
Der japanische Yen erholt sich leicht, nachdem er am Montag zuvor auf ein fast zweiwöchiges Tief gegenüber einem stärkeren US-Dollar gefallen war, obwohl die allgemeine Stimmung vorsichtig negativ bleibt. Der Mangel an klaren Plänen für weitere Zinserhöhungen durch die Bank of Japan belastet weiterhin den Yen, während erhöhte geopolitische Risiken die Attraktivität des Dollars als sicherer Hafen erhöhen und seine Dominanz weiter verstärken.
Im Dezember erhöhte die Bank of Japan ihren Leitzins auf ein 30-Jahres-Hoch von 0,75 % und stellte fest, dass künftige geldpolitische Schritte von den wirtschaftlichen Bedingungen abhängen würden. Laut Quellen wird die Bank of Japan voraussichtlich aktive Diskussionen über zusätzliche Zinserhöhungen aufnehmen, falls die Frühjahrsverhandlungen über kurzfristige Maßnahmen einen deutlichen Anstieg der Löhne bestätigen.
Trotzdem bleiben Investoren vorsichtig und äußern Zweifel an der Geschwindigkeit der geldpolitischen Straffung. Sie glauben, dass staatliche Energiesubventionen, stabile Reispreise und niedrige Treibstoffkosten dabei helfen werden, die Inflation zumindest bis 2026 zu begrenzen. Vor diesem Hintergrund schwächt sich der Yen weiter ab.
Die Situation wurde weiter durch Berichte verkompliziert, dass die Delta Force der US-Armee eine Operation in Venezuela durchgeführt hat, bei der Präsident Nicolas Maduro und seine Frau festgenommen wurden. Dies geschieht vor dem Hintergrund mangelnden Fortschritts bei der Lösung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine, interner Instabilität im Iran und Spannungen in Gaza—Faktoren, die die geopolitische Unsicherheit aufrechterhalten und die Position des Dollars als sichere Hafenwährung stärken.

Die US-Währung hat einen Zweiwochenhochpunkt erreicht, obwohl ihr Potenzial für weitere Gewinne durch die Erwartungen einer bevorstehenden Zinssenkung durch die Federal Reserve - möglicherweise schon im März, mit einer weiteren Senkung später im Jahr - begrenzt ist.
Ein zusätzlicher hemmender Faktor für den Dollar ist die Besorgnis über die Unabhängigkeit der Federal Reserve unter der Regierung von Donald Trump, die das weitere Wachstum des USD/JPY-Paares behindern könnte.
Gleichzeitig stehen die zurückhaltenden Erwartungen bezüglich der Fed-Politik im Kontrast zu den Prognosen einer schrittweisen Normalisierung der Geldpolitik durch die Bank of Japan. Mögliche Währungsinterventionen könnten auch die Verluste des Yen begrenzen, was Vorsicht unter den Händlern erfordert, die auf weitere Gewinne im USD/JPY abzielen.
Um bessere Handelsmöglichkeiten zu identifizieren, sollte heute auf die Veröffentlichungen von US-Daten geachtet werden, die die Erwartungen hinsichtlich der Fed-Zinssenkungen formen werden. Die kommende Woche verspricht ereignisreich zu werden: Am Montag wird der ISM Manufacturing PMI veröffentlicht, und am Freitag steht der wichtige Nonfarm Payrolls-Bericht an, der als wichtiger Bezugspunkt für Marktteilnehmer dienen wird.
Aus technischer Sicht hat sich eine starke Unterstützung auf dem Niveau von 156,30 gebildet, wo sich der 9-Tage-EMA befindet. Ein Unterschreiten dieses Niveaus würde das runde 156,00-Niveau zur Hauptunterstützung machen. Der Widerstand wird nun auf dem runden Niveau von 157,00 gesehen, über dem das Paar dem Niveau von 157,30 gegenüberstehen würde. Solange die Oszillatoren im Tageschart positiv bleiben, sind die Bullen noch nicht bereit aufzugeben.