
Das Währungspaar AUD/JPY hat zum zweiten Mal in Folge eine starke Aufwärtsdynamik beibehalten und steigt zu Beginn der europäischen Sitzung am Montag in Richtung der runden Marke von 106,00, wodurch ein neues Hoch seit Juli 2024 erreicht wird. Die aktuelle Nachrichtenlage und fundamentale Rahmenbedingungen unterstützen im Allgemeinen das bullische Szenario und deuten darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für das Paar nach oben führt.
Der japanische Yen bleibt unter Druck angesichts der Unsicherheit bezüglich des Zeitpunkts der nächsten Zinserhöhung durch die Bank of Japan und den steigenden Spannungen in den Beziehungen zwischen Tokio und Peking. In der vergangenen Woche verschärfte China seinen Streit mit Japan, indem es Beschränkungen auf den Export von Dual-Use-Gütern, einschließlich einer Reihe von Seltenen Erden, verhängte. Dies erhöht die Risiken in den Lieferketten für japanische Hersteller und verstärkt den Druck auf den Yen, wodurch weitere Gewinne des AUD/JPY unterstützt werden.
Eine weitere Unsicherheitsquelle ist die innenpolitische Lage in Japan. Laut der Yomiuri erwägt Premierministerin Sanae Takaichi die Möglichkeit, in der ersten Jahreshälfte Februar vorgezogene Parlamentswahlen abzuhalten. Dies erhöht die politischen Risiken und verstärkt die Erwartungen einer weiteren Yen-Abwertung in naher Zukunft.
Im Gegensatz dazu erhält der australische Dollar Unterstützung durch die Erwartung einer weiteren Straffung der Geldpolitik durch die Reserve Bank of Australia (RBA) in absehbarer Zukunft. Der Zinsaussichten der RBA geben einen zusätzlichen positiven Impuls für den AUD/JPY und bestätigen im Allgemeinen einen günstigen kurzfristigen Ausblick für das Paar. Allerdings könnten Anleger, angesichts der vorsichtigen Stimmung auf den globalen Märkten, beim Eröffnen neuer Long-Positionen vorsichtig sein.
Zugleich unterstützt der vorherrschende geopolitische Hintergrund – einschließlich der US-Invasion in Venezuela, Drohungen von US-Präsident Donald Trump, militärische Gewalt als Reaktion auf Unruhen im Iran einzusetzen, der anhaltende Drang des Weißen Hauses, Grönland zu erwerben sowie der andauernde Russland-Ukraine-Konflikt – weiterhin die Nervosität der Investoren. Eine solche Risikokonfiguration könnte den Status des japanischen Yen als sichere Anlage stärken und zugleich als hemmender Faktor für den risikosensiblen australischen Dollar fungieren, was theoretisch das Potenzial für weitere Aufwärtsbewegungen im AUD/JPY in der aktuellen Phase begrenzen könnte.
Aus technischer Sicht handelt das Paar über allen wichtigen Indikatoren und hat die runde Marke von 106,00 erreicht, die zu einem Hindernis für weiteres Wachstum geworden ist. Die Oszillatoren im Tageschart sind positiv, aber der Relative Strength Index nähert sich dem überkauften Bereich, was auf die Möglichkeit einer Konsolidierung oder eines Korrekturrückgangs hindeutet.