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FX.co ★ EUR/USD – Smart Money Analyse: Hat sich der Dollar zu schnell verstärkt?

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Analysen:::2026-09-15T15:42:58

EUR/USD – Smart Money Analyse: Hat sich der Dollar zu schnell verstärkt?

EUR/USD – Smart Money Analyse: Hat sich der Dollar zu schnell verstärkt?

Das Währungspaar EUR/USD hat in den vergangenen drei Tagen rund 100 Punkte verloren. Interessanterweise begann der Rückgang des Euro bereits am vergangenen Donnerstag, als die EZB eine durch und durch hawkishe Entscheidung traf, die es den Bullen eigentlich erlaubt hätte, ihre Aufwärtsbewegung fortzusetzen. Am entscheidendsten Punkt zogen sich die Bullen jedoch erneut zurück und gaben im Grunde kampflos auf. Zur Erinnerung: Der Hauptgrund für die derzeitige Stärke der Bären ist die Fed-Sitzung, auf der die Marktteilnehmer eine Straffung der Geldpolitik erwarten. Am Markt wird weiterhin heftig darüber diskutiert, ob Kevin Warsh in der Lage sein wird, sich vom Weißen Haus und Donald Trump persönlich, der ihn zum Vorsitzenden des FOMC ernannt hat, zu distanzieren und eine Entscheidung zur Straffung der Geldpolitik zu treffen. Ebenfalls wird darüber gestritten, ob es sinnvoll ist, die Zinsen ausgerechnet im September anzuheben. Die Meinungen gehen auseinander, und selbst einen Tag vor der Bekanntgabe des Ergebnisses gibt es trotz aller vorliegenden Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten keine eindeutige Antwort. Aus meiner Sicht stellt sich nun die Frage, ob der Dollar der Entwicklung vorausgeeilt ist und ob der Markt den Dollar zu aggressiv und ohne ausreichende Grundlage gekauft hat. Zweifellos ist eine Straffung der FOMC-Politik ein bullischer Faktor für die US-Währung, doch gleichzeitig steigt der Dollar nun schon seit drei vollen Tagen. Ist das nicht bereits eine ausreichende Reaktion auf eine noch gar nicht beschlossene hawkishe Fed-Entscheidung? Die bullische Imbalance 20 kann weiterhin als gültig angesehen werden, da ihr Ausgangsbereich nicht durchbrochen wurde. Damit haben die Bullen den Markt nicht verlassen, sie haben sich lediglich etwas zurückgezogen.

Insgesamt bleibt meines Erachtens der Informationshintergrund auf der Seite der Bullen. Erstens ist auf jedem Chart klar zu erkennen, dass der Euro seinen Anstieg von relativ niedrigen Niveaus im Vergleich zum Durchschnittspreis des vergangenen Jahres begonnen hat. Das bedeutet, dass weiterhin Aufwärtspotenzial besteht. Zweitens zweifelt der Markt nach wie vor daran, dass das FOMC im September die Geldpolitik straffen wird – unabhängig davon, welche Aussagen Warsh macht. Drittens fielen die jüngsten US-Konjunkturdaten überwiegend enttäuschend aus. Viertens liefern geopolitische Faktoren den Bären beziehungsweise dem Dollar keinen Rückenwind mehr. Fünftens hat die EZB ihre Geldpolitik im Jahr 2026 bereits zweimal gestrafft. Sechstens hat das US-Finanzministerium beschlossen, seine Käufe von Langfristanleihen zu erhöhen, was die Nachfrage nach dem Dollar verringert. Siebtens ist ein Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada entbrannt. Achtens präsentiert sich der US-Arbeitsmarkt 2026 nur geringfügig besser als 2025. Folglich sehe ich derzeit überhaupt keinen Grund für eine nachhaltige Bärenoffensive.

