Gold ist auf ein Drei-Monats-Hoch gestiegen, legte heute um 1,2 Prozent zu und überschritt die Marke von 4.650 US-Dollar je Unze. Silber bleibt mit 68,97 US-Dollar nahezu unverändert.

Der Grund für die Rally bleibt das Eingreifen des U.S. Treasury in den Anleihemarkt, das erneut Sorgen über einen schwächeren Dollar geweckt und Anleger in alternative Anlagen getrieben hat. In der vergangenen Woche verzeichnete das Metall seinen dritten wöchentlichen Anstieg in Folge und legte um mehr als 5 Prozent zu, nachdem das Department überraschend angekündigt hatte, die Rückkäufe von langfristigen Staatsanleihen auszuweiten. Dies drückte die Renditen und die amerikanische Währung deutlich nach unten.
Bemerkenswert ist, dass der Markt diese Ereignisse nicht als rein technische Maßnahme, sondern als Signal für ein tiefer liegendes Problem wahrnimmt. Die Versuche, die Finanzierungskosten durch direkte Eingriffe zu steuern, haben Befürchtungen geschürt, dass die Politik der USA das Vertrauen in den Dollar untergraben und andere Anlageklassen attraktiver machen könnte.
Treasury Secretary Scott Bessent hat seine Position nicht nur nicht abgeschwächt, sondern ist noch weiter gegangen: Er erklärte zum Ende der Woche, er sei bereit, den Rückkauf höher verzinster Wertpapiere auszuweiten. Zudem kündigte er an, dass die Regierung bald eine fiskalische Initiative vorlegen werde, um den höchsten Finanzierungskosten seit Jahren entgegenzuwirken.
Die Zuflüsse von Anlegern in Gold haben deutlich zugenommen: Goldbesicherte Exchange Traded Funds erhöhten ihre Bestände in der vergangenen Woche um mehr als 28 Tonnen – der größte Zuwachs seit Januar, als die rasante Rally den Goldpreis auf ein Rekordniveau knapp unter 5.600 US-Dollar je Unze trieb. Zwar gibt es weiteren Spielraum für eine Fortsetzung der Rally, doch dürfte eine gewisse Konsolidierung nach der jüngsten starken Bewegung notwendig sein.

Was das aktuelle technische Bild von Gold angeht, müssen die Käufer zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 4.656 $ überwinden. Dadurch eröffnet sich das Ziel bei 4.708 $, wobei ein Durchbruch darüber hinaus recht schwierig werden dürfte. Das äußerste Ziel liegt im Bereich von etwa 4.738 $. Kommt es hingegen zu einem Rückgang des Goldpreises, werden die Bären versuchen, die Kontrolle über das Niveau von 4.607 $ zurückzugewinnen. Gelingt ihnen das, würde ein Ausbruch aus dieser Spanne die Long-Positionen erheblich unter Druck setzen und Gold auf ein Tief von 4.546 $ drücken, mit der Aussicht auf einen Rückgang bis 4.481 $.