
Das Währungspaar GBP/USD setzte seinen Rückgang am Donnerstag fort. In der Analyse des EUR/USD-Paares haben wir bereits angedeutet, dass die aktuelle Bewegung nichts mit Logik, Makroökonomie oder Fundamentaldaten zu tun hat. In dieser Woche wurden die wichtigsten Daten im Vereinigten Königreich veröffentlicht, sodass die Analyse des GBP/USD-Paares uns zu einem klaren Schluss kommen lässt. Vielen Tradern dürfte dieser Schluss nicht gefallen.
Am Mittwoch stützten US-Daten zum Baugewerbe und zu den Aufträgen für langlebige Güter den Dollar. Dabei spielte es keine Rolle, dass die Aufträge für langlebige Güter um 1,4 % zurückgingen. Zudem deutete der am Mittwoch veröffentlichte britische Inflationsbericht auf einen möglichen Rückgang des Pfunds hin, da er der Bank of England Spielraum für eine weitere Lockerung der Geldpolitik signalisierte. Bereits am Vortag hatte auch der Arbeitsmarktbericht eher die Bären als die Bullen begünstigt. Auf Basis der Daten von Dienstag und Mittwoch ist es daher naheliegend, zu dem Schluss zu kommen, dass das britische Pfund aus fundamentaler Sicht zu Recht fällt. Aber warum setzte sich der Rückgang am Donnerstag fort, obwohl es weder in den USA noch im Vereinigten Königreich wichtige Ereignisse gab? Zumal bekannt wurde, dass China sich auf eine neue Welle von Verkäufen amerikanischer Staatsanleihen vorbereitet ...
Trotzdem steigt der Dollar fast jeden Tag weiter an – unabhängig davon, ob es wichtige Ereignisse oder Berichte gibt oder nicht. Daraus schließen wir, dass ein großer Teil der aktuellen Dollar-Stärke nicht mit dem makroökonomischen Umfeld zusammenhängt. Was geht also vor sich, und wie sollten sich Trader verhalten?
Unserer Ansicht nach ist es ratsam, sich auf technische Faktoren zu stützen, wenn der Markt völlig unlogische Bewegungen zeigt. Allerdings deuten diese überwiegend nach oben und nicht nach unten. Im Tageschart besteht weiterhin ein übergeordneter Aufwärtstrend, und im 4-Stunden-Chart ist der CCI-Indikator in den überverkauften Bereich eingetreten. All das spielt im Moment jedoch kaum eine Rolle, da der Dollar sowohl aus nachvