
Das Währungspaar AUD/USD tut sich schwer, an die gestrige Erholung von der Zone 0,7030–0,7025 anzuknüpfen und steht erneut unter Verkaufsdruck. Der Spotkurs hat im Tagesverlauf bereits 0,25 % eingebüßt, begünstigt durch eine moderate Aufwertung des US‑Dollars. Allerdings fehlt den Dollar-Bullen angesichts der Erwartung einer zurückhaltenden, „dovish“ ausgerichteten Geldpolitik der Federal Reserve die klare Überzeugung.

Insbesondere erklärte Austan Goolsbee von der Federal Reserve Bank of Chicago am Dienstag, dass bei einem Rückgang der Inflation in Richtung des 2%-Ziels in diesem Jahr zusätzliche Zinssenkungen möglich sein könnten. Dies steht im Einklang mit den schwachen US-Verbraucherinflationsdaten vom vergangenen Freitag, die den Fall für weitere Lockerungsmaßnahmen der Fed stützen und Dollar-Gewinne begrenzen.
Fortschritte in den Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran verringern das Risiko eines direkten Konflikts und fördern den Optimismus an den Aktienmärkten. Dies dämpft zusätzlich die Nachfrage nach dem US-Dollar als sicherem Hafen und stützt den risikosensiblen australischen Dollar. Zudem begrenzt der restriktive Kurs der Reserve Bank of Australia (RBA) den Abwärtsdruck auf AUD/USD. Anfang dieses Monats erhöhte die Zentralbank den Official Cash Rate (OCR) erstmals seit über zwei Jahren und bezeichnete den Arbeitsmarkt als überhitzt. Die RBA passte außerdem ihre Prognose für das BIP-Wachstum bis Juni nach oben auf 2,1 % an und rechnet im Jahr 2026 mit erhöhter Inflation, wodurch Spielraum für weitere Zinserhöhungen bleibt.
Eine derart deutliche Abweichung von der eher lockeren Haltung der Fed mahnt AUD/USD-Bären zur Vorsicht.
Für bessere Handelschancen ist es ratsam, auf die Veröffentlichung des FOMC-Protokolls zu warten, um klarere Signale zu den künftigen geldpolitischen Plänen der Fed zu erhalten. Der US-Index der persönlichen Konsumausgaben (Personal Consumption Expenditures, PCE) am Freitag wird zusätzliche Hinweise auf die Richtung des US-Dollars geben und damit die Dynamik des Währungspaares beeinflussen. Die monatlichen Beschäftigungsdaten Australiens, die später in dieser Woche anstehen, könnten ebenfalls für zusätzliche Volatilität bei AUD/USD sorgen.
Aus technischer Sicht bleiben die Oszillatoren positiv, und das Währungspaar notiert über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten. Der Kurs hält sich derzeit unter dem 9-Tage-EMA und nimmt den psychologisch wichtigen Bereich um 0,7100 ins Visier. Die Bullen behalten damit den Vorteil.