Gestern schlossen die Aktienindizes im Minus. Der S&P 500 fiel um 0,33 %, während der Nasdaq 100 um 0,12 % nachgab. Der Dow Jones Industrial Average sank um 0,70 %.

Globale Anleihen gaben im Wert nach, wobei die Renditen neue Höchststände erreichten. Ausschlaggebend waren Sorgen über eine steigende Inflation, die die Erwartungen befeuert haben, dass die Federal Reserve die Finanzierungskosten möglicherweise schon in diesem Monat anhebt. Die Rendite der 10-jährigen US‑Staatsanleihe stieg um zwei Basispunkte auf 4,77 % und erreichte damit den höchsten Stand seit Januar 2025. Japanische 10‑Jahres‑Anleihen erreichten mit 3 % erstmals seit 1996 diese Marke.
Wie ich bereits zuvor angemerkt habe, wurde die Verkaufswelle durch eine Neubewertung der Erwartungen nach der Rede von Kevin Warsh in Jackson Hole ausgelöst. Händler korrigierten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed im September auf 65 % nach oben, gegenüber lediglich 34 % vor der Rede. Ich erinnere daran, dass der Fed‑Vorsitzende die Notwendigkeit betonte, den Fokus auf die Preise zu legen, und das 2‑Prozent‑Ziel als feste und unverrückbare Marke bezeichnete. Bemerkenswert ist, dass diese Bewegung von mehr als nur geldpolitischen Erwartungen getrieben wird. Angesichts hoher Staatsausgaben, hartnäckiger Inflation und eines sprunghaften Anstiegs der Unternehmensverschuldung zur Finanzierung des Aufbaus von AI‑Infrastruktur verlangen Anleger eine höhere Entschädigung für das Halten von Anleihen.
Der September wird ein entscheidender Monat für die Entscheidungen der Zentralbanken sein. Swaps haben eine Zinserhöhung durch die ECB bei ihrer Sitzung am 10. September bereits vollständig eingepreist. Für die Reserve Bank of Australia am 29. September wird die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung mit 54 % beziffert, für die Bank of Japan am 18. September mit 92 %, und für die Reserve Bank of New Zealand später in dieser Woche mit 98 %. Da im Laufe des Monats die geldpolitischen Pfade aller großen globalen Zentralbanken sichtbar werden, entsteht für den Devisenmarkt ein enges Bewertungsfenster. Eine breit angelegte Bewegung hin zu einer Straffung der Geldpolitik durch die Zentralbanken könnte Druck auf das unverzinste Gold und den US‑Dollar ausüben.
Auf anderen Märkten legte Brent‑Rohöl im Zuge wieder aufgeflammter Konflikte im Nahen Osten kurzfristig um 1,2 % auf rund 91,55 US‑Dollar je Barrel zu, gab jedoch einen Teil dieser Gewinne wieder ab. Gold bleibt unter Druck und wird bei 4.425 US‑Dollar je Unze gehandelt.

Was den technischen Ausblick für den S&P 500 betrifft, besteht die Hauptaufgabe der Käufer heute darin, den nächstgelegenen Widerstandsbereich bei 7.698 USD zu überwinden. Dies würde auf weiteres Wachstum hindeuten und zugleich die Möglichkeit für einen Anstieg auf ein neues Niveau bei 7.718 USD eröffnen. Ebenso wichtig für die Bullen wird es sein, die Kontrolle über 7.737 USD zu behalten, was die Position der Käufer zusätzlich stärken würde. Kommt es im Zuge einer nachlassenden Risikobereitschaft zu einer Abwärtsbewegung, müssen sich die Käufer im Bereich von 7.679 USD behaupten. Ein Bruch unter dieses Niveau würde das Handelsinstrument rasch zurück auf 7.656 USD drücken und den Weg in Richtung 7.633 USD ebnen.