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FX.co ★ Gold schöpft wieder Luft

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Analysen:::2026-08-19T09:58:39

Gold schöpft wieder Luft

Die Ruhe vor dem Sturm kann trügerisch sein. Am Dienstag verzeichnete Gold den schwächsten Tag seit fast einem Monat, nachdem ein Ausverkauf bei US-Staatsanleihen die Renditen der 30-jährigen Papiere auf ein fast zwanzigjähriges Hoch getrieben hatte. Am Mittwoch konnte das Metall wieder etwas Luft holen: Der Verkaufsdruck auf Treasuries ließ nach, und der Druck auf das nicht verzinste Edelmetall nahm etwas ab.

Die Erholung von Gold über 4.400 USD je Unze wurde durch die Nachfrage von Anlegern und Käufe von Zentralbanken gestützt, insbesondere aus China. Laut der Fondsmanager-Umfrage von Bank of America stieg der Anteil der Befragten, die Gold als unterbewertet ansehen, auf den höchsten Stand seit März 2023.

Doch die Geopolitik ist bereit, diese Entwicklung zu durchkreuzen. US-Präsident Donald Trump erklärte, dass derzeit keine Gespräche mit Teheran stattfinden und dass das Memorandum of Understanding zur Straße von Hormus ohne Verlängerung ausgelaufen ist. In einem solchen Szenario wirkt energiegetriebene Inflation als direkter Gegenwind für die Fed und damit für XAU/USD: Steigende Ölpreise treiben die Inflation nach oben, höhere Inflation zwingt die Zentralbank, die Zinsen länger hoch zu halten, und höhere Zinsen belasten zinsloses Gold.

Renditedynamik

Gold schöpft wieder Luft

TD Securities warnt, dass ein „erneuter Verkaufsdruck“ möglicherweise trotzdem ausbleibt, selbst wenn der jüngste Kaufimpuls bei dem Metall nachlässt. ING Bank erinnert daran, dass steigende Renditen von US-Staatsanleihen die Opportunitätskosten für das Halten eines nicht verzinsten Vermögenswertes erhöhen – eine klassische Form geldpolitischer Straffung für Gold.

Dennoch bereitet das lange Ende der Zinskurve dem Markt zunehmend Sorgen. Anleihegläubiger fürchten, dass Regierungen mit ihren Ausgaben in Schwierigkeiten geraten; das Haushaltsdefizit und die Unklarheit rund um den neuen Fed-Chef Kevin Warsh verstärken die Nervosität. Die 30-jährige Rendite auf einem 19-Jahres-Hoch spiegelt sowohl den Konflikt mit Iran als auch einen schuldenhungrigen Technologiesektor wider, der inmitten des KI-Booms stark Kredite aufnimmt.

Viele Analysten sehen in dem Ausverkauf etwas Grundlegenderes – eine Wirtschaft, die sich hartnäckig weigert, sich zu verlangsamen, selbst bei Zinsen, die früher als hoch galten. Wenn die Krise von 2008 eine Ära sehr niedriger Zinsen eingeläutet hat, könnte die aktuelle Kehrtwende eine Rückkehr zu einer früheren Norm markieren, in der Geld wieder teuer ist.

Saxo Bank hält sogar ein Szenario für möglich, in dem der ungewöhnliche Hintergrund – steigende Renditen bei gleichzeitig steigendem Goldpreis – zur neuen Normalität wird: Die historische inverse Beziehung zwischen diesen Anlageklassen scheint vor den Augen des Marktes an Stärke zu verlieren.

Gold schöpft wieder Luft

Das Schicksal von Gold in den kommenden Tagen wird nicht am physischen Markt entschieden, sondern durch das Protokoll der FOMC-Sitzung im Juli und Kevin Warshs Rede in Jackson Hole. Wird sich die Marke von 4.400 US-Dollar halten, falls die Renditen von US-Staatsanleihen ihren Anstieg wieder aufnehmen?

Aus technischer Sicht droht XAU/USD im Tageschart die Bildung eines 1-2-3-Umkehrmusters. Ein Rückgang unter 4.310 US-Dollar wäre ein Verkaufssignal. Solange Gold über diesem Niveau bleibt, ist die Käuferseite im Vorteil.

Analyst InstaForex
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