Am vergangenen Freitag schlossen die Aktienindizes im Minus. Der S&P 500 fiel um 0,25 %, während der Nasdaq 100 um 0,52 % nachgab. Der Dow Jones Industrial Average verringerte sich um 0,02 %.
Bereits heute ist die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen, die sehr sensibel auf Zinsänderungen reagieren, um drei Basispunkte gesunken und hat damit den Sprung vom Freitag teilweise ausgeglichen, nachdem Kevin Warsh gewarnt hatte, dass sich die Inflation nicht spürbar abschwächt und die Notenbank noch viel Arbeit vor sich hat. Die Terminkontrakte setzen ihre Abwärtsbewegung heute fort, mit einem Minus von 0,2 % beim S&P 500 und einem Rückgang der Nasdaq-100-Futures um 0,05 %. Unterdessen hat sich der Dollar nach seinem stärksten Anstieg seit über zwei Monaten stabilisiert.
Das Ausmaß der Neubewertung der Erwartungen ist beeindruckend. Laut Swaps haben Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed auf der September-Sitzung auf 62 % angehoben, nach rund 34 % vor Warshs Rede. Zur Erinnerung: Noch Mitte August bewertete der Markt die Chancen einer Straffung im September auf etwa 30 %, sodass eine einzige Rede die gesamte Erwartungskurve faktisch neu gezeichnet hat.
Bemerkenswert ist, dass Warsh selbst auf einen direkten Hinweis verzichtete. Er erklärte, die finanziellen Bedingungen seien derzeit nicht restriktiv, und bezeichnete die Zinsen als das vorrangige Instrument der Fed zur Erfüllung ihres Mandats. Eine explizite Unterstützung für eine Anhebung im September äußerte er jedoch nicht. Diese Unklarheit hat zu einer Diskrepanz geführt zwischen dem Swaps-Markt, der eine Wahrscheinlichkeit von 62 % einpreist, und Analysten, die mit einer Pause rechnen.
Ein zusätzlicher Treiber heute ist die Geopolitik. Brent-Rohöl stieg um 2,8 % und näherte sich 91 US-Dollar je Barrel, nachdem Washington und Teheran erstmals seit etwa einem Monat wieder Schläge ausgetauscht haben. Zur Erinnerung: Noch in der vergangenen Woche hatte der Markt Fortschritte in den Verhandlungen zwischen Iran und Oman über einen temporären maritimen Korridor eingepreist; die aktuelle Eskalation bringt nun eine Ölprämie zurück – zusammen mit den Inflationsrisiken, vor denen Warsh gewarnt hatte.

In anderen Märkten ist das Bild gemischt. Der Yen gab leicht nach auf etwa 159,55 je Dollar, nachdem sich Tokios wichtiger Inflationsindikator den dritten Monat in Folge beschleunigt hatte. Gold fiel auf ungefähr 4.575 Dollar je Unze, Bitcoin rutschte knapp unter 80.000 Dollar, während sich Kupfer Rekordhochs näherte.