
US-Aktienindex-Futures legten zunächst zu, gestützt durch starke Quartalsergebnisse von Microsoft, gaben die Gewinne später jedoch wieder ab, als sich die Spannungen zwischen den USA und Iran verschärften und das jüngste Protokoll der Federal Reserve einen eher restriktiven Ton erkennen ließ.
Die Aufmerksamkeit der Anleger galt zudem einem deutlichen Kursrückgang der Meta-Aktie, der die Nervosität im Technologiesektor weiter verstärkte.
Futures auf den S&P 500 lagen gegen 09:49 Uhr Moskauer Zeit etwa 0,1 % im Plus bei 7.361,50 Punkten. Futures auf den Nasdaq 100 gewannen 0,39 % auf 27.448,50 Punkte, während Dow-Jones-Futures mit rund 51.764,0 Punkten nahezu unverändert notierten.
Der anfängliche Optimismus folgte auf eine „schwarze“ Sitzung an der Wall Street, in der deutliche Verluste im Technologiesektor – insbesondere bei Chipherstellern – weitgehend die ansonsten soliden Unternehmensberichte zunichtemachten. Die Händler wurden jedoch nicht nur durch geopolitische Risiken verunsichert: Die Schwankungen in der Asien-Session, in der der stark chipabhängige KOSPI zwischen kräftigen Gewinnen und Verlusten pendelte, signalisierten ebenfalls ein unruhiges Umfeld für die Wall Street.
Microsoft sorgte zunächst für Rückenwind. Die Aktie von Microsoft sprang im nachbörslichen Handel am Mittwoch um fast 9 % nach oben, nachdem das Unternehmen ein starkes viertes Geschäftsquartal (per Ende Juni) vorgelegt hatte, getragen von Wachstum bei Azure und einer robusten Nachfrage nach KI-Lösungen. Das Unternehmen erhöhte seine Umsatz- und Cloud-Prognosen. Zudem senkte Microsoft seine Capex-Prognose für 2026 auf 175 Mrd. USD von zuvor 190 Mrd. USD, und die Investitionsausgaben im ersten Quartal fielen mit rund 50 Mrd. USD etwas niedriger aus – ein willkommenes Signal für Anleger, die sich wegen der hohen Ausgaben für KI und Rechenzentren sorgten.
Meta hingegen enttäuschte: Die Aktie von Meta Platforms fiel im nachbörslichen Handel um rund 7 %, nachdem die Ergebnisse für das zweite Quartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren und der Ausblick für das dritte Quartal enttäuschte. Das Unternehmen erhöhte die Untergrenze seiner Capex-Prognose für 2026 auf 130–145 Mrd. USD von zuvor 125–145 Mrd. USD. Die Ergebnisse von Meta verdeutlichten die zunehmende Spannung zwischen umfangreichen KI-Investitionen und Restrukturierungskosten, die teilweise die Erlöse aus dem Kerngeschäft mit digitaler Werbung aufzehren.
Die Berichte von Microsoft und Meta bilden den Auftakt zu einer arbeitsreichen Tech-Woche – Amazon und Apple legen am Donnerstag ihre Zahlen vor. Die negative Tendenz an der Wall Street am Mittwoch spiegelte den doppelten Druck aus Schwäche im Halbleitersektor und Anzeichen für eine mögliche Verschärfung der Geldpolitik wider. Die Fed beließ die Zinsen wie erwartet unverändert, doch das Treffen offenbarte eine wachsende Spaltung innerhalb des geldpolitischen Ausschusses über den weiteren Kurs. Fed-Chef Kevin Warsh lieferte wenig Klarheit über konkrete nächste Schritte und bekräftigte im Wesentlichen nur das Bekenntnis zum Inflationsziel von 2 %.
Der frühe US-Handel bot damit ein Gemisch widersprüchlicher Signale: Starke Unternehmenszahlen wurden von geopolitischen Spannungen und geldpolitischen Risiken überlagert, sodass der Markt äußerst sensibel auf neue Daten und Kommentare reagiert.