Bitcoin und Ethereum befinden sich weiterhin in einer Korrekturphase, die noch sehr lange andauern könnte. In den vergangenen anderthalb Monaten konnten Ethereum und Bitcoin zwar eine leichte Erholung verzeichnen, doch es gibt nach wie vor keine Anzeichen dafür, dass der Abwärtstrend, der im vergangenen Jahr begonnen hat, beendet ist. Das fundamentale Umfeld für den Kryptomarkt bleibt schwach, was sich vor allem in einer geringen Spot-Nachfrage, Kapitalabflüssen in den Bereich Künstliche Intelligenz sowie dem entschlossenen Kurs der Fed zeigt, die Inflation auf 2 % zu senken – was mindestens auf eine über einen längeren Zeitraum hinweg straff gehaltene Geldpolitik hindeutet. Daher sehen wir weiterhin keinen Grund für eine nachhaltige Rallye bei Bitcoin und Ethereum.
Unterdessen haben Experten von CryptoQuant Privatanleger davor gewarnt, zu versuchen, das Markttief zu „erwischen“. Sie berichten, dass der Anteil des Bitcoin-Angebots im Gewinn auf 51 % gefallen ist – den niedrigsten Stand seit drei Jahren und historisch betrachtet ein Indikator, der einer Akkumulationsphase vorausgeht. Mit anderen Worten: Bitcoin wird bereits auf Niveaus gehandelt, auf denen in der Vergangenheit neue Haussephasen begonnen haben. Allerdings ist die Lage nicht so einfach. Wir haben häufig betont, dass historische Daten zwar nützlich sind, es jedoch naiv wäre, davon auszugehen, dass jeder neue Bitcoin-Zyklus denselben Regeln folgt wie die früheren. Unserer Ansicht nach spricht nichts dagegen, dass Bitcoin mittelfristig weiter fällt und deutlich unter 50.000 US‑Dollar rutscht. Man muss verstehen, dass der Anteil der „unter Wasser“ liegenden Bitcoin-Positionen theoretisch jeden Wert annehmen kann. Wenn Anleger derzeit nicht bereit sind, „digitales Gold“ zu kaufen und das Angebot an den Börsen die Nachfrage übersteigt, wird es – unabhängig davon, was irgendwelche Indikatoren signalisieren – keine Aufwärtsbewegung geben.
Die Experten von CryptoQuant wiesen zudem darauf hin, dass das „Markttief“ ein sehr dehnbarer Begriff ist. Seine Ausbildung kann sehr lange dauern. Vielen Marktteilnehmern fehlt möglicherweise die nötige Geduld – aus Angst vor weiteren Kursrückgängen. Um das „Tief zu erwischen“, braucht es daher nicht nur Überzeugung, sondern auch Geduld. Wir fügen hinzu, dass wir die aktuellen Niveaus des „digitalen Goldes“ nicht für das Markttief halten und daher weitere Rückgänge bei der führenden Kryptowährung erwarten.

Handelsempfehlungen für BTC/USD
Bitcoin befindet sich weiterhin in einem ausgeprägten Abwärtstrend. Wir rechnen weiter mit einem Rückgang in den Bereich von 57.500 US-Dollar (dem 61,8%-Fibonacci-Level des dreijährigen Aufwärtstrends), auch wenn dieses Niveau im Wesentlichen bereits angelaufen wurde. Wir gehen nicht davon aus, dass der Abwärtstrend bereits beendet ist. Das letzte bärische FVG-Muster hat sich im Bereich von 68.000–70.700 US-Dollar im Tageschart gebildet, sodass diese Zone in den kommenden Wochen als POI für Short-Positionen dient. Im 4-Stunden-Chart ist Bitcoin erneut abwärtsgerichtet, die Bewegungen dürften jedoch weiterhin unruhig und schwankungsintensiv bleiben. Trader können Einstiege aus lokalen Mustern in Betracht ziehen, wir würden derzeit jedoch nicht mit starken Trendbewegungen rechnen.
Handelsempfehlungen für ETH/USD
Im Tageschart setzt sich der Abwärtstrend fort, der im August des vergangenen Jahres begonnen hat. Das zentrale Verkaufssignal bleibt der bärische Order Block im Wochenchart. Wir gehen nicht davon aus, dass der aktuelle Abwärtstrend beendet ist, da es weder bei Bitcoin noch bei Ether Anzeichen für eine Trendwende gibt. Derzeit läuft die zweite Korrekturwelle weiter, die sich zuletzt in eine Seitwärtsphase (Flat) verwandelt hat. In einem Flat-Markt kann man nur von dessen Grenzen aus handeln; die anschließende Richtung wird erst nach dem Ende der Seitwärtsphase bestimmt. An der oberen Begrenzung des Seitwärtskanals (1.800–1.942 US-Dollar) hat sich weder eine Abweichung noch ein Muster ausgebildet, daher liegen aktuell keine Handelssignale vor. Ether befindet sich genau in der Mitte des Kanals.
Kommentare zu den Charts
CHOCH steht für Change of Character / Bruch der Trendstruktur. Liquidity bezeichnet die Stop-Loss-Orders der Trader, die von Market Makern genutzt werden, um ihre Positionen aufzubauen. FVG bedeutet Fair Value Gap (Bereich mit Preisineffizienz). Der Preis bewegt sich häufig schnell durch solche Zonen, was auf das Fehlen einer Marktseite hindeutet. Später kehrt der Kurs typischerweise in diese Bereiche zurück und reagiert auf diese Zonen. IFVG steht für Inverted Fair Value Gap. Nach einer Rückkehr in eine solche Zone reagiert der Preis nicht, sondern bricht sie impulsiv und testet sie anschließend von der anderen Seite.
OB bedeutet Order Block. Eine Kerze, auf der ein Market Maker eine Position eröffnet hat, um Liquidität einzusammeln und anschließend seine eigentliche Position in die entgegengesetzte Richtung aufzubauen.
