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FX.co ★ Euro gerät erneut unter Beschuss

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Analysen:::2026-07-23T12:22:15

Euro gerät erneut unter Beschuss

Die Geschichte wiederholt sich, nur mit neuer Kulisse. Kaum hatten sich die Anleger daran gewöhnt zu glauben, dass Iran und die USA ein wenig schießen und sich dann an den Verhandlungstisch setzen würden, meldeten sich die Huthi mit ihrem ersten Angriff seit Monaten auf Handelsschiffe in der Meerenge Bab al-Mandab zurück. Formal handelt es sich um einen schmalen Engpass am Eingang des Roten Meers; in der Praxis ist es nach der Straße von Hormus die weltweit zweitwichtigste Schlagader für den Ölhandel. Noch ist unklar, wie schwer die Schiffe getroffen wurden, doch einige Tanker meiden die Meerenge bereits. Brent reagierte mit einem Anstieg auf fast 99 US-Dollar pro Barrel, rund 40 % mehr seit dem Aufflammen des Konflikts Anfang Juli.

EUR/USD reagierte auf diese Nachricht noch vor der EZB-Entscheidung. Das Kaufen des Euro auf Gerüchte über eine „hawkishe“ Rhetorik von Christine Lagarde schlug noch vor Beginn ihrer Pressekonferenz nach der Ratssitzung in Verkäufe um. Die Anleger entschieden sich, eher auf den Ölpreis als auf die Notenbankpräsidentin zu hören.

Die Europäische Zentralbank dürfte den Einlagensatz bei 2,25 % belassen. Weder Analysten noch der Terminmarkt rechneten nach dem Schritt im Juni mit einer zweiten Erhöhung in Folge. Laut einer Bloomberg-Umfrage gehen Volkswirte davon aus, dass der Straffungszyklus der EZB mit einer Erhöhung im September enden wird. Dennoch schließt ING nicht aus, dass es bei weiter steigenden Ölpreisen noch zu einem „unerwarteten Schritt“ kommen könnte.

Deutsche Anleiherenditen

Euro gerät erneut unter Beschuss

Die Rendite 10-jähriger deutscher Bundesanleihen stieg auf den höchsten Stand seit 2011 und legte um drei Basispunkte auf 3,21 % zu. Am Terminmarkt werden bis Jahresende fast zwei Zinserhöhungen der EZB eingepreist, und Swaps implizieren eine Wahrscheinlichkeit von 75 % für zwei Straffungsschritte der Fed. Joachim Nagel warnte letzte Woche, dass die Dynamik der Energiepreise weiterhin der entscheidende Faktor für die künftige Inflation sei, sodass die Notenbank eine wachsame Haltung beibehalten werde.

Die Korrelation zwischen den Anleihe- und den Ölmärkten ist in voller Stärke zurückgekehrt, auch wenn sich die Renditen am kurzen Ende als hartnäckiger erwiesen haben als während der Rally im Mai. Das Signal ist eindeutig: Je höher der Brent-Preis steigt, desto stärker wird der Gegenwind für Anleihen und Aktien.

Euro gerät erneut unter Beschuss

Der Angriff der Houthis hat in wenigen Tagen mehr bewirkt als wochenlange Diplomatie – er hat die Angst an die Märkte zurückgebracht. Solange Washington und Teheran keine Bereitschaft zeigen, sich an den Verhandlungstisch zu setzen, läuft EUR/USD Gefahr, weiter eher den Gesetzmäßigkeiten des Ölmarkts als denen der Geldpolitik zu folgen. Ist es nicht an der Zeit einzugestehen, dass das Schicksal des Euro nicht in Frankfurt, sondern im Roten Meer entschieden wird?

Technisch gesehen verzeichnete EUR/USD im Tageschart eine Zurückweisung vom Fair Value, gefolgt von einer scharfen Bewegung in Richtung der unteren Begrenzung der Spanne von 1,138–1,145. Dies zeigt die Stärke der Bären und liefert eine Grundlage für Verkäufe, sofern die Kurse kurzfristig nicht zu 1,1425 zurückkehren. Ein weiterer Auslöser für den Aufbau von Short-Positionen wäre ein entschiedener Durchbruch der Unterstützung bei 1,138.

Analyst InstaForex
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