Am Mittwoch fiel das EUR/USD-Paar auf das 50,0% Retracement-Level bei 1,1590, drehte dann zugunsten des Euro und kehrte in die Widerstandszone von 1,1637–1,1645 zurück. Ein Rückprall von dieser Zone würde die US-Währung begünstigen und einen erneuten Rückgang in Richtung 1,1590 unterstützen. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1637–1,1645 würde den Händlern Anlass geben, ein weiteres Wachstum in Richtung des 76,4% Fibonacci-Levels bei 1,1695 zu erwarten. In den letzten Wochen hat sich der Markt seitwärts bewegt.

Das Wellenbild auf dem Stundenchart bleibt einfach und klar. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle brach die vorherigen Tiefs nicht, während die letzte Aufwärtswelle fast alle jüngsten Hochs durchbrach. Somit könnte sich der Trend erneut in Richtung "bullisch" verschieben, auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer Seitwärtsbewegung besteht. Die jüngsten Arbeitsmarktdaten und eine Änderung der Fed-Politikerwartungen unterstützen die Bullen.
Am Mittwoch gab es keine Wirtschaftsmeldungen. Der Markt verarbeitete weiterhin die Nachrichten über die Entlassung von Lisa Cook sowie neue Zölle gegen Indien. In beiden Fällen war der Initiator Donald Trump. Händler reagierten gelassen auf diese Entwicklungen, obwohl meiner Meinung nach die Bullen allen Grund hatten, eine neue Offensive zu starten. Ein neuer Vorstoß ist wahrscheinlich erst nach einer Konsolidierung über 1.1637–1.1645 zu erwarten. Diese Woche ist das Nachrichtenumfeld sehr schwach, weshalb Händler möglicherweise bewusst pausieren, bis wichtigere Informationen eintreffen. Nächste Woche wird es reichlich geben, wobei die US-Arbeitsmarktdaten entscheidend für die Zinsentscheidung der Fed im September sein werden. Erinnern wir uns, dass Händler nach einer achtmonatigen Pause eine Zinssenkung erwarten, obwohl Zweifel bestehen, da die Inflation zwar noch sehr langsam steigt, aber stark beschleunigen könnte, was eine Lockerung der Politik in der Zukunft unmöglich machen würde.

Auf dem 4-Stunden-Chart hat sich das Paar erneut zugunsten der US-Währung gewendet und sich unterhalb von 1,1680 konsolidiert. In letzter Zeit wurde dieses Niveau zu oft durchbrochen, um als zuverlässig zu gelten, daher empfehle ich nicht, darauf zu achten. Der Stundenchart ist weitaus aussagekräftiger und enthält mehr Ebenen. Heute sind in keinem Indikator aufkommende Divergenzen sichtbar. Das Seitwärtsmuster ist auch auf dem 4-Stunden-Chart deutlich zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Bericht:

In der letzten Berichtswochen haben professionelle Händler 6.420 Long-Positionen und 3.106 Short-Positionen eröffnet. Die Stimmung der Gruppe "Nicht-kommerziell" bleibt dank Donald Trump optimistisch und verstärkt sich im Laufe der Zeit. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen beläuft sich nun auf 253.000 im Vergleich zu 134.000 Shorts — fast ein zweifacher Unterschied. Beachten Sie auch die große Anzahl grüner Zellen in der obigen Tabelle, was auf starke Zunahmen bei Euro-Positionen hinweist. In den meisten Fällen steigt das Interesse am Euro weiter, während das Interesse am Dollar abnimmt.
Seit 28 aufeinanderfolgenden Wochen reduzieren große Spieler ihre Shorts und erhöhen ihre Longs. Trumps Politik bleibt der bedeutendste Faktor für Händler, da sie langfristige strukturelle Probleme für die US-Wirtschaft verursachen könnten. Trotz mehrerer wichtiger Handelsabkommen zeigen einige wichtige Wirtschaftsindikatoren weiterhin Rückgänge.
Nachrichtenkalender für die USA und die Eurozone:
- USA – Änderung des BIP im Q2 (12:30 UTC)
- USA – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (12:30 UTC)
Am 28. August enthält der Wirtschaftskalender zwei Einträge, von denen keiner besonders wichtig ist. Der Nachrichtenhintergrund am Donnerstag wird kaum Einfluss auf die Marktstimmung haben.
Prognose für EUR/USD und Händlerempfehlungen:
Verkäufe waren möglich nach einem Schlusskurs unter 1.1695 auf dem Stundenchart, mit einem Ziel im Bereich 1.1637–1.1645. Das nächste Ziel bei 1.1590 wurde ebenfalls erreicht, aber der Markt befindet sich derzeit in einer Seitwärtsbewegung. Käufe waren möglich nach einem Rückprall bei 1.1590 auf dem Stundenchart, mit einem Ziel bei 1.1695. Heute können diese Trades offen bleiben, solange eine Konsolidierung über 1.1637–1.1645 stattfindet.
Fibonacci-Gitter sind vom 1.1789–1.1392 auf dem Stundenchart und vom 1.1214–1.0179 auf dem 4-Stundenchart aufgebaut.