Bitcoin und Ethereum setzen ihre Korrektur nach einem weiteren Rückgang fort. In den vergangenen eineinhalb Monaten konnten sich Ethereum und Bitcoin zwar etwas erholen, doch es gibt weiterhin keine Anzeichen für ein Ende des Abwärtstrends, der im vergangenen Jahr begonnen hat. Das fundamentale Umfeld bleibt für den Kryptowährungssektor schwach. Dies zeigt sich vor allem in einer geringen Spot-Nachfrage, Kapitalabflüssen in den KI-Sektor und dem festen Willen der Federal Reserve, eine Inflationsrate von 2 % zu erreichen, was mindestens für eine anhaltend straffe Geldpolitik spricht. Entsprechend sehen wir nach wie vor keine Grundlage für einen nachhaltigen Aufwärtstrend bei Bitcoin und Ethereum.
Inzwischen sind fünf Jahre vergangen, seit die Behörden in El Salvador beschlossen haben, Bitcoin zur zweiten Landeswährung zu machen und ihm offiziell den Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels zu verleihen. Die Zentralbank von El Salvador hat Daten veröffentlicht, wonach im ersten Halbjahr 2026 nur 1 % der gesamten Rücküberweisungen ins Land über Bitcoin-Transaktionen abgewickelt wurden. Insgesamt wurden etwa 5 Milliarden US‑Dollar ins Land transferiert. Kryptowährungstransaktionen haben sich im Inland nicht durchgesetzt, und im Ausland lebende Salvadorianer bevorzugen weiterhin klassische Banküberweisungen. Die Regierung von El Salvador war davon ausgegangen, dass die Bevölkerung Kryptowährungen aktiv nutzen würde, was „den Bürgern Geld sparen und die Überweisungszeiten verkürzen“ sollte. Offensichtlich fand diese Initiative jedoch bei der Bevölkerung wenig Anklang.
Wie bereits mehrfach berichtet wurde, wird Bitcoin im Zahlungsverkehr kaum genutzt. Er dient in erster Linie als Anlageinstrument. Allerdings befindet sich das „digitale Gold“ seit fast einem ganzen Jahr in einem Abwärtstrend, was ebenfalls zu rückläufigen Kapitalzuflüssen führt. Bitcoin kann als Zahlungsmittel nach wie vor nicht mit Fiat-Geld konkurrieren, was völlig logisch und nachvollziehbar ist. Wenn Sie 1 Bitcoin besitzen, ist er heute 100.000 US‑Dollar wert, könnte aber in ein paar Monaten nur noch 50.000 US‑Dollar wert sein. Nur wenige möchten ihr Geld in einem derart volatilen Instrument halten.
Handelsempfehlungen für BTC/USD:
Bitcoin bildet weiterhin einen voll ausgeprägten Abwärtstrend aus. Wir rechnen nach wie vor mit einem Rückgang in Richtung 57.500 US‑Dollar (dem 61,8‑%‑Fibonacci‑Level des dreijährigen Aufwärtstrends), auch wenn dieses Niveau im Wesentlichen bereits erreicht wurde. Wir gehen jedoch nicht davon aus, dass der Abwärtstrend hier endet. Das letzte bearishe FVG‑Muster hat sich im Bereich von 68.000–70.700 US‑Dollar im Tageschart gebildet, sodass dieser Bereich in den kommenden Wochen als POI für Short‑Positionen dient. Im 4‑Stunden‑Chart setzt Bitcoin derzeit die zweite Korrekturwelle fort, insgesamt bleiben jedoch Verkaufstrades attraktiver. Kurzfristige Long‑Positionen sind zulässig; es sollte jedoch klar sein, dass der übergeordnete Trend abwärts gerichtet bleibt.
Handelsempfehlungen für ETH/USD:
Im Tageschart setzt sich der Abwärtstrend fort, der im August des vergangenen Jahres begonnen hat. Das zentrale Verkaufssignal bleibt der bearishe Order Block im Wochenchart. Wir gehen nicht davon aus, dass der aktuelle Abwärtstrend bereits beendet ist, da es weder bei Bitcoin noch bei Ethereum Anzeichen für eine Trendwende gibt. Derzeit läuft eine neue Korrekturphase, nachdem im 4‑Stunden‑Chart im letzten bullischen FVG ein Kaufsignal entstanden ist. Lokale bullische Muster im 4‑Stunden‑Chart können gehandelt werden. Im Tageschart empfehlen wir jedoch, die Korrektur abzuwarten und das bearishe FVG bei Bitcoin auslaufen zu lassen, anstatt gegen den Trend zu handeln.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
CHOCH – Bruch der Trendstruktur.
Liquidity – Liquidität, Stop-Loss‑Orders, Pending Orders, die Market Maker zum Aufbau ihrer Positionen nutzen.
FVG – Bereich der Preisineffizienz. Der Preis durchläuft solche Zonen sehr schnell, was auf ein vollständiges Fehlen einer Marktseite hinweist. In der Folge tendiert der Preis dazu, in diese Bereiche zurückzukehren und dort im Sinne des übergeordneten Trends zu reagieren.
IFVG – Umgekehrter Bereich der Preisineffizienz. Nach der Rückkehr in einen solchen Bereich reagiert der Preis nicht darauf, sondern durchbricht ihn impulsiv und testet ihn anschließend von der Gegenseite.
OB – Order Block. Eine Kerze, in der ein Market Maker eine Position eröffnet hat, um Liquidität einzusammeln und anschließend eine eigene Position in die entgegengesetzte Richtung aufzubauen.