Das aktuelle Chartbild signalisiert einen Bruch der bullischen Dynamik, die gleichwohl noch Bestand haben könnte. Die bullische Imbalance 21 bot den Bullen eine hervorragende Gelegenheit, die bereits im Juni begonnene Aufwärtsbewegung fortzusetzen, doch dieses Muster wurde negiert. Die einzige Hoffnung der Bullen ruht nun auf der bullischen Imbalance 20, die bislang nicht als ungültig betrachtet werden kann. Eine Reaktion auf dieses Muster ist daher weiterhin möglich, wenngleich nun praktisch jeder weitere Rückgang des Euro, selbst ein minimaler, auch dieses Muster ungültig machen würde. Alles entscheidet sich morgen Abend.

Der konjunkturelle Hintergrund am Dienstag stieß bei den Tradern auf wenig Interesse, was sich deutlich in den Kursbewegungen widerspiegelt. Die am Morgen veröffentlichten ZEW-Konjunkturerwartungen lösten keinerlei Marktreaktion aus. Auch der wöchentliche ADP-Bericht konnte die Aufmerksamkeit der Händler nicht auf sich ziehen. Damit bleibt der Markt voll und ganz auf die Fed-Sitzung fokussiert, da nach wie vor keine verlässliche Aussage darüber möglich ist, welche Entscheidung getroffen wird.

Für die Bullen gibt es im Jahr 2026 weiterhin zahlreiche Gründe für einen Angriff. Strukturell und in der Gesamtschau haben sich Trumps politische Leitlinien, die im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Rückgang des Dollars geführt haben, nicht verändert. Derzeit erkenne ich trotz der hawkisen Ausrichtung des FOMC keine signifikanten unterstützenden Faktoren für die US-Währung. Geopolitische Faktoren, die in weiten Teilen der ersten Hälfte des Jahres 2026 die Nachfrage nach der US-Währung gestützt haben, tun dies inzwischen nicht mehr.

Terminkalender für die Vereinigten Staaten und die Europäische Union:

  • Europäische Union – Veränderung der Industrieproduktion (09:00 UTC).
  • Vereinigte Staaten – Veränderung der Einzelhandelsumsätze (12:30 UTC).
  • Europäische Union – Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde (17:00 UTC).
  • Vereinigte Staaten – FOMC-Zinsentscheid (18:00 UTC).
  • Vereinigte Staaten – Zinsprojektionen (Dot Plot) des FOMC (18:00 UTC).
  • Vereinigte Staaten – FOMC-Pressekonferenz (18:30 UTC).

Am 16. September weist der Wirtschaftskalender sechs Ereignisse auf, von denen wir die letzten drei hervorheben, die im Zusammenhang mit der Fed stehen. Der Einfluss des konjunkturellen Umfelds auf die Marktstimmung könnte am Mittwoch in der zweiten Tageshälfte erheblich sein.

EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:

Meiner Einschätzung nach befindet sich das Währungspaar weiterhin im Prozess der Ausbildung eines bullischen Trends, der ein Jahr lang pausiert hat. Der Informationshintergrund schlug vor sechs Monaten abrupt zugunsten der Bären um, doch der Trend selbst kann weder als aufgehoben noch als abgeschlossen gelten. Langfristig würde ich sagen, dass das Paar in einer Handelsspanne notiert. Diese Spanne hebt den übergeordneten Aufwärtstrend jedoch nicht auf. Somit könnten die Bullen ihre Aufwärtsbewegung im Jahr 2026 wieder aufnehmen, allerdings bleibt ihnen als letzte Chance nur noch die Imbalance 20. Eine bärische Imbalance könnte sich bereits heute ausbilden, was es Tradern in Zukunft ermöglichen würde, Short-Positionen zu eröffnen. Das Ziel für einen möglichen Rückgang des Euro könnte im Bereich von 1,1406–1,1434 liegen. Dies wäre jedoch nur dann der Fall, wenn die Imbalance 20 letztlich negiert wird.

Analyst InstaForex
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