Die veröffentlichten Daten drückten USD/JPY zurück in den Bereich um 153. Dennoch wirken Long-Positionen in diesem Währungspaar trotz des impulsiven Kursanstiegs weiterhin riskant, da es sich eher um eine korrigierende Gegenbewegung als um eine Trendwende zu handeln scheint. Erstens bleibt der Dollar angesichts der nachlassenden US-CPI relativ schwach, und zweitens ist der heute veröffentlichte Bericht nicht so stark, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Den veröffentlichten Daten zufolge ist das japanische BIP im vierten Quartal des vergangenen Jahres gegenüber dem Vorquartal um 0,1 % gewachsen. Einerseits war dies eine negative Überraschung, da die meisten Analysten mit einem stärkeren Anstieg um 0,4 % gerechnet hatten. Andererseits kehrte die Wirtschaft damit nach einem Rückgang um 0,7 % im vorangegangenen Quartal wieder auf einen Wachstumspfad zurück. Auf Jahresbasis legte das BIP um 0,2 % zu, nach einem Rückgang um 2,6 % im dritten Quartal.
Die Struktur des Berichts zeigt, dass der private Konsum, der für mehr als die Hälfte der japanischen Wirtschaft (bis zu 60 %) steht, im vierten Quartal um 0,1 % gestiegen ist. Auch hier gilt: Trotz der Abschwächung gegenüber dem Anstieg um 0,4 % im dritten Quartal ist das entscheidende Element das positive Vorzeichen selbst, denn höhere Konsumausgaben der Haushalte stützen die Binnennachfrage und verringern die Abhängigkeit vom Außenhandel.
Auch andere Komponenten der Veröffentlichung verzeichneten ein schwaches, aber positives Wachstum. So stiegen beispielsweise die Staatsausgaben um 0,1 % (der gleiche Zuwachs wie im dritten Quartal), und die Investitionsausgaben der Unternehmen legten nach einem Rückgang um 0,3 % im vorangegangenen Quartal um 0,2 % zu.
Der BIP-Deflator stieg im Jahresvergleich um 3,4 % und lag damit auf dem gleichen Niveau wie im dritten Quartal, während die meisten Analysten mit einem Rückgang auf 3,2 % gerechnet hatten. Das deutet darauf hin, dass sich die Teuerung zwar nicht beschleunigt, aber hartnäckig erhöht bleibt.
Die Außenhandelszahlen fielen hingegen tatsächlich enttäuschend aus – ohne einschränkende Relativierungen. Zum zweiten Quartal in Folge wurden negative Handelsdynamiken verzeichnet: Die Importe gingen um 0,3 % zurück (nach einem Minus von 0,1 % im vorangegangenen Quartal), und die Exporte fielen um 0,3 % (nach einem Rückgang um 1,4 %).
Trotz der schwachen Entwicklung wichtiger Indikatoren ist es Japan jedoch technisch gelungen, nach der Kontraktion im Vorquartal eine Rezession zu vermeiden. Die „roten“ Vorzeichen bei den wichtigsten Kennzahlen belasteten den Yen, doch es wäre verfrüht, zu diesem Zeitpunkt von einer Trendwende im USD/JPY zu sprechen.
Der wichtigste „Anker“ für das Währungspaar bleibt die auseinanderlaufenden Erwartungen in Bezug auf die Geldpolitik der Bank of Japan und der Fed. Viele Marktteilnehmer rechnen weiterhin damit, dass die japanische Notenbank im April die Zinsen anheben wird, sobald die Ergebnisse der Shunto-Lohnverhandlungen (die jährlichen Gespräche zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern) vorliegen.
Unterdessen zeigen die Daten von CME FedWatch, dass Händler einer Zinssenkung der Federal Reserve zu Beginn des Sommers, bei der Juni-Sitzung – der ersten unter Kevin Warsh – eine Wahrscheinlichkeit von 70 % beimessen. Viele Marktteilnehmer erwarten zudem, dass der Schritt im Juni nicht die einzige Zinssenkung in diesem Jahr bleiben wird.
Zur Erinnerung: Die am Freitag veröffentlichten CPI-Daten spiegelten eine nachlassende Inflation in den USA wider: Die Gesamtinflation ging auf 2,4 % zurück (der niedrigste Wert seit April des vergangenen Jahres), nach zwei Monaten bei 2,7 %. Die Kernrate des CPI, ohne Lebensmittel und Energie, fiel auf 2,5 % und damit auf den niedrigsten Stand seit März 2021.
Mit anderen Worten: Im Januar näherte sich der CPI dem 2,0 %-Ziel der Fed an, statt sich in Richtung 3,0 % zu entfernen. Die Fed könnte dies als Beleg dafür werten, dass die Inflation beherrschbar bleibt – insbesondere, wenn der am Freitag zu veröffentlichende Kern-PCE-Preisindex ebenfalls einen Rückgang gegenüber der aktuellen Prognose von 2,8 % zeigt.
Damit liefert das aktuelle fundamentale Umfeld keine Grundlage für eine nachhaltige Rally im USD/JPY. Short-Positionen sollten nur in Betracht gezogen werden, falls das Währungspaar wieder unter 153,10 fällt. In diesem Fall würde das Paar erneut zwischen der mittleren und der unteren Linie der Bollinger-Bänder im Vier-Stunden-Chart handeln und unterhalb aller Linien des Ichimoku-Indikators notieren, was ein bärisches „Parade of Lines“-Signal erzeugen würde. Die Unterstützung (Kursziel für eine Abwärtsbewegung) liegt bei 152,50, dem unteren Bollinger-Band im H4-Zeitrahmen.