für Juni) — 06:00 UTC
Der Wirtschaftskalender für den 10. Juli enthält nur eine Veröffentlichung, die kaum als bedeutend einzustufen ist. Daher ist es erneut unwahrscheinlich, dass die Makrodaten die Marktstimmung am Freitag maßgeblich beeinflussen.
EUR/USD Prognose und Trading-Tipps
Long-Positionen wurden gültig, nachdem das Währungspaar auf dem Stundenchart einen Schlusskurs oberhalb von 1,1409 markierte, mit einem Kursziel bei 1,1514. Diese Positionen können auch heute weiter gehalten werden. Short-Positionen können in Erwägung gezogen werden, falls das Paar auf dem Stundenchart unter 1,1409 schließt, mit einem Kursziel bei 1,1290. Händler sollten jedoch berücksichtigen, dass die aktuellen Marktbewegungen weiterhin außergewöhnlich schwach ausfallen.
Die Fibonacci-Retracement-Gitter sind auf dem Stundenchart von 1,1409 bis 1,1850 und auf dem 4-Stunden-Chart von 1,1411 bis 1,1850 eingezeichnet.