Gestern setzten die Aktienindizes ihre Talfahrt fort. Der S&P 500 gab um 0,79% nach, und der Nasdaq 100 fiel um 1,55%. Der Dow Jones Industrial Average verlor 0,26%.

Heute stieg der MSCI Asia Pacific Index um 0,5 %, nachdem er im Tagesverlauf zwischen Gewinnen und Verlusten geschwankt hatte. Der südkoreanische KOSPI erlebte dabei wahre Achterbahnbewegungen: Zwischenzeitlich brach er um mehr als 5 % ein, bevor er sich erholte und den Handel letztlich mit einem Plus von rund 2,5 % beendete.
Öl verteuerte sich den zweiten Tag in Folge und ist der Haupttreiber der aktuellen Marktnervosität. Brent legte um 2,8 % auf 85,64 US?Dollar je Barrel zu, nachdem US?Präsident Donald Trump die Blockade iranischer Schiffe durch die USA beim Transit durch die Straße von Hormus wieder aufgenommen hatte.
Der Anleihemarkt reagierte im Verhältnis zum Nachrichtenfluss. US?Staatsanleihen hielten ihre Verluste nach der US?Sitzung, da die Anleger auf die für Dienstag erwarteten Inflationsdaten warteten. Am Montag gaben Treasuries nach, nachdem Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im Juli nach oben gesetzt hatten – auf rund 50 %, nachdem Fed?Gouverneur Christopher Waller angedeutet hatte, dass die Notenbank die Kreditkosten möglicherweise anheben müsse, um den Preisdruck einzudämmen.
Vantage Global Prime brachte die heutige Marktreaktion treffend auf den Punkt: „Die stark steigenden Ölpreise und Renditen sprechen bereits eine deutliche Sprache in Richtung einer sich verschlechternden Inflationsaussicht. Diese Unsicherheit trägt dazu bei, die heutige schwankende Stimmung zu erklären, anstatt eine vollständige Flucht aus Risikoanlagen auszulösen. Die Anleger sind zunehmend sensibel für das sich eintrübende Umfeld, preisen aber noch nicht das Worst-Case-Szenario ein.“ Das spiegelt die Marktstimmung wider: Die Nervosität nimmt zu, doch Panik ist noch nicht ausgebrochen.
Neben der Geopolitik spielen sich an den Märkten eigene Dramen rund um Künstliche Intelligenz ab. Die Eskalation im Nahen Osten fällt zusammen mit einer wachsenden Zahl von Investoren, die sich fragen, ob die gewaltigen Summen, die in AI geflossen sind, entsprechende Gewinne abwerfen werden. Der Ausverkauf am Montag in Südkorea, ausgelöst durch eine Neubewertung von AI?Stories, schwappte auf die US?Märkte über und machte deutlich, dass der AI?Boom überzogen sein könnte.

Aus technischer Sicht deutet der Tageschart darauf hin, dass die unmittelbare Aufgabe der Käufer darin besteht, den Widerstandsbereich bei 7.544 USD zu überwinden. Gelingt dies, würde dies den Aufwärtstrend bestätigen und den Weg in Richtung 7.574 USD eröffnen. Die Übernahme der Kontrolle über das Niveau von 7.600 USD würde die Position der Käufer zusätzlich stärken. Auf der Unterseite müssen die Käufer den Bereich um 7.518 USD verteidigen. Ein Unterschreiten dieser Marke dürfte den Index wahrscheinlich zurück in Richtung 7.494 USD drücken und den Weg zu 7.474 USD freimachen.