Analyse GBP/USD 5M

Das Währungspaar GBP/USD verzeichnete am Freitag einen leichten Rückgang, ausgelöst durch sehr starke US Nonfarm Payrolls und eine unveränderte Arbeitslosenquote. Dennoch dürfte Tradern klar sein, dass man bei Nonfarm Payrolls, die die Prognosen um das Dreifache übertreffen und gleichzeitig mit Aufwärtsrevisionen für die beiden Vormonate einhergehen, eigentlich eine kräftige Marktbewegung und einen deutlichen Anstieg des US-Dollars erwarten würde. Stattdessen sahen wir innerhalb von etwa einer halben Stunde lediglich einen Anstieg des Dollars um 50 Pips – und nicht mehr. Damit fiel die Marktreaktion auf den Bericht äußerst verhalten aus, und Trader hielten es offenbar selbst bei einem so starken und wichtigen Wert nicht für nötig, den Dollar zu kaufen. Dies legt nahe, dass der Markt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve im September als gering einschätzt.
Gleichzeitig könnte die European Central Bank in dieser Woche tatsächlich eine Zinserhöhung beschließen – die zweite in diesem Jahr. Wie bereits erwähnt, zögert die Fed, während die ECB an der Zinsschraube dreht. Aus unserer Sicht ist es daher wahrscheinlicher, dass der Euro und das Pfund ihre Aufwärtsbewegung wieder aufnehmen, als dass der Dollar seine Rallye fortsetzt. Das garantiert keinen Anstieg des Pfunds, doch die Aussichten für die laufende Woche sind insgesamt recht positiv.
Aus technischer Sicht hat das Pfund den Abwärtstrend beendet, da die Trendlinie durchbrochen wurde. Kurzfristig könnte der Kurs in Richtung der Senkou Span B-Linie laufen, die die letzte Unterstützung für die Bären darstellt. Ein Durchbruch über diese Linie würde auf dem Stundenchart einen Übergang in einen Aufwärtstrend bestätigen.
Im 5-Minuten-Zeitrahmen bildeten sich am Freitag zwei Handelssignale, die jedoch beide schwer zu handeln waren. Zuerst durchbrach das Paar eine kritische Linie und prallte anschließend von 1,3480 ab. Das erste Signal entstand unmittelbar nach der Veröffentlichung der Nonfarm-Daten, sodass ein Einstieg praktisch kaum möglich war. Das zweite Signal ermöglichte es Tradern, einige Dutzend Pips mitzunehmen.
COT Report

Die COT-Berichte für das Pfund zeigen, dass nicht-kommerzielle Händler seit mehreren Monaten mit Short-Positionen dominieren. Die Netto-Position ist negativ, obwohl der langfristige Aufwärtstrend intakt ist. Angesichts der Ereignisse im Nahen Osten ist die hohe Nachfrage nach dem Dollar im ersten Halbjahr 2026 nicht überraschend. Der Krieg ist formal noch nicht beendet, und nur die Geopolitik könnte den Dollar kurzfristig stützen. Solange das Paar jedoch nicht unterhalb der Trendlinie schließt, ist nicht mit einem starken Rückgang zu rechnen.
Langfristig dürfte der Dollar sich aufgrund der Politik von Donald Trump weiter abschwächen, was im wöchentlichen TF deutlich wird. Der Handelskrieg wird in der einen oder anderen Form anhalten, und Trumps Politik tendiert dazu, den Dollar zu schwächen. Der langfristige Aufwärtstrend für das Pfund bleibt bestehen, wie die Trendlinie zeigt. Laut dem jüngsten COT (1. September) haben Non-Commercials 8.200 BUYs und 3.100 SELLs geschlossen, sodass sich die nicht-kommerzielle Netto-Position in dieser Woche um 5.100 Kontrakte verringerte.
Analyse GBP/USD 1H

Im Stunden-Chart (TF) könnte GBP/USD einen neuen Aufwärtstrend beginnen. Mittel- bis langfristig bleibt das Pfund weiterhin mit Aufwärtstendenz, daher wären weitere Kursgewinne logisch. Wir sehen nach wie vor keine überzeugenden Gründe für eine anhaltende Dollarstärke, und die wichtigen US-Berichte der vergangenen Woche haben dem Dollar keine nennenswerte Unterstützung geliefert.
Für den 7. September heben wir folgende wichtige Marken hervor: 1,3042–1,3050, 1,3096–1,3115, 1,3179–1,3187, 1,3301–1,3309, 1,3369–1,3377, 1,3465–1,3480, 1,3588, 1,3671–1,3681. Senkou Span B (1,3600) und Kijun-sen (1,3518) können ebenfalls Signale liefern. Setzen Sie den Stop-Loss auf Break-even, sobald sich der Kurs 20 Pips in die gewünschte Richtung bewegt. Die Ichimoku-Linien können sich im Tagesverlauf verschieben und sollten bei der Signalgenerierung entsprechend berücksichtigt werden.
Am Montag stehen weder in Großbritannien noch in den USA wichtige Veröffentlichungen an, daher ist mit einem ruhigen Handelstag inmitten einer insgesamt sehr ereignisreichen Woche zu rechnen. Die Volatilität dürfte gering sein.
Handelsempfehlungen:
Heute können Händler Short-Positionen mit Ziel bei 1,3369–1,3377 eröffnen, sofern sich der Kurs unterhalb der Zone 1,3465–1,3480 hält. Long-Positionen können bei einer Erholung (Bounce) von 1,3465–1,3480 mit Ziel 1,3588–1,3600 eröffnet werden.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Kursunterstützungs- und -widerstandszonen (Resistance/Support) — dicke rote Linien, an denen die Bewegung enden kann. Sie sind keine Quellen für Handelssignale.
- Kijun-sen und Senkou Span B — Ichimoku-Linien, die vom H4-Chart auf den Stunden-TF übertragen wurden. Es handelt sich um starke Linien.
- Extremum-Niveaus — dünne rote Linien, von denen der Kurs zuvor abgeprallt ist; sie dienen als Quellen für Handelssignale.
- Gelbe Linien — Trendlinien, Kanäle und andere charttechnische Formationen.
- Indikator 1 in den COT-Charts — Nettoposition jeder Händlerkategorie.