
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels am Dienstag notierte der Silberpreis (XAG/USD) bei der runden Marke von 57,00 US‑Dollar und damit niedriger als am Vortag, da die Anleger vor der Zinsentscheidung der Federal Reserve vorsichtig bleiben. Die Stärke des US‑Dollars bremst zudem die Nachfrage nach dem Edelmetall, trotz der unsicheren geopolitischen Lage.
Die Märkte bewerten weiterhin die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten. US‑Präsident Donald Trump erklärte, die Vereinigten Staaten führten „produktive Verhandlungen“ mit dem Iran, um den regionalen Konflikt zu lösen. Die Aussicht auf eine Deeskalation lastet auf den Ölpreisen, mildert die Sorge vor erneutem Inflationsdruck und dämpft die Erwartungen an eine baldige Zinserhöhung.

Allerdings warnte Trump auch, dass US-Militärschläge wieder aufgenommen werden könnten, falls die Verhandlungen keine Ergebnisse bringen. Gleichzeitig verdeutlichen mehrere Sicherheitsvorfälle in Saudi-Arabien, Jordanien und dem Irak die anhaltenden Spannungen, und Störungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormus stellen weiterhin ein Risiko für die globalen Energiemärkte dar.
Anleger richten ihren Blick nun auf die für diese Woche angesetzte Sitzung der Federal Reserve. Insgesamt erwarten die Märkte, dass die Zentralbank die Zinsen unverändert lässt, auch wenn einige Marktteilnehmer weiterhin die Möglichkeit einer sofortigen Anhebung ins Spiel bringen. Vorherrschend ist jedoch die Ansicht, dass eine mögliche Zinserhöhung bis September aufgeschoben wird. Marktteilnehmer werden die Stellungnahmen der Fed genau verfolgen, um neue Hinweise auf die zukünftige Ausrichtung der Geldpolitik zu erhalten.
Aus technischer Sicht ist Silber unter die 20-Tage-SMA gefallen, was den Bären in die Karten spielt. Gleichzeitig versucht der Kurs jedoch, sich zumindest an der runden Marke von 57,00 USD zu behaupten. Ein Unterschreiten dieses Niveaus dürfte den Rückgang in Richtung des Juli-Tiefs beschleunigen. Zudem sind die Oszillatoren negativ, was den Vorteil der Bären bestätigt.