Im Stundenchart verzeichnete GBP/USD am Mittwoch eine deutliche Umkehr zugunsten des Pfunds und konsolidierte sich über dem 50,0%-Fibonacci-Retracement bei 1,3348. Am frühen Donnerstag versuchten die Bären jedoch, die Kontrolle zurückzugewinnen und drückten das Währungspaar wieder unter die Marke von 1,3348. Infolgedessen könnte sich der Rückgang heute fortsetzen, mit weiteren Abwärtszielen bei 1,3298 und 1,3238.

Die Wellenstruktur bleibt bärisch. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch überschritten, während die aktuell noch laufende Abwärtswelle das vorherige Tief unterschritten hat. Das deutet darauf hin, dass die Bären die Kontrolle über den Markt zurückerobert haben. Meiner Ansicht nach ist die bärische Impulsbewegung des Jahres 2026 bereits ausgelaufen, und nur geopolitische Entwicklungen haben die Bullen daran gehindert, ihre Aufwärtsbewegung auszuweiten. Derzeit belasten geopolitische Spannungen erneut risikosensitive Anlageklassen.
Der Nachrichtenfluss am Mittwoch ermöglichte es den Bullen schließlich, einen Teil ihrer jüngsten Verluste wettzumachen, doch die Ereignisse am Donnerstag könnten den Ausblick deutlich verschlechtern. In nur wenigen Stunden wird die Bank of England das Ergebnis ihrer geldpolitischen Sitzung bekannt geben, und der Markt hält derzeit ein dovishes Ergebnis für wahrscheinlicher als ein hawkishes. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass die Bank of England eine hawkishe Ausrichtung signalisieren wird. Folglich hat der Markt begonnen, das lockerere Szenario einzupreisen, was die Schwäche des Pfunds am frühen Donnerstag erklärt.
Meiner Meinung nach gibt es wenig Gründe, in Großbritannien mit einer weiteren geldpolitischen Straffung zu rechnen, da die Inflation derzeit bei 2,6 % liegt. Im Gegenteil, Gouverneur Andrew Bailey und seine Kollegen könnten zu dem Schluss kommen, dass es angemessen wäre, in der zweiten Jahreshälfte 2026 zur geldpolitischen Lockerung zurückzukehren. Eine solche Entscheidung wäre ein weiterer bärischer Faktor für das Pfund. Obwohl das Pfund in den vergangenen Wochen deutliche Zugewinne verzeichnet hat, haben sich sowohl das geopolitische als auch das wirtschaftliche Umfeld erneut eingetrübt. Daher bleibt vor dem Hintergrund der aktuellen Nachrichtenlage ein erneuter Rückgang ein plausibles Szenario. Allerdings sollten endgültigere Schlüsse erst nach der Bekanntgabe der Entscheidung der Bank of England gezogen werden.

Im 4-Stunden-Chart ist GBP/USD vom 76,4%-Fibonacci-Retracement bei 1,3277 nach oben abgeprallt, hat zugunsten des Pfunds gedreht und sich nach Ausbildung einer bullischen Divergenz im CCI-Indikator in Richtung 1,3348 bewegt. Die heutige Kursentwicklung wird deutlich stärker vom Nachrichtenfluss als vom technischen Bild abhängen. Aus langfristiger Sicht haben die Bullen die Initiative zurückgewonnen, doch ohne ausreichende fundamentale Unterstützung dürfte es schwierig werden, den Aufwärtstrend aufrechtzuerhalten.
Commitments of Traders (COT) Report

Die Stimmung in der Gruppe der Non-commercials ist in der neuesten Berichtswoche weniger bärisch geworden, bleibt aber insgesamt weiterhin bärisch. Die Zahl der von spekulativen Händlern gehaltenen Long-Positionen ist um 13.197 gestiegen, während die Short-Positionen um 2.495 zurückgingen. Der aktuelle Bestand liegt bei rund 64.000 Long-Positionen gegenüber 119.000 Short-Positionen. Die Lücke verringert sich, wodurch sich der Vorteil der Bären abschwächt. Zuvor war die bärische Dominanz unangefochten, doch vor dem Hintergrund der veränderten Fundamentaldaten ist der Ausblick nun weniger einseitig.
Ich rechne weiterhin nicht mit der Wiederaufnahme eines anhaltenden Abwärtstrends beim Pfund. Kurzfristig wird die Marktrichtung jedoch weniger von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken abhängen als von Dauer, Ausmaß und Folgen des Konflikts im Nahen Osten. In den vergangenen Monaten hatten sich die Märkte zunehmend auf ein Friedensszenario eingestellt, doch die Verhandlungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten sind gescheitert, bevor nennenswerte Fortschritte erzielt werden konnten. Zudem gibt es keine Garantie dafür, dass sie in absehbarer Zeit wieder aufgenommen werden.
Wirtschaftskalender
Vereinigtes Königreich
- Bank of England Zinsentscheid (11:00 UTC)
- MPC-Abstimmungsergebnis zu den Leitzinsen (11:00 UTC)
- Bank of England Geldpolitische Erklärung (11:00 UTC)
- Rede von Bank of England Gouverneur Andrew Bailey (13:15 UTC)
Vereinigte Staaten
- Kern-PCE-Preisindex (12:30 UTC)
- BIP-Wachstumsrate 2. Quartal (12:30 UTC)
- Persönliche Einkommen und Ausgaben (12:30 UTC)
Der Wirtschaftskalender für den 30. Juli umfasst sieben wichtige Ereignisse, wobei der Bank of England Sitzung und die Rede von Gouverneur Andrew Bailey voraussichtlich die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen werden. Entsprechend könnten die fundamentalen Entwicklungen die Marktstimmung im Verlauf des Handelstags erheblich beeinflussen.
GBP/USD Prognose und Trading-Tipps
Short-Positionen können in Betracht gezogen werden, wenn das Paar auf dem Stundenchart unter 1,3348 schließt, mit Abwärtszielen bei 1,3298 und 1,3238. Long-Positionen können in Betracht gezogen werden, wenn sich das Paar oberhalb von 1,3348 stabilisiert, mit Aufwärtszielen bei 1,3397 und 1,3458.
Die Fibonacci-Retracement-Niveaus werden auf dem Stundenchart von 1,3140–1,3557 und auf dem 4-Stunden-Chart von 1,3158–1,3655 angelegt.