Das Währungspaar GBP/USD hält sich stabil vor der erwarteten Ankündigung von Trump über Zölle. Am Dienstag erreichte das Pfund ein Wochentief von 1,2878, nur um dann schnell wieder auf 1,29 zurückzukehren. Unterdessen bleiben andere wichtige Währungspaare vorsichtig und bewegen sich meist in engen Preisspannen.
Diese Preisbewegung beim GBP/USD wurde durch optimistische Äußerungen des britischen Ministers für Wirtschaft und Handel, Jonathan Reynolds, beeinflusst. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die gegenseitigen Zölle bald aufgehoben würden, basierend auf einer Vereinbarung zwischen dem Vereinigten Königreich und den USA.

Das Pfund reagierte positiv auf die Erklärung, obwohl es in Wirklichkeit eine leere Phrase war—derzeit gibt es keine laufenden Verhandlungen zwischen London und Washington, und es existiert nicht einmal ein grober Umriss eines zukünftigen Abkommens. Außerdem ist es schwierig, über Vereinbarungen zu sprechen, wenn die Details des neuen Zollplans unbekannt bleiben.
Nichts desto trotz hatte der insgesamt positive Ton des Ministers und seine Bereitschaft zum Dialog eine Wirkung, besonders im Kontrast zur kämpferischen Haltung der EU-Spitzenbeamten. So erklärte etwa die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, dass Brüssel bereit ist, strikte Gegenmaßnahmen zu ergreifen, "um in Zukunft aus einer Position der Stärke heraus zu verhandeln." Laut Politico könnte die EU die Lizenzvergabe für amerikanische Unternehmen verlangsamen, die Regulierungen für große US-Technologiefirmen verschärfen und Steuern für große US-Banken wie Bank of America und JP Morgan erheben.
In anderen Worten, während die EU sich darauf vorbereitet, den Handelskrieg zu eskalieren, signalisiert der britische Handelsminister die Bereitschaft, einen Kompromiss zu finden. Reynolds sagte, er glaube, die Zölle würden aufgehoben, sobald beide Seiten sich über die Bedingungen eines zukünftigen Abkommens einig sind. Er erwähnte, dass zuerst Kernprinzipien festgelegt werden könnten, gefolgt von detaillierteren Vereinbarungen "die den USA zusagen würden".
Diese Haltung erlaubte es GBP/USD-Käufern, sich vom Wochentief zu erholen, in den Bereich von 1,29 zurückzukehren und sogar den Widerstand bei 1,2940 (die obere Grenze der Kumo-Wolke im 4-Stunden-Chart) zu testen.
Interessanterweise ignorierten Händler den ADP-Bericht vom Mittwoch, der in der "grünen Zone" erschien. Statt der erwarteten 118.000 neuer Jobs im US-Privatsektor lag die Zahl bei 155.000. Während der ADP-Bericht oft als führender Indikator vor den Nonfarm Payrolls angesehen wird, korrelieren die beiden Berichte nicht immer. Ein starker ADP-Wert unterstützt typischerweise den US-Dollar—diesmal jedoch nicht. Erstens war das Ergebnis nicht so beeindruckend—es blieb unter der entscheidenden 200.000-Marke. Zweitens ignorieren Händler in Dollar-Paaren makroökonomische Daten größtenteils unabhängig von ihrem Ton. Zum Beispiel fiel der ISM Manufacturing Index am Dienstag unerwartet in den kontraktiven Bereich (49,0), während der ADP-Bericht die Erwartungen übertraf. Trotzdem fokussierten sich die Händler auf das Hauptereignis des Tages: Trumps Ankündigung.
Kann dem Aufwärtsimpuls von GBP/USD getraut werden? Meiner Meinung nach—nein. Trotz der versöhnlichen Rhetorik des britischen Ministers waren seine Kommentare vage und spekulativ. Es gibt keine Garantie dafür, dass die Verhandlungen bald beginnen werden, geschweige denn erfolgreich sein werden. Somit ist es unwahrscheinlich, dass das Pfund eine unabhängige Rallye aufrechterhält—die Richtung von GBP/USD wird vom US-Dollar abhängen, der auf das Ergebnis von Trumps Zollplan wartet.
Insiderberichte in den US-Medien variieren hinsichtlich der Schwere des Plans. Einige sagen, Trump werde einen universellen Zoll von 20 % auf alle Länder einführen—was 33 Billionen Dollar im globalen Handel betrifft. Andere schlagen vor, dass das Weiße Haus niedrigere, länderspezifische Zölle erheben wird. Eine dritte Version besagt, dass Zölle auf alle Länder angewendet werden, jedoch mit einem differenzierten Ansatz.
Die Spannung bleibt hoch und wird bis zur letzten Minute bestehen, was starke Volatilität wahrscheinlich macht. Die "gespannte Feder" wird sich entfalten, und die einzige Frage ist, in welche Richtung sie schnappen wird—zum Dollar hin oder gegen ihn. Sollte sich der Plan als weicher herausstellen als erwartet, wird der Dollar aufgrund gelockerter Rezessionsängste wahrscheinlich steigen. Umgekehrt würde die härteste Version des Plans stark auf dem Greenback lasten. Das Pfund in GBP/USD wird keine andere Wahl haben, als dem Dollar zu folgen, da ihm die Stärke für eine unabhängige Bewegung fehlt.
Daher, trotz des aktuellen Anstiegs von GBP/USD, wird nicht empfohlen, Long-Positionen (oder Shorts) einzugehen. Am besten blieb man am Mittwoch und Donnerstag aus dem Markt, während Händler die Auswirkungen des neuen Zollplans einschätzen.