
Heute steigt das Währungspaar EUR/GBP zum zweiten Mal in Folge. Trotz schwacher deutscher Wirtschaftsdaten setzte das Paar seine Aufwärtsbewegung fort. Der Markt richtet nun sein Augenmerk auf den bevorstehenden vorläufigen Bericht zum deutschen Verbraucherpreisindex (CPI).
Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) stiegen die Einzelhandelsumsätze in Deutschland im Juli um 1,9 % im Vergleich zum Vorjahr – unter den Erwartungen von 2,6 % und den vorherigen 4,9 %. Auf monatlicher Basis fielen die Umsätze um 1,5 %, was ebenfalls schlechter war als der prognostizierte Rückgang von 0,4 %.
Die Protokolle der EZB-Sitzung vom Juli zeigen, dass der Regulator dazu tendiert, die Inflationsrisiken über einen Zweijahreshorizont hinweg zu senken, angesichts schwächerer Wachstumsprognosen und der Auswirkungen der US-Zölle. Einige Mitglieder des Direktoriums merkten jedoch an, dass langfristige Risiken aufgrund von Unsicherheiten auf dem Energiemarkt und Währungsschwankungen nach oben verschoben werden könnten.
Das Potenzial für weiteres Wachstum beim EUR/GBP-Paar könnte durch die Stärke des Pfunds begrenzt sein. Die Bank of England behält eine restriktive Haltung bei, und die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen im Jahr 2025 bleibt gering. Der Inflationsdruck im Vereinigten Königreich steigt weiter an, wobei sich der CPI im Juli im Jahresvergleich auf 3,8 % beschleunigte, nach dem Wert im Mai.
Aus technischer Sicht gelang es den Preisen, über die 9-Tage-EMA auszubrechen, was den bullischen Schwung bestätigt, obwohl sich ein Widerstand bei 0,8675 gebildet hat. Wenn diese Marke durchbrochen wird, sollte das runde Niveau von 0,8700 leicht erreicht werden, gefolgt von einem Widerstand bei 0,8730 auf dem Weg zum Hoch im Juli bei etwa 0,8753.
Auf der anderen Seite fand das Paar Unterstützung bei 0,8635, dem Tief der asiatischen Sitzung. Die nächste Unterstützung liegt bei 0,8610 vor dem runden Niveau von 0,8600; ein Durchbruch darunter würde einen bärischen Ausblick bestätigen. Der Relative Strength Index (RSI) ist jedoch über die 50-Marke gestiegen, was darauf hindeutet, dass weiteres Aufwärtspotenzial für das Paar vorhanden ist.