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FX.co ★ Alle Mittel sind gut oder wie Japan es schafft, die Corona-Pandemie besser als andere Länder zu meistern

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Fotonachrichten:::2021-02-16T17:50:13

Alle Mittel sind gut oder wie Japan es schafft, die Corona-Pandemie besser als andere Länder zu meistern

3-C-Regel

Japanische Virologen vertraten gleich von Anfang der Massenansteckungen die Meinung, dass es nur wenig Sinn hätte, die Menschen total voneinander zu isolieren. Es wäre äußerst schwierig, alle Infizierten und ihre Kontakte im so stark bevölkerten Land zu identifizieren, geschweige denn, dass dafür enorme Menge an Tests notwendig wäre, die es zu Beginn der Pandemie natürlich nicht gab. Ein zusätzliches Problem bestand darin, dass die Krankheit bei meisten Bürgern überhaupt symptomlos oder mit schwachen Symptomen verlief. Statt alle wahl- und planlos zu testen, hat die Regierung das Problem eingehender analysiert und eingesehen, dass man sich vor der Ansteckung schützen kann, indem die sog. Drei-C-Regel angewendet wird. Sie besteht darin, drei Sachen entschieden zu vermeiden: closed spaces (verschlossene Räume), crowded places (überfüllte Orte) und closed contact settings (enge Kontakte). Für die Anwendung dieser Regeln ist überhaupt nicht nötig, sich in die eigenen vier Wände zurückzuziehen und zu warten, bis die Katastrophe vorbei ist. Wichtig ist dabei, dass all diese Maßnahmen nur empfohlen und nicht zwangsmäßig verhängt wurden.

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Neue Wege finden

Die Hauptregel der Japaner in Zeiten der Pandemie lautete folgendermaßen: Vertraue der Regierung und folge ihrer Empfehlungen. Die Regierung suchte inzwischen möglichst schnell die Wege, Bürger zu schützen. Neue Computertechnologien waren dabei von großem Nutzen. Mithilfe der Infektionsverbreitungsmodelle am schnellsten Computer der Gegenwart wurde beispielsweise festgestellt, dass schachbrett- oder quere Verteilung der Fahrgäste auf den Sitzplätzen in der U-Bahn, Maskentragen und gute Ventilation das Ansteckungsrisiko um gleich 75 % verringern können. Eine ähnliche Untersuchung wurde im Bezug auf die Restaurants durchgeführt, die dann eine Empfehlung erhielten, höchstens vier Gäste an einem Tisch zu setzen. Außerdem haben japanische Wissenschaftler zum Schluss gekommen, dass das neuartige Coronavirus doch eine Tröpfcheninfektion ist. Diese Tatsache lag allen Maßnahmen zugrunde, die die Regierung entwickelte. Der größte Teil der Bemühungen war darauf gerichtet, reine Luft und intensive Ventilation zu sichern. CO2-Messgeräte wurden überall in den öffentlichen Einrichtungen eingesetzt, um den Gehalt von Kohlendioxid zu kontrollieren und ihn unter 1.000 ppm zu halten. Nur bei Einhaltung dieser Voraussetzungen galt ein Raum als sicher.

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Maskenn

Das regelmäßige Maskentragen ist in Japan nicht neu. Noch vor der Pandemie waren viele daran gewöhnt, Mund und Nase zu bedecken. Die Statistik jedoch zeigt, dass nach der Einführung der Maskenpflicht und den Anweisungen zu deren richtige Nutzung sogar die Rate der Saisonkrankheiten wie Grippe stark zurückgegangen ist. Die Anzahl solcher Erkrankten ist 2020 hundertfach gesunken und es wurden in zehn Wochen nur 148 Grippefälle registriert. Zu beachten ist dabei, dass diese Zahl laut Statistik für vergangene Jahre in der Regel bei rund 17.000 liegt.

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Alle sind geimpft

Die wichtige Rolle im Kampf gegen die Corona-Pandemie spielt die Tatsache, dass die Impfungen für Kinder in Japan gemäß der entsprechenden Verordnung der Regierung eine Pflicht sind. Es dürfte einer der Gründe sein, weswegen die Bürger eine starke Immunität besitzen und auch diese neue Seuche besser ertragen. Außerdem gilt als wissenschaftlich bestätigt, dass die natürliche Immunität bei Menschen aus Asien etwas höher als bei Europäern ist. Klima und ungünstige Wetterbedingungen stärken die Widerstandsfähigkeit der Japaner mehr als irgendwelche Impfung.

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Kein Grund für Eile

Japan gehört zu den Ländern, in denen die Massenimpfungen nicht forciert werden. Erst im Februar begann man im Land mit der Verteilung der ersten Dosen. Dr. Jeremy Lim, außerordentlicher Professor an der Nationalen Universität Singapur, hat die Stellung der asiatischen Menschen gegenüber den Impfungen kurz, aber treffend formuliert: Es kommt nicht darauf an, wie schnell etwas gemacht ist. Wichtig ist die Leistung. Die Japaner scheinen ohne Bedenken an diesem Gesichtspunkt festzuhalten.

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