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FX.co ★ Der Dollar ist im Spiegelkabinett verloren

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Analysen:::2026-07-30T22:54:25

Der Dollar ist im Spiegelkabinett verloren

Schweigen ist Gold – aber nicht für den obersten Notenbanker. Kevin Warsh hat seinen gesamten Vorsitz aufs Spiel gesetzt, im Glauben, dass eine zurückhaltendere Federal Reserve ein klareres Bild davon liefert, was Anleger denken. Er erklärte, diese Strategie funktioniere. Doch nur eine Stunde später bewiesen die Märkte das Gegenteil.

Dynamik des Federal Funds Rate

Der Dollar ist im Spiegelkabinett verloren

Die Fed hat die Zinsen unverändert gelassen und auf Forward Guidance verzichtet. Begründet wurde dies mit einem starken Anstieg der realen Renditen von US-Staatsanleihen seit der Sitzung im Juni – einem der größten Zuwächse zwischen zwei Sitzungen in den vergangenen zwanzig Jahren. Laut Waller hat die Straffung der finanziellen Bedingungen einen Teil der Arbeit der Zentralbank bereits übernommen. Anleger hörten jedoch etwas anderes: Die Rendite 30-jähriger Anleihen sprang auf 5,2 %, der Dollar gab nach, und die Aktienmärkte gaben nach. Das ist ein klassisches Zeichen wirtschaftlicher Unsicherheit und untergräbt das Vertrauen in die Zentralbank.

Drei Notenbanker – Beth Hammack, Neel Kashkari und Lori Logan – forderten eine sofortige Zinserhöhung. Eine derart geschlossene Gegenstimme ist selten, und eine vierte oder fünfte abweichende Stimme in einem zwölfköpfigen Ausschuss wäre in der modernen Zeit beispiellos. Warsh selbst sprach von einem „guten Familienzwist“. Die DBS Group beschreibt die Lage jedoch anders: Der Vorsitzende habe die Märkte in ein „monetäres Spiegelkabinett“ geführt, in dem Investoren „im Dunkeln tappen“. In diesem Umfeld hat der US‑Dollar seinen Kompass verloren.

Dynamik der europäischen Wirtschaft

Der Dollar ist im Spiegelkabinett verloren

Unterdessen zeigt die Europäische Zentralbank deutlich größere Geschlossenheit. Der EZB-Rat deutet fast einstimmig auf eine Zinserhöhung im September hin, was dem Euro einen klaren Vorteil verschafft. Die Wirtschaft der Eurozone ist im zweiten Quartal unerwartet um 0,4 % gewachsen – doppelt so stark wie von Bloomberg prognostiziert – und beweist damit ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Krieg im Iran. Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien legten allesamt synchron zu.

Allerdings warnt Commerzbank, dass die Korrelation zwischen dem Euro und Öl deutlich stärker ist als die zwischen dem Dollar und Öl. Solange die Energiepreise im Zuge einer neuen Welle von US‑Angriffen auf den Iran und Attacken auf amerikanische Kräfte in Jordanien steigen, werden auch die Inflationserwartungen in der Eurozone weiter zulegen – anders als in den USA, die sich zuletzt vom Öl entkoppelt haben.

Dies schafft ein Paradoxon. Die EZB ist berechenbarer, aber von der Geopolitik abhängig. Die Fed ist unberechenbar, doch die Geopolitik gibt für sie nicht länger die Richtung vor. Nach Einschätzung von CIBC sollten drei Gegenstimmen im Anschluss an den einstimmigen Junibeschluss den Markt auf mögliche Zinserhöhungen im September vorbereiten – zumal neue militärische Spannungen die Energiepreise belasten. Die Sitzung des Komitees findet am 15. und 16. September statt.

Der Dollar ist im Spiegelkabinett verloren

Meiner Meinung nach war es für den Euro am Donnerstag eher unwahrscheinlich, seinen Vorteil zu festigen, solange sich der Ölpreis nicht klar in eine Richtung bewegt. Es sei denn natürlich, Warsh selbst weist den Weg aus seinem Spiegelkabinett.

Aus technischer Sicht zeigt das Tageschart von EUR/USD einen Angriff auf den Widerstand am Pivot-Niveau von 1,1470. Gelingt den Bullen dieses Vorhaben, könnten Trader die von 1,1405 aus aufgebauten Long-Positionen ausweiten.

Analyst InstaForex
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