
Das Währungspaar EUR/USD fand am Donnerstag keinen Anlass weder zur Freude noch zur Trauer. Seit der Bekanntgabe der Entscheidung der Federal Reserve ist mehr als ein Tag vergangen, und erst jetzt lassen sich klare Schlüsse ziehen, da sich der Markt beruhigt und die Emotionen gelegt haben. Als Erstes drängt sich der Eindruck auf, dass der Markt einen Vorwand gefunden hat, um noch mehr US-Dollar zu kaufen. Natürlich kann und sollte die Entscheidung der Fed als „hawkish“ eingestuft werden, aber war sie wirklich so hawkish, dass der Dollar nach einer Woche der Aufwertung noch einmal um 100 Pips zulegen musste? Zur Erinnerung: Der Markt begann bereits am vergangenen Donnerstag, eine Zinserhöhung der Fed einzupreisen, als die European Central Bank zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Straffung der Geldpolitik beschloss. Aus unbekannten Gründen behandelt der Markt die Straffung durch die ECB weiterhin als belanglos, während die Straffung durch die Fed, die zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erfolgt war, alles zu bedeuten scheint. Das ist der erste wichtige Punkt, und er darf nicht ignoriert werden.
Der zweite wichtige Punkt ist die Tatsache, dass der Dollar schon vor der Fed-Sitzung gefragt war und es auch danach blieb. Mancher mag sagen, das Ergebnis der Fed sei „hawkisher“ ausgefallen als erwartet. Aber was genau war daran „hawkisher“? Dass alle 12 stimmberechtigten FOMC-Mitglieder für eine Anhebung gestimmt haben? Hätte sich irgendetwas geändert, wenn es statt zwölf nur sieben gewesen wären?
Der dritte wichtige Punkt: Die Signale zu künftigen Zinserhöhungen fielen uneinheitlich aus. Einerseits wurde das Dot-Plot-Diagramm veröffentlicht, das eine nach oben revidierte mittlere Jahresendprognose für den Leitzins zeigte. Andererseits erklärte Kevin Warsh, es gebe keine klare Pfadvorgabe für den Leitzins.
Der vierte wichtige Punkt: Der Markt hat eine Zinserhöhung nun zum dritten Mal eingepreist. Zur Erinnerung: Nach den beiden Fed-Sitzungen im Sommer wertete der Dollar ebenfalls auf. Der Markt hat also die Straffungen im Sommer zweimal verarbeitet, dann fast eine Woche damit verbracht, die September-Sitzung vorwegzunehmen, und nach der Sitzung wurde der Dollar weiter gekauft, weil die Fed bis Jahresende möglicherweise noch einmal anheben könnte?
Wir möchten festhalten, dass selbst wenn die Entscheidung der Fed tatsächlich „hawkisher“ ausgefallen ist, der Markt dies bereits zum dritten oder vierten Mal verarbeitet hat. Gleichzeitig ignoriert er die Straffung der ECB nahezu vollständig. Wenn jemand diese Entwicklung für selbstverständlich hält, haben wir nichts dagegen einzuwenden – Trader haben viele unterschiedliche Ansichten. Wir sind jedoch der Meinung, dass der Dollar im Jahr 2026 aus einem Minimum ein Maximum herausholt. Dennoch bewegt sich das Paar im Wochenchart weiterhin in einem Seitwärtskanal, der bereits seit über einem Jahr besteht. Mit anderen Worten: Trotz eines äußerst positiven Jahres 2026 gelingt es dem Dollar immer noch nicht, einen anhaltenden langfristigen Aufwärtstrend auszubilden. Alles, was er zustande bringt, ist ein Hin- und Herpendeln innerhalb einer Seitwärtsrange.

Die durchschnittliche Volatilität des EUR/USD-Paares der letzten 5 Handelstage betrug zum 17. September 57 Pips und wird als „mittel“ eingestuft. Wir erwarten, dass das Paar am Freitag zwischen 1,1421 und 1,1535 gehandelt wird. Der höhere Linear-Regression-Kanal zeigt nach oben und signalisiert einen Aufwärtstrend. Der CCI ist zum zweiten Mal in den überverkauften Bereich eingetreten und hat zwei bullische Divergenzen ausgebildet, was auf ein mögliches Ende der Abwärtskorrektur hindeutet.
Nächste Unterstützungszonen:
S1 – 1,1475
S2 – 1,1414
S3 – 1,1353
Nächste Widerstandszonen:
R1 – 1,1536
R2 – 1,1597
R3 – 1,1658
Handelsempfehlungen:
Das EUR/USD-Paar setzt den Aufwärtstrend im 4-Stunden-Chart fort, was der Beginn einer neuen Welle eines globalen Aufwärtstrends in höheren Zeitrahmen sein könnte. Das übergeordnete fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt negativ, doch im Jahr 2026 sorgten zunächst die Geopolitik und anschließend die restriktive Haltung der Fed für starke Unterstützung der US-Währung. Gegenwärtig stützen diese Faktoren den Dollar jedoch nicht mehr. Bei Kursen unterhalb des gleitenden Durchschnitts kommen Short-Positionen mit Zielen bei 1,1421 und 1,1414 in Betracht. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts bleiben Long-Positionen mit Zielen bei 1,1658 und 1,1719 relevant.
Erklärungen zu den Abbildungen:
Regression Channels helfen dabei, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, bedeutet dies, dass der Trend derzeit stark ist;
Die Linie des Moving Average (Einstellungen 20,0, smoothed) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;
Murray Levels sind Zielzonen für Bewegungen und Korrekturen;
Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen den wahrscheinlichen Preiskanal, innerhalb dessen sich das Paar in den nächsten 24 Stunden auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren bewegen wird;
Der CCI-Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendwende in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.