
Gold (XAU/USD) notiert am Donnerstag in der Nähe der wichtigen Marke von 4.600 US-Dollar und steuert auf das Wochentief zu, das am Vortag verzeichnet wurde. Das Edelmetall zeigt jedoch unterhalb der 9-Tage-EMA eine gewisse Widerstandsfähigkeit, da der Abwärtsdruck begrenzt bleibt, während sich die Marktteilnehmer mit neuen Positionen zurückhalten und auf die Rede des Vorsitzenden der US-Notenbank (Fed), Kevin Warsh, beim Jackson-Hole-Symposium am Freitag warten, um Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs der Fed zu erhalten. Diese Einschätzung wird sich wiederum deutlich auf die Entwicklung des US-Dollars auswirken und damit maßgeblich den Goldpreis beeinflussen.
Unterdessen haben die am Mittwoch veröffentlichten US-Inflationsdaten die Erwartungen einer mindestens einmaligen Zinserhöhung der Fed bis zum Jahresende leicht verstärkt. Insbesondere zeigten die vom Department of Commerce veröffentlichten Daten, dass der US-Preisindex für Personal Consumption Expenditures (PCE) im Juli im Jahresvergleich bei 3,7 % verharrte und damit über den Prognosen der Analysten lag. Der Kernwert, der schwankungsanfällige Preise für Nahrungsmittel und Energie ausklammert, blieb ebenfalls bei 3,3 %. Dies deutet darauf hin, dass die Inflation hartnäckig bleibt und die Diskussionen über die Notwendigkeit weiterer Zinserhöhungen oder eines längeren Verbleibs auf dem aktuellen Niveau wahrscheinlich anheizen wird.
Trotz der eher restriktiven Erwartungen hinsichtlich der Fed bleiben die Renditen von US-Staatsanleihen aufgrund der Anleihenkaufstrategie des US-Finanzministeriums niedrig. Der Optimismus über ein mögliches Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran sowie eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus bremst zudem das Aufwärtspotenzial des US-Dollars und stützt gleichzeitig den Goldpreis. Darüber hinaus berichten Medien, dass die Vereinigten Staaten und Iran eine neue Waffenruhe vereinbart haben, die in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden soll. Der stellvertretende iranische Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte außerdem, dass mit Oman eine Vereinbarung über eine vorübergehende Seehandelsroute für Schiffe, die diese Passage nutzen, getroffen worden sei, warnte jedoch, dass die Meerenge nicht vollständig wieder geöffnet werde, bevor die Vereinigten Staaten ihre Verpflichtungen aus dem im Juni unterzeichneten vorläufigen Friedensabkommen erfüllen. Dies führt zu einer erhöhten geopolitischen Risikoprämie, die wiederum Öl- und US-Dollar-Preise als sichere Häfen stützt und damit den Aufwärtsspielraum für Gold begrenzt.
Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, zunächst auf eine deutliche Belebung der Kaufaktivität und einen klaren Ausbruch über 4.700 US-Dollar beziehungsweise das Augusthoch zu warten, bevor Positionen eingegangen werden, die auf eine Fortsetzung des seit Monatsbeginn zu beobachtenden Aufwärtstrends bei XAU/USD setzen.
Aus technischer Sicht weist das Edelmetall kurzfristig einen bullischen Bias auf und notiert über der 200-Tage-SMA. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt nahe der überkauften Zone, was auf die Möglichkeit einer Korrektur hindeutet, während der MACD-Indikator weiterhin im positiven Bereich bleibt. Zusammengenommen deuten diese Indikatoren darauf hin, dass der Aufwärtsimpuls intakt ist, sich jedoch zunehmend überdehnt.
Vor diesem Hintergrund erscheint es angemessen, zunächst einen Ausbruch über 4.700 US-Dollar beziehungsweise das Augusthoch abzuwarten, bevor Long-Positionen mit Blick auf weiteres Aufwärtspotenzial eröffnet werden. Eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung könnte den Goldpreis in Richtung der wichtigen Marke von 4.750 US-Dollar treiben.
Auf der anderen Seite bietet die 9-Tage-EMA weiterhin Unterstützung gegen kurzfristige Rücksetzer. Eine tiefere Korrektur könnte den Preis in Richtung 4.500 US-Dollar beziehungsweise der 200-Tage-SMA führen. Ein Durchbruch unter dieses Niveau würde das bullische Szenario deutlich abschwächen.