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FX.co ★ US-Dollar: Spiel auf zwei Ebenen

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Analysen:::2026-08-10T09:18:24

US-Dollar: Spiel auf zwei Ebenen

Der US-Arbeitsmarkt lieferte eine Überraschung. Der am 7. August veröffentlichte Bericht zeigte einen Verlust von 23.000 Arbeitsplätzen gegenüber Prognosen von einem Zuwachs um 80.000–88.000, während die Daten für Mai und Juni zusammen um insgesamt 103.000 Stellen nach unten revidiert wurden. Die Arbeitslosenquote sank von 4,2 % auf 4,1 %, allerdings nur, weil Menschen den Arbeitsmarkt verließen – die Erwerbsquote fiel auf 61,4 %.

Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im September fiel von 55 % auf 44 %, und die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen sanken um 8 Basispunkte. US-Treasuries legten kräftig zu, und der Dollar-Index gab nach.

Der CFTC-Bericht vom Freitag spiegelte eine schnelle Veränderung der spekulativen Positionierung wider: Die aggregierte Long-Position im USD wurde in der Berichtswoche um 12,5 Milliarden US-Dollar auf 35,9 Milliarden US-Dollar reduziert – der schnellste wöchentliche Rückgang seit fast zwei Jahren. Der Abbau erfolgte hauptsächlich über den japanischen Yen: Nach der Währungsintervention reduzierten Spekulanten ihre Short-Positionen im JPY um 117.939 Kontrakte, was etwa 9,4 Milliarden US-Dollar entspricht.

US-Dollar: Spiel auf zwei Ebenen

Das sind zwei starke bärische Faktoren für den Dollar, doch seine Reaktion fällt bislang relativ verhalten aus. Der Grund dafür ist die Geopolitik.

Der Konflikt um die Straße von Hormus ist kein „nukleares“ Problem – diese Bezeichnung dient nur als Vorwand. Die eigentlichen Ziele der USA liegen in der Kontrolle über die globalen Energieflüsse.

In der vergangenen Woche hat das iranische Parlament ein Gesetz verabschiedet, das die Durchfahrt von US- und israelischen Schiffen durch die Straße von Hormus verbietet. Zudem stellte Teheran Washington ein Ultimatum in fünf Punkten: Reparationen für Kriegsschäden, ein Ende von Drohungen und Aggressionen, Aufhebung der Sanktionen und jeglicher Seeblockade sowie die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte. Die Vereinbarung mit Oman über neue Schifffahrtsrouten steht kurz vor dem Abschluss, doch die iranische Führung stellt klar, dass „dieses Abkommen allein nicht ausreicht“.

Die Märkte verlieren allmählich den Glauben an einen „schnellen Frieden“. Brent ist auf 84,46 US‑Dollar gestiegen, und der Dollar bleibt in nahezu jedem Szenario der Gewinner.

Szenario A: Die USA zwingen Iran in die Knie. Washington sichert sich die Kontrolle über die Straße von Hormus, erhält die Möglichkeit, die globalen Energieflüsse zu regulieren, und festigt seine geopolitische Dominanz in der Region. Das würde die weltweite Position der USA stärken, das Vertrauen in den Dollar als Reservewährung erhöhen und Kapital in US‑Vermögenswerte ziehen.

Szenario B: Eskalation und Blockade. Kommt keine Einigung zustande, werden die USA weiter iranische Exporte blockieren und höhere Ölpreise provozieren. Das würde Europa, Japan und andere energieimportierende Länder wirtschaftlich hart treffen. Der Dollar würde sich sowohl als sicherer Hafen aufwerten als auch deshalb, weil die US‑Wirtschaft im Vergleich zu ihren Rivalen relativ weniger von Ölimporten abhängig wäre.

Die USA haben hier Spielraum. Sie könnten eine eigene Wirtschaftskrise überstehen, ohne dass der Dollar kollabiert – schlicht deshalb, weil es anderen Ländern noch schlechter gehen könnte.

US-Dollar: Spiel auf zwei Ebenen

Das technische Bild für den Dollar-Index bleibt uneindeutig. Der Index hat von seinen Jahreshöchstständen mehr als 2,3 % verloren und den seit Mai bestehenden Aufwärtstrend nach unten durchbrochen. Ein schwacher Arbeitsmarkt schließt eine unmittelbare Straffung der Fed aus, was das Aufwärtspotenzial des Dollars begrenzt. Gleichzeitig stützen die geopolitische Unsicherheit und hohe Ölpreise die Nachfrage nach sicheren Anlagen. Der Index dürfte sich daher in der Nähe der aktuellen Niveaus bewegen, während die Märkte auf neue Inflationsdaten und geopolitische Signale warten.

Sollten sich die geopolitischen Spannungen verschärfen und die Inflationserwartungen wieder anziehen, könnten die Märkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed neu bewerten – ein bullisches Szenario für den USD. Die bärische Alternative – Entspannung der geopolitischen Risiken und schwächer als erwartete Inflationsdaten – würde dem Dollar beide Stützen entziehen, erscheint aktuell jedoch weniger wahrscheinlich als das bullische Szenario.

Fazit: Der US‑Dollar verbleibt in einer Zone der Unsicherheit. Schwache Arbeitsmarktdaten und gesunkene Zinserhöhungserwartungen üben Abwärtsdruck aus, doch der geopolitische Faktor stützt den USD weiterhin. Da der Iran‑Konflikt den Dollar nahezu unabhängig vom Ausgang tendenziell begünstigt und technische Indikatoren auf eine Seitwärtsbewegung hindeuten, ist das wahrscheinlichste Szenario eine Konsolidierung um die aktuellen Niveaus mit kurzfristigen Ausschlägen bei der Volatilität.

Analyst InstaForex
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