Am Montag setzte das Währungspaar EUR/USD seinen Rückgang fort und erreichte am Dienstagmorgen das 50,0 %-Korrekturlevel bei 1,1830. Ein Rückprall von diesem Niveau würde den Euro begünstigen und einen Anstieg in Richtung des 38,2 %-Fibonacci-Levels bei 1,1889 unterstützen. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1830 würde den US-Dollar begünstigen und einen weiteren Rückgang in Richtung des 61,8 %-Korrekturlevels bei 1,1770 erwarten lassen.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt weiterhin einfach. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das Tief der vorherigen Welle nicht unterschritten, während die letzte Aufwärtswelle das vorherige Tief ebenfalls nicht durchbrochen hat. Somit bleibt der Trend weiterhin bullisch. Die Bullen haben inmitten eines groß angelegten Anstiegs eine kurze Verschnaufpause eingelegt, der ohne Donald Trump nicht möglich gewesen wäre. Trump hat die Spannungen sowohl weltweit als auch innerhalb der Vereinigten Staaten bis zum Äußersten verschärft, und die Märkte reagieren weiterhin, indem sie aus der riskanten US-Währung mit ungewissen wirtschaftlichen Aussichten flüchten.
Am Montag fehlte ein nennenswerter Nachrichtenhintergrund. In den Vereinigten Staaten wurde Presidents' Day begangen, und in der Europäischen Union wurde lediglich ein einziges Bericht veröffentlicht, der die Bullen selbst bei gutem Willen nicht hätte unterstützen können. Die Industrieproduktion für Dezember ging im Monatsvergleich um 1,4 % zurück. Obwohl die Prognosen noch schlechter ausfielen, konnte ein Rückgang der Produktion um fast 1,5 % den Euro nicht stützen. In den USA waren alle großen Banken und Handelsplätze geschlossen. Heute Abend werden die Protokolle der letzten FOMC-Sitzung veröffentlicht, auf der beschlossen wurde, die Parameter der Geldpolitik unverändert zu lassen. Auf den ersten Blick könnten die FOMC-Protokolle den US-Dollar stützen, da die Entscheidung zum ersten Mal seit vier Sitzungen nicht „dovish“ ausfiel. Allerdings sind seit dieser Sitzung drei Wochen vergangen, in denen die Daten zum Nonfarm Payrolls-Bericht, zur Arbeitslosenquote und zum Verbraucherpreisindex veröffentlicht wurden – allesamt Faktoren, die die Stimmung der FOMC-Mitglieder erheblich verändern könnten. Daher würde ich die Fed-Protokolle nicht als ein besonders wichtiges Ereignis einstufen.

Im 4-Stunden-Chart prallte das Paar vom Korrekturlevel von 100,0 % bei 1,1919 im neuen Fibonacci-Raster ab und drehte zugunsten des US-Dollars. Damit kann der Rückgang sich in Richtung des Fibonacci-Levels von 76,4 % bei 1,1813 fortsetzen. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1919 würde die Wahrscheinlichkeit eines anhaltenden Anstiegs in Richtung der Widerstandszone von 1,2040–1,2066 erhöhen. Auf keinem Indikator sind derzeit aufkommende Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report:

In der letzten Berichtswoche eröffneten professionelle Trader 16.403 Long-Positionen und schlossen 541 Short-Positionen. Die Stimmung der Gruppe der „Non-commercial“-Akteure bleibt dank Donald Trump und seiner Politik bullisch und verstärkt sich im Zeitverlauf weiter. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen beläuft sich mittlerweile auf 319.000, während die Short-Positionen 138.000 erreichen – ein mehr als doppelt so großer Vorteil für die Bullen.
Über dreiunddreißig Wochen in Folge reduzierten große Marktteilnehmer ihre Short-Positionen und bauten Long-Positionen aus. Danach begann ein „Shutdown“, doch nun sehen wir wieder dasselbe Muster: Professionelle Trader erhöhen weiterhin ihre Long-Positionen. Die Politik von Donald Trump bleibt der wichtigste Faktor für Trader, da sie zahlreiche Probleme verursacht, die langfristige und strukturelle Folgen für die Vereinigten Staaten haben werden – zum Beispiel eine deutliche Verschlechterung des Arbeitsmarktes (2025) und einen Rückgang des globalen Ansehens. Trader sind außerdem besorgt über einen möglichen Verlust der Unabhängigkeit der Federal Reserve im Jahr 2026 sowie über die geopolitischen Ambitionen von Donald Trump.
Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone:
- Eurozone — Verbraucherpreisindex Deutschland (07:00 UTC).
- Eurozone — ZEW-Index der wirtschaftlichen Erwartungen für Deutschland und die EU (10:00 UTC).
- USA — ADP-Beschäftigungsveränderung (13:15 UTC).
Am 17. Februar umfasst der Wirtschaftskalender drei Veröffentlichungen, von denen keine von besonderer Bedeutung ist. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung dürfte am Dienstag daher sehr begrenzt bleiben.
EUR/USD-Prognose und Trading-Tipps:
Ein Verkauf des Währungspaares war nach einem Schlusskurs unter 1,1889 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1830 möglich. Dieses Ziel wurde heute Morgen erreicht. Neue Short-Positionen können nach einem Schlusskurs unter 1,1830 mit einem Ziel bei 1,1770 in Betracht gezogen werden. Long-Positionen können bei einer technischen Erholung vom Niveau 1,1830 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1889 erwogen werden.
Die Fibonacci-Retracement-Gitter werden im Stundenchart von 1,1805–1,1578 und im 4-Stunden-Chart von 1,1919–1,1471 ausgehend konstruiert.