
Es zeichnet sich ab, dass der Welt bald die Blockade einer weiteren strategisch wichtigen Wasserstraße im Nahen Osten drohen könnte – der Straße von Bab el-Mandeb.
Berichte aus Jemen deuten darauf hin, dass die mit Iran verbündeten Huthi angekündigt haben, eine Blockade gegen Saudi-Arabien zu beginnen. Auch wenn die offizielle Erklärung der Huthi nicht ausdrücklich die Schließung der Straße von Bab el-Mandeb erwähnt, scheint genau das gemeint zu sein. Infolgedessen könnten die globalen Finanzmärkte zu Beginn der neuen Handelswoche vor einem weiteren geopolitischen Schock stehen.
Dennoch wäre es verfrüht, bereits jetzt endgültige Schlüsse zu ziehen. Zunächst bedarf es einer offiziellen Bestätigung, dass die Meerenge tatsächlich blockiert wurde. Es ist außerdem möglich, dass sich die Blockade nur auf saudische Häfen und Schiffe bezieht. Selbst dann wären die übergreifenden Auswirkungen erheblich, da Saudi-Arabien der größte Exporteur von Energierohstoffen über die Straße von Bab el-Mandeb ist. Die Huthi erklärten, Saudi-Arabien habe sie fast zwölf Jahre lang belagert, und bezeichneten ihr Vorgehen als Vergeltung. Dennoch ist weithin klar, wer letztlich hinter diesen Entwicklungen steht.
Frühere Berichte hatten darauf hingewiesen, dass Teheran die Huthi aufgefordert habe, sich auf eine Blockade der Straße von Bab el-Mandeb vorzubereiten. Nun sieht es so aus, als könnte sich dieses Szenario tatsächlich abzeichnen. Iran hatte zuvor gewarnt, dass im Falle eines Angriffs der Vereinigten Staaten auf seine Energieinfrastruktur auch die zweite strategisch wichtige Schifffahrtsroute in Mitleidenschaft gezogen würde. Diese Warnung wirkt nun zunehmend relevant, zumal der andauernde Austausch von Raketenangriffen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten ganz offensichtlich nicht auf abgelegene Wüsten- oder Gebirgsregionen zielt.
Iran und die Vereinigten Staaten haben mittlerweile seit neun Tagen in Folge Raketenangriffe ausgetauscht, während Donald Trump Berichten zufolge plant, den militärischen Druck auf Teheran zu erhöhen. Meines Erachtens handelt es sich eindeutig um eine Eskalation und nicht um eine Deeskalation. Erwähnenswert ist auch, dass Brent-Rohöl weiterhin relativ stabil bei rund 90 US-Dollar pro Barrel gehandelt wird. Das schließt jedoch einen Anstieg auf 100 US-Dollar morgen oder sogar auf 120 US-Dollar kurz darauf keineswegs aus. Es sei nochmals betont, dass eine Blockade der Straße von Bab el-Mandeb bislang noch nicht offiziell bestätigt wurde.

Sollten wir mit einer Aufwertung des US‑Dollars rechnen, falls eine zweite wichtige Schifffahrtsroute im Nahen Osten blockiert wird? Höchstwahrscheinlich ja. Ich erwarte zwar nicht, dass der Dollar allein aufgrund dieser Entwicklung um 500–1.000 Punkte steigt, aber er könnte sich in Richtung 1,1300 gegenüber dem Euro aufwerten, ein Szenario, das weiterhin mit der aktuellen Elliott-Wellen-Struktur vereinbar ist. Infolgedessen könnten geopolitische Entwicklungen in dieser Woche die Nachfrage nach dem US‑Dollar stützen, während der Euro vom European Central Bank (ECB) voraussichtlich keine nennenswerte Unterstützung erhält. Der Markt befindet sich derzeit offenbar in den frühen Phasen von Welle 5 innerhalb von Welle C. Das britische Pfund könnte im Rahmen seiner Korrekturwelle ebenfalls fallen.
EUR/USD Wellen-Ausblick
Auf Basis meiner Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Währungspaar weiterhin in einem übergeordneten Aufwärtstrendsegment befindet (im unteren Chart dargestellt), während es kurzfristig nach wie vor in einem Abwärtstrendsegment gehandelt wird. Meiner Ansicht nach bietet das aktuelle Umfeld eine vernünftige Gelegenheit, damit zu beginnen, Long-Positionen aufzubauen, auch wenn das Paar im Rahmen von Welle 5 innerhalb von Welle C noch in Richtung des Bereichs um 1,13 fallen könnte. Da die Wellenanalyse häufig zu unerwarteten Entwicklungen führt, würde ich mich bereits jetzt auf Kaufgelegenheiten vorbereiten.
GBP/USD Wellen-Ausblick
Die Wellenstruktur von GBP/USD ist inzwischen recht komplex geworden. Derzeit hat das Paar drei Abwärtswellen abgeschlossen, während sich bei EUR/USD möglicherweise noch ein fünfwelliger Rückgang ausbilden kann. Folglich könnte das Pfund eine zusätzliche Abwärtswelle ausbilden, ähnlich wie der Euro. Dieser Rückgang könnte jedoch Welle 2 innerhalb eines neuen, langfristigen Aufwärtstrends darstellen. Daher unterscheiden sich die Wellenzählungen für Euro und Pfund zwar, doch die Abweichung ist relativ gering und nicht besonders bedeutsam. Vor diesem Hintergrund rechne ich mit einer kurzfristigen Korrektur, gefolgt vom Beginn eines neuen Aufwärtstrends, dessen erste Zielzone im Bereich von 1,37–1,38 liegt.
Grundprinzipien meiner Analyse
- Wellenstrukturen sollten einfach und leicht zu interpretieren sein. Komplexe Wellenmuster sind schwer handelbar und werden häufig überarbeitet.
- Wenn es kein klares Verständnis der aktuellen Marktlage gibt, ist es besser, dem Markt fernzubleiben.
- Absolute Gewissheit über die Marktrichtung ist unmöglich. Verwenden Sie immer schützende Stop-Loss-Orders.
- Die Wellenanalyse lässt sich effektiv mit anderen Formen der Marktanalyse und mit unterschiedlichen Handelsstrategien kombinieren.