Im Stundenchart hat das Währungspaar GBP/USD am Montag einen weiteren Rücklauf an die Unterstützungszone von 1,3595–1,3620 vollzogen, während die Bullen abermals eine völlige Loslösung von den globalen Entwicklungen demonstrierten. Am Dienstagmorgen setzten die Bären das Paar stark unter Druck und erreichten einen Durchbruch unter die Marke von 1,3595–1,3620. Damit kann die Abwärtsbewegung der Kurse in Richtung der nächsten Unterstützungszone bei 1,3526–1,3539 anhalten. Eine Stabilisierung unterhalb dieser Zone würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung des Fibonacci-Levels von 100,0 % bei 1,3470 erhöhen.

Die Wellenstruktur bleibt „bärisch“. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief durchbrochen, während die letzte Aufwärtswelle nicht in der Lage war, das vorherige Hoch zu überwinden. Damit sich der Trend wieder auf „bullisch“ dreht, ist entweder eine Konsolidierung über dem letzten Hoch bei 1,3730 oder das Auftreten von zwei aufeinanderfolgenden Aufwärtswellen erforderlich. Das Nachrichtenumfeld war in den letzten Monaten für das Pfund schwach, doch auch aus den Vereinigten Staaten kamen nur selten wirklich optimistische Impulse für die Händler. Die Bullen werden regelmäßig von Donald Trump und der Schwäche des US-Arbeitsmarktes unterstützt.
Am Montag gab es im Vereinigten Königreich keine relevanten Nachrichten, während in den USA aufgrund des Feiertags – Presidents’ Day – nicht gehandelt wurde. Nein, es ist nicht der Geburtstag von Donald Trump. Heute Morgen wurden im Vereinigten Königreich mehrere wichtige Berichte veröffentlicht, doch die Bären brauchten im Grunde nur einen – die Arbeitslosenquote, die unerwartet auf 5,2 % gestiegen ist. Die Daten zu Löhnen und Arbeitslosenmeldungen wurden weitgehend ignoriert. Das Pfund ist erneut eingebrochen und lieferte damit einen weiteren Beleg für die Passivität der Bullen. Zur Erinnerung: In der vergangenen Woche hatten die Bullen allen Grund, in die Offensive zu gehen – sowohl aufgrund der Nonfarm Payrolls-Daten für das Gesamtjahr 2025 als auch wegen des Inflationsberichts für Januar. Doch sie haben es vorgezogen, diese Chance nicht zu nutzen. Genau – sie haben sich bewusst dagegen entschieden. Somit setzen die Bären ihre Angriffe derzeit nur deshalb fort, weil die Bullen nicht bereit sind, aktiv zu werden.

Im 4-Stunden-Chart prallte das Paar vom Fibonacci-Level von 127,2 % bei 1,3795 nach oben ab und setzt seitdem seine Abwärtsbewegung in Richtung der Unterstützungszone 1,3369–1,3435 fort. Der Abwärtstrend im Stunden-Chart ist noch nicht abgeschlossen. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,3795 würde Erwartungen auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends in Richtung 1,4020 ermöglichen. Auf keinem Indikator sind derzeit aufkommende Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report:

Die Stimmung der Händlerkategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichtswoche etwas weniger bullisch geworden. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen ging um 6.520 zurück, während die Short-Positionen um 5.379 zunahmen. Die Spanne zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun faktisch bei 88.000 gegenüber 114.000 und verengt sich insgesamt. In den letzten Monaten hatten die Bären die Oberhand, doch es scheint, als hätten sie ihr Potenzial möglicherweise ausgeschöpft. Zugleich stellt sich die Lage bei Euro-Kontrakten genau entgegengesetzt dar. Ich glaube nach wie vor unter keinen Umständen an einen Bärenmarkt beim Pfund.
Meiner Einschätzung nach wirkt das Pfund weiterhin weniger „gefährlich“ als der Dollar – und genau darin liegt sein Hauptvorteil. Kurzfristig könnte die US-Währung am Markt phasenweise Nachfrage genießen, aber nicht langfristig. Die Politik von Donald Trump hat zu einer deutlichen Verschlechterung am Arbeitsmarkt geführt, und das Federal Reserve System ist gezwungen, die Geldpolitik zu lockern, um die Schaffung von Arbeitsplätzen zu stimulieren. Auch die militärische Aggression der USA trägt nicht zur Zuversicht der Dollar-Bullen bei.
Terminkalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
- UK – Arbeitslosenquote (07:00 UTC).
- UK – Average Earnings Index (07:00 UTC).
- UK – Claimant Count Change (07:00 UTC).
- US – ADP Employment Change (13:15 UTC).
Am 17. Februar enthält der Wirtschaftskalender vier Veröffentlichungen, wobei den Berichten aus dem Vereinigten Königreich besondere Aufmerksamkeit gilt. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung am Dienstag wird sich in erster Linie am Morgen bemerkbar machen.
GBP/USD-Prognose und Trading-Tipps:
Verkäufe des Währungspaares waren nach einer Konsolidierung unterhalb der Marke von 1,3595–1,3620 im Stundenchart mit Ziel 1,3526–1,3539 möglich. Diese Positionen können heute offen gehalten werden. Käufe können bei einem Abprall vom Bereich 1,3526–1,3539 oder nach einer Konsolidierung über 1,3595–1,3620 im Stundenchart mit Ziel 1,3755 in Erwägung gezogen werden.
Fibonacci-Retracement-Gitter werden im Stundenchart von 1,3470–1,3010 und im 4-Stunden-Chart von 1,3431–1,2104 ausgehend gezogen.