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FX.co ★ Der Markt verschleiert Emotionen

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Analysen:::2026-08-31T07:56:11

Der Markt verschleiert Emotionen

Langsam und stetig gewinnt das Rennen. Doch der Aktienmarkt schien dieses Sprichwort im Licht des Treffens der Zentralbankchefs wörtlich auf die Probe zu stellen. Die Indizes gaben nach, während Fed-Chef Kevin Warsh sprach, legten eine Rally ein, als er eine Pause machte, und rutschten bis zum Abend wieder ab. Das Ergebnis war ein moderates Dahindriften des S&P 500 statt des üblichen Feuerwerks, das frühere Einzelauftritte in Jackson Hole typischerweise kennzeichnet.

Performance der Aktienindizes

Der Markt verschleiert Emotionen

Formal sagte Kevin Warsh nichts Sensationelles. Der Markt griff jedoch zwei seiner Aussagen deutlich auf. Erstens tat er sich schwer damit, die finanziellen Bedingungen als restriktiv zu bezeichnen. Zweitens konnten ihn die Inflationsdaten des Sommers nicht von einer nachhaltigen Verbesserung des Abwärtstrends überzeugen. Die Logik ist klar: Zinsen dämpfen die Inflation über teurere Kredite, und wenn Kredite nicht teurer werden und die Preise nicht abkühlen, bedeutet das, dass die Zinsen nicht ausreichend angezogen wurden.

Der Futures-Markt reagierte umgehend: Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf der FOMC-Sitzung im September sprang auf 60 %. Gleichzeitig stiegen die kurzfristigen Renditen von US-Staatsanleihen, während die langfristigen hinterherhinkten. Das zeigt, dass der Markt für den Moment eine aggressivere Geldpolitik einpreist, langfristig aber an Disinflation glaubt. Im Kern hat die Fed damit genau die Reaktion erhalten, auf die sie gehofft hatte.

S&P 500-Reaktion auf Jackson Hole

Der Markt verschleiert Emotionen

Währenddessen schreibt Corporate America seine ganz eigene Geschichte. Die Gewinne der S&P-500-Unternehmen sind im zweiten Quartal laut LSEG-Daten um 53 % gestiegen, die Umsätze legten um fast 16 % zu. Selbst ohne die Berücksichtigung einzelner Giganten war das Gewinnwachstum so hoch wie seit Herbst 2021 nicht mehr; die Zahl der Unternehmen, die ihre Prognosen anhoben, lag dabei beinahe doppelt so hoch wie die der Unternehmen, die ihre Ausblicke senkten – ein kompletter Umschwung gegenüber 2025.

Tatsächlich wurde ein Teil dieser Feier durch Zölle finanziert. Laut Apollo Global Management verschaffen die erneuerten Zölle der Wirtschaft einen vorübergehenden, aber kräftigen Rückenwind und steuern im dritten Quartal über 4 Prozentpunkte zum BIP-Wachstum bei. Doch nicht alle Marktteilnehmer jubeln. Nvidia verlor 4,6 %, da Anleger die glänzenden Aussichten von KI gegen die steigenden Kapitalkosten im Zuge der strafferen Fed-Politik abwägen. Hinzu kommt der Rückgang des Verbrauchervertrauens laut der University of Michigan, was das Bild weniger eindeutig bullisch macht.

Der Markt balanciert heute also zwischen robusten Unternehmensgewinnen und der wachsenden Wahrscheinlichkeit einer noch falkenhaft(er) agierenden Fed. Die Risiken sind in etwa im Gleichgewicht, doch das Pokerface der Indizes dürfte nicht mehr allzu lange halten. Die Zeit wird zeigen, wer zuerst blinzelt: die Inflation oder die Investoren.

Der Markt verschleiert Emotionen

Meiner Meinung nach ist die derzeitige Ruhe trügerisch.

Aus technischer Sicht hat es der S&P 500 auf dem Tageschart nicht geschafft, das Fair-Value-Niveau von 7.750 zu testen. Infolgedessen haben sich die Risiken für die Ausbildung einer 1-2-3-Umkehrformation und einer deutlichen Korrektur erhöht, falls dieses Muster bestätigt wird. Ein Rückgang unter 7.695 wird kurzfristige Verkäufe auslösen.

Analyst InstaForex
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