
Das Währungspaar GBP/USD zeigte am Freitag weder nennenswerte Volatilität noch interessante Bewegungen. Der Nonfarm-Payrolls-Bericht „zündete“ nicht. Händler hatten eine deutliche Bewegung in eine der beiden Richtungen sowie Hinweise auf die künftige Geldpolitik der Federal Reserve erwartet. In der Praxis geschah nichts dergleichen: keine Antworten, keine Bewegungen. Die Tagesvolatilität lag bei 67 Pips und damit sogar unter dem Wert des Vortags.
Im Kern hat der Nonfarm-Bericht nichts verändert. Ein einzelner Bericht kann den allgemeinen Zustand und die Dynamik des Arbeitsmarktes nicht umkehren. Zur Erinnerung: Im Januar 2026 wurden 160.000 neue Stellen geschaffen, während im Februar die Beschäftigung um 160.000 zurückging … Im März wurden 214.000 Stellen geschaffen; 63.000 im Mai, 31.000 im Juni und 21.000 im Juli. Ein einziger positiver Bericht ändert also das Gesamtbild nicht.
Da der Markt keine klaren Signale erhalten hat, richtet sich der Fokus nun auf den US-Inflationsbericht dieser Woche. Händler müssen erneut bis zum letzten Handelstag der Woche auf Antworten warten. Es kann allerdings gut sein, dass auch der kommende Freitag keine Klarheit bringt. Der Marktkonsens geht davon aus, dass die US-Inflation im August unverändert bei etwa 3,4 % bleibt. Welche Schlüsse lassen sich aus dieser Zahl ziehen? Die Abschwächung der Verbraucherpreisinflation ist zum Stillstand gekommen, und die weiteren Aussichten sind unklar. Endet der Konflikt im Nahen Osten, dürfte sich der disinflationäre Trend fortsetzen. Kommt es dagegen zu einer Eskalation und Ausweitung des Konflikts, wird die Inflation wieder anziehen. Ein US-Inflationswert um 3,4 % würde die Erwartungen an die Fed-Politik also nicht verändern.
Die Fed wird weiterhin nicht überstürzt den Leitzins anheben, weil der Arbeitsmarkt schwach bleibt. Sie wird aber auch nicht zu einer aggressiven Straffung übergehen, weil die Inflation langsam sinkt. Kevin Warsh dürfte zudem kaum geneigt sein, die Zinsen anzuheben, solange Donald Trump Druck auf die Fed ausübt. Noch am Freitag erklärte der US-Präsident, sollte die Fed sich weigern, die Zinsen zu senken, werde er den Handel mit Ländern einstellen, die Handelsüberschüsse gegenüber den USA erzielen. Noch einmal: Trump fordert niedrigere Zinsen, während der Markt … eine Anhebung erwartet?
Man darf nicht vergessen, dass Warsh nicht Jerome Powell ist. Vielleicht wird sich Warsh eines Tages vom Weißen Haus distanzieren, doch um zu diesem Punkt zu gelangen, muss er zunächst seine Unabhängigkeit vom Präsidenten demonstrieren. Wenn ihm das gelingt, wird der Markt verstehen, dass Entscheidungen ausschließlich auf Grundlage der makroökonomischen Daten getroffen werden. Solange Warsh diese Unabhängigkeit nicht unter Beweis stellt, bleiben wir bei der Einschätzung, dass die Fed-Politik derzeit stärker von Trump als von der Inflation oder dem Arbeitsmarkt abhängt.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares der letzten 5 Handelstage beträgt 54 Pips. Für das Pfund/Dollar-Paar gilt dieser Wert als „niedrig“. Am Montag, dem 7. September, erwarten wir daher eine Bewegung innerhalb einer Spanne zwischen 1,3460 und 1,3568. Der übergeordnete lineare Regressionskanal hat nach oben gedreht, was auf einen Aufwärtstrend hinweist. Der CCI-Indikator ist in den überverkauften Bereich eingetreten und warnt damit vor einem möglichen Ende der Korrektur.
Nächste Unterstützungsniveaus:
S1 – 1,3489
S2 – 1,3428
S3 – 1,3367
Nächste Widerstandsniveaus:
R1 – 1,3550
R2 – 1,3611
R3 – 1,3672
Handelsempfehlungen:
Das GBP/USD-Paar weist weiterhin einen Aufwärtstrend auf. Die Politik von Trump wird die US-Wirtschaft weiter unter Druck setzen, sodass wir nicht mit einer langfristigen Dollarstärke rechnen. Das Jahr 2026 war aufgrund der Geopolitik positiv für den Dollar, aber jede Entwicklung hat einmal ein Ende. Im Wochenchart bleibt das Paar innerhalb einer vierjährigen Aufwärtsbewegung in einer Seitwärtsphase zwischen 1,3150 und 1,3780, was die Erwartung weiterer Zugewinne des Pfund im mittelfristigen Bereich zulässt. Long-Positionen mit Zielen bei 1,3611 und 1,3672 können in Betracht gezogen werden, wenn sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, sind Short-Positionen mit Zielen bei 1,3460 und 1,3428 möglich.
Erklärungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu erkennen. Wenn beide ausgerichtet sind, ist der Trend stark.
- Die gleitende Durchschnittslinie (Einstellungen: 20, 0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend und die Handelsrichtung.
- Murray-Level sind Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilität den wahrscheinlichen Preiskanal für den nächsten Tag an.
- Wenn der CCI-Indikator in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) eintritt, signalisiert dies eine bevorstehende Trendumkehr.