Am Mittwoch drehte das Währungspaar EUR/USD zugunsten des US-Dollars und konsolidierte sich unter dem Fibonacci-Retracement-Niveau von 38,2 % bei 1,1889. Damit könnte die Abwärtsbewegung heute in Richtung des nächsten Fibonacci-Niveaus von 50,0 % bei 1,1830 anhalten. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1889 würde den Euro begünstigen und eine Wiederaufnahme des Anstiegs in Richtung des 23,6%-Retracement-Niveaus bei 1,1963 unterstützen.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt einfach. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nicht durchbrochen, und die neue Aufwärtswelle hat das letzte Tief ebenfalls noch nicht unterschritten. Daher bleibt der Trend „bullish“. Die Bullen haben lediglich eine kurze Pause innerhalb eines großangelegten Aufwärtsimpulses eingelegt, der ohne Donald Trump unmöglich gewesen wäre. Trump hat die Spannungen sowohl weltweit als auch innerhalb der USA bis zum Äußersten verschärft, und die Märkte reagieren weiterhin, indem sie aus der riskanten US-Währung mit ihren unsicheren wirtschaftlichen Perspektiven flüchten.
Am Mittwoch hat der Nachrichtenhintergrund eindeutig die Bären unterstützt, da beide US‑Berichte, von denen man erwartete, dass sie die Händler enttäuschen würden, deutlich optimistischer ausfielen als prognostiziert. Laut dem Nonfarm-Payrolls-Bericht wurden im Januar 130.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, was den Prognosen sehr gut entsprach. Die Arbeitslosenquote lieferte eine noch überraschendere Zahl – einen Rückgang auf 4,3 %. Infolgedessen erhielten die Bären die Gelegenheit zu einem Angriff, der jedoch sehr schnell endete.
Leider haben viele Händler eine andere, ebenso wichtige Komponente des Nonfarm-Payrolls-Berichts übersehen – die Revision der vorherigen Zahlen. Erstens wurde der Wert für Dezember um 2.000 nach unten revidiert. Das ist zwar gering, aber dennoch bemerkenswert. Zweitens wurden die Payrolls-Daten für das gesamte Jahr 2025 überarbeitet. Es stellte sich heraus, dass insgesamt nur 181.000 Arbeitsplätze geschaffen wurden – für das gesamte Jahr. Zur Erinnerung: 180.000 gelten als solider Wert für einen einzigen Monat, nicht für ein ganzes Jahr. So schwache Ergebnisse am Arbeitsmarkt hat man seit der Pandemie nicht mehr gesehen. Damals handelte es sich aber um einen erzwungenen Einbruch – wie ist es diesmal? Infolgedessen wurde die ordentliche Januar-Zahl durch die Revision für das gesamte Jahr 2025 in den Schatten gestellt.

Im 4-Stunden-Chart ist das Paar vom 100,0%-Retracement-Niveau bei 1,1919 gemäß dem neuen Fibonacci-Gitter abgeprallt und hat zugunsten des US-Dollars gedreht. Daher könnte der Rückgang in Richtung des 76,4%-Fibonacci-Niveaus bei 1,1813 anhalten. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1919 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Anstiegs in Richtung der Widerstandszone bei 1,2040–1,2066 erhöhen. Auf keinem der Indikatoren sind heute aufkommende Divergenzen zu beobachten.
Commitments of Traders (COT) Report:

In der vergangenen Berichtswoche eröffneten professionelle Trader 11.965 Long-Positionen und schlossen 19.262 Short-Positionen. Die Stimmung der Gruppe der „Non-commercial“-Trader bleibt „bullish“, wird von Donald Trump und seiner Politik gestützt und verstärkt sich im Zeitverlauf weiter. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen beläuft sich inzwischen auf 302.000 gegenüber 138.000 Short-Positionen. Das bedeutet einen mehr als doppelt so großen Vorteil für die Bullen.
Über dreiunddreißig Wochen in Folge reduzierten die Großanleger ihre Short-Positionen und bauten ihre Long-Positionen aus. Dann kam der „Shutdown“, und nun beobachten wir dasselbe Muster erneut: Professionelle Trader bauen weiter Long-Positionen auf. Die Politik von Donald Trump bleibt für die Trader der wichtigste Faktor, da sie zahlreiche langfristige strukturelle Probleme für die USA schafft – etwa eine Verschlechterung des Arbeitsmarkts und einen Rückgang des internationalen Ansehens. Zudem bereitet den Marktteilnehmern die mögliche Aushöhlung der Unabhängigkeit der Federal Reserve im Jahr 2026 sowie Trumps geopolitische Ambitionen Sorgen.
Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone:
- USA – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (13:30 UTC).
- USA – Verkäufe bestehender Häuser (13:30 UTC).
Am 12. Februar umfasst der Wirtschaftskalender zwei Termine, von denen ich keinen für besonders wichtig halte. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung könnte am Donnerstag eher gering ausfallen.
EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Ein Verkauf des Währungspaares war nach einem Schlusskurs unter 1,1889 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1830 möglich. Diese Positionen können heute weiter gehalten werden. Neue Kaufgelegenheiten können sich nach einer Gegenbewegung von 1,1830 im Stundenchart oder nach einem Schlusskurs über 1,1889 mit einem Ziel bei 1,1963 ergeben.
Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart von 1,1805–1,1578 und im 4-Stunden-Chart von 1,1919–1,1471 ausgehend berechnet.