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FX.co ★ EUR/USD – Smart-Money-Analyse: Kevin Warsh unterstützte weitere Euro-Gewinne nicht

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Analysen:::2026-07-15T16:16:56

EUR/USD – Smart-Money-Analyse: Kevin Warsh unterstützte weitere Euro-Gewinne nicht

EUR/USD – Smart-Money-Analyse: Kevin Warsh unterstützte weitere Euro-Gewinne nicht

Das Währungspaar EUR/USD befindet sich weiterhin in einem lokalen bärischen Impuls. In den vergangenen zwei Wochen ist es den Bullen jedoch gelungen, die Bären etwas zurückzudrängen. Die Zugewinne des Euro fielen zwar moderat aus, sind aber allemal besser als ein weiterer Rückgang. Die Bullen haben ihre Bewegung bereits eingeleitet, während der kurzfristige Ausblick des Paares – zumindest für diese Woche – von geopolitischen Entwicklungen, der Inflation und der Haltung von Kevin Warsh abhängen wird. Zu zwei dieser drei Faktoren lassen sich bereits einige Schlüsse ziehen.

Gestern wurde bekannt, dass sich die Inflation in den USA auf 3,5 % im Jahresvergleich abgeschwächt hat und damit deutlich unter den vom Markt erwarteten 3,8 % lag. Das verringert die Wahrscheinlichkeit einer weiteren geldpolitischen Straffung durch das FOMC spürbar. Ich gehe nicht davon aus, dass dies bedeutet, die Federal Reserve werde die Idee weiterer Zinserhöhungen vollständig aufgeben, aber die Inflation ist dennoch binnen eines Monats um beachtliche 0,7 Prozentpunkte zurückgegangen. Zudem trat gestern der Vorsitzende der Federal Reserve, Kevin Warsh, vor dem Kongress auf. Wie erwartet wich seine Rhetorik kaum von der Fed-Pressekonferenz vor einem Monat ab; erneut hob er das Problem der hartnäckig hohen Inflation hervor. Der Markt hatte jedoch mit deutlich „hawkisheren“ Kommentaren gerechnet und diese nicht erhalten. Infolgedessen fand der US‑Dollar in dieser Woche nur wenig Unterstützung, ohne jedoch nennenswert unter Druck zu geraten. Meiner Ansicht nach bleibt die Situation recht ungewöhnlich: Der Dollar wertet entweder auf oder weigert sich schlicht, trotz der Nachrichtenlage nachzugeben.

Es sei zudem daran erinnert, dass die jüngsten Daten vom US‑Arbeitsmarkt vergleichsweise schwach ausfielen. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze bleibt verhalten. In den vergangenen drei Monaten lag die Zahl neuer Stellen jeweils rund 100.000 unter den Erwartungen der Händler. Die Abschwächung am Arbeitsmarkt und die nachlassende Inflation zwingen das FOMC daher, jede weitere geldpolitische Straffung deutlich sorgfältiger abzuwägen.

Geopolitische Entwicklungen sind in den Hintergrund getreten, da sich der Markt zunehmend auf die Federal Reserve konzentriert. In der vergangenen Woche haben Teheran und Washington erneut den Waffenstillstand und die Vereinbarung vom 17. Juni verletzt, was die Marktteilnehmer allerdings kaum überraschte. Donald Trump unterzeichnete eine Executive Order, mit der die Genehmigung für iranische Ölexporte widerrufen wurde, während Iran abermals die Straße von Hormus schloss und Schiffe angriff, die versuchten, diese zu durchqueren. Der Markt hatte bereits auf das Abflauen des Konflikts kaum reagiert, weshalb auch auf die erneute Eskalation keine starken Reaktionen zu erwarten sind. Weder sahen wir den erwarteten Rückgang des US‑Dollars nach einer Entspannung der geopolitischen Lage, noch eine Aufwertung des Euro nach der geldpolitischen Straffung durch die EZB. Trotz des aktuellen fundamentalen und geopolitischen Umfelds behalten die Bären die Kontrolle. Derzeit liefern die wieder aufgeflammten Spannungen im Nahen Osten den Bären erneut einen formalen Anlass für Angriffe. Meiner Meinung nach preisen die Marktteilnehmer geopolitische Entwicklungen jedoch bereits zum dritten Mal ein – einschließlich Ereignissen, die bislang noch gar nicht eingetreten sind.

Das aktuelle technische Bild signalisiert nach wie vor den bärischen Impuls, der am 17. April begonnen hat. Die bärische Imbalance 17 ist bislang noch nicht bereinigt worden, während Imbalance 18 aufgrund der schwachen US‑Arbeitsmarktdaten ungültig geworden ist. Bullische Formationen haben sich bisher nicht ausgebildet und werden angesichts der fehlenden klaren Marktrichtung in den kommenden Tagen voraussichtlich ebenfalls ausbleiben. Infolgedessen könnten die Bullen ihre Korrekturbewegung in Richtung Imbalance 17 zwar noch fortsetzen, doch existiert derzeit keine klare technische Grundlage, um eine solche Bewegung aktiv zu handeln. Außerdem ist zu beachten, dass unter dem Tief vom 1. August des vergangenen Jahres (auf dem Chart durch die rote Linie markiert) Liquidität abgeholt wurde. Dies ist aus technischer Sicht derzeit das einzige wirklich relevante Argument auf der Seite der Bullen.

Der Wirtschaftskalender vom Mittwoch bot weder den Bullen noch den Bären nennenswerte Unterstützung. Der zweite Tag der Anhörung von Kevin Warsh vor dem Kongress unterschied sich kaum vom ersten, die Daten zur Industrieproduktion in der Eurozone fielen schwach aus, und der US‑Erzeugerpreisindex konnte den Einfluss des vorangegangenen Inflationsberichts nicht überlagern. Folglich erhielten die Bullen keine neuen Argumente für einen Vorstoß nach oben und waren gleichzeitig nicht in der Lage, die bereits zu ihren Gunsten wirkenden Faktoren zu nutzen.

Für das Jahr 2026 verfügen die Bullen weiterhin über zahlreiche Gründe, eine breitere Aufwärtsbewegung zu starten, und selbst der Konflikt im Nahen Osten hat an dieser grundsätzlichen Lage nur wenig geändert. Strukturell und fundamental haben sich Trumps politische Leitlinien – die im vergangenen Jahr maßgeblich zum starken Rückgang des US‑Dollars beitrugen – kaum verändert. Aktuell sehe ich trotz der „hawkishen“ Haltung des FOMC keine solide langfristige Unterstützung für den US‑Dollar. EUR/USD nähert sich inzwischen einer Reihe wichtiger Tiefs und Swing‑Punkte, an denen erneut Liquidität abgeholt werden könnte und die potenziell ein Signal für eine Umkehr des laufenden bärischen Impulses liefern.

Nachrichtenkalender für die Vereinigten Staaten und die Eurozone:

Vereinigte Staaten

  • Einzelhandelsumsätze (12:30 UTC)
  • Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (12:30 UTC)

Der Wirtschaftskalender für den 16. Juli umfasst zwei anstehende Veröffentlichungen, von denen ich keine als besonders bedeutend einstufe. Daher ist davon auszugehen, dass diese Makrodaten in der zweiten Hälfte des Donnerstags nur begrenzten Einfluss auf die Marktstimmung haben werden.

EUR/USD Prognose und Handelsempfehlungen:

Meiner Einschätzung nach befindet sich das Währungspaar weiterhin in der Ausbildung eines übergeordneten Aufwärtstrends. Obwohl sich das fundamentale Umfeld vor vier Monaten deutlich zugunsten der Bären verschoben hat, kann der größere Trend bislang weder als ungültig noch als abgeschlossen gelten. Entsprechend könnten die Bullen nach dem Abholen der Liquidität unter klar definierten Tiefs einen weiteren Aufwärtsimpuls starten. Long‑Positionen erscheinen in der aktuellen Phase jedoch nicht ratsam. Es ist vorzuziehen, zunächst die Ausbildung bullischer technischer Muster abzuwarten.

Gegenwärtig stehen den Marktteilnehmern zwei bärische Imbalances zur Verfügung, von denen eine bereits ungültig geworden ist. Außerdem möchte ich auf die Nähe von vier wichtigen Swing‑Punkten hinweisen, an denen Liquidität bereits abgeholt wurde, sowie auf die fragwürdige fundamentale Grundlage der Dollarstärke. Daher rechne ich weiterhin mit einem bullischen Vorstoß, halte es jedoch für wichtig, hierfür zumindest einige technische Bestätigungen abzuwarten. Alternativ können Händler auf die Ausbildung eines neuen Verkaufssignals innerhalb der Imbalance 17 warten.

Analyst InstaForex
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