Startseite Notierungen Kalender Forum
flag

FX.co ★ US‑Dollar verschiebt seinen Angriff

parent
Analysen:::2026-09-01T14:08:38

US‑Dollar verschiebt seinen Angriff

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Dieses Prinzip ist im Forex-Markt aktueller denn je. Anleger analysieren nun schon seit drei Tagen die Rede von Fed Chair Kevin Warsh in Jackson Hole und versuchen herauszufinden, was eine tatsächliche Positionsaussage und was bloße Rhetorik war. Das Ergebnis ist, dass das Währungspaar EUR/USD wie eingefroren um die Marke von 1,16 verharrt und weder fallen noch steigen kann.

Monatliche Entwicklung des US-Dollar

US‑Dollar verschiebt seinen Angriff

Der US‑Dollar erhält derzeit Rückenwind aus drei Richtungen. Erstens durch die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten. US-Truppen griffen eine Insel in der Straße von Hormus an, woraufhin Iran mit Angriffen auf die VAE und Jordanien reagierte. Erstmals seit einem Monat tauschten die Konfliktparteien wieder direkte Schläge aus. Zweitens befeuert der damit verbundene Ölpreissprung die Inflationserwartungen. Drittens steigen die politischen Risiken in Deutschland. Der AfD-Slogan „Lasst uns gemeinsam Geschichte schreiben“ stößt auf Kundgebungen in Sachsen-Anhalt auf Resonanz, wo das Land am 6. September das Risiko einer ersten rechtsextremen Regierung seit dem Krieg eingeht.

Der Euro hat jedoch seinerseits einen Trumpf in der Hand. Die Inflation im Euroraum hat sich im August von 2,9 % auf 3,3 % gegenüber dem Vorjahr beschleunigt. Dies ist ein neuer zyklischer Höchststand, der in erster Linie auf die Energiepreise zurückzuführen ist. Die Kerninflation ging dagegen von 2,5 % auf 2,4 % zurück, während sich die Dienstleistungsinflation von 3,3 % auf 3,0 % verlangsamte. Nach Einschätzung von Experten von Bloomberg wird die EZB ihre Zinsen weiterhin vierteljährlich anheben, wobei der nächste Schritt möglicherweise auf der Sitzung im September erfolgt.

Entwicklung der Inflation in Europa

US‑Dollar verschiebt seinen Angriff

In der Zwischenzeit lässt sich die Fed nicht unter Druck setzen. Morgan Stanley geht davon aus, dass die Daten bis zur FOMC-Sitzung im September die Bewegung der Kerninflation in Richtung des 2%-Ziels bestätigen werden. Das bedeutet, dass es zu keiner Anhebung des Federal-Funds-Satzes kommen wird. Goldman Sachs erklärt den schwierigen Sommer für den US-Dollar mit politischer Unberechenbarkeit: Gezielte Interventionen am Yen- und US-Treasury-Markt hätten gezeigt, dass die Fed bereit ist, die Stärke des Greenback zugunsten anderer Anlageklassen zu opfern, und die mangelnde Transparenz in der Reaktionsfunktion der Notenbank habe den Druck noch verstärkt.

So wird der US-Dollar ebenso wie der Euro von mehreren widersprüchlichen Kräften in unterschiedliche Richtungen gezogen, und keine davon erringt derzeit einen klaren Sieg. Tatsächlich bleibt das Währungspaar zwischen geopolitischen Faktoren und makroökonomischen Daten ausbalanciert, bis beide Seiten eindeutigere Signale von ihren Notenbanken erhalten.

US‑Dollar verschiebt seinen Angriff

Wer wird zuerst seine Positionen aufgeben? Der US‑Dollar unter dem Gewicht seiner eigenen Unsicherheit oder der Euro unter der Last der Ölpreise und der deutschen Politik? Eine endgültige Antwort gibt es noch nicht.

Aus technischer Sicht zeigt das Währungspaar EUR/USD im Tageschart zunächst eine Korrektur aus der 20–80‑Spanne, gefolgt vom Auslaufen der Aufwärtsbewegung der Bullen und einer Rückkehr der Initiative zu den Bären. Die Unfähigkeit des Euro, sich an den Widerstandsmarken bei den Pivot‑Punkten 1,161 und 1,1595 zu behaupten, ist ein Schwächesignal für die Gemeinschaftswährung und liefert einen Ansatz für Verkäufe. Die Zielmarken liegen bei 1,154 und 1,147.

Analyst InstaForex
Artikel teilen:
parent
loader...
all-was_read__icon
Sie haben zur Zeit die besten Veröffentlichungen gesehen.
Wir suchen schon etwas Interessantes für Sie...
all-was_read__star
Kürzlich veröffentlicht:
loader...
Neuere Veröffentlichungen...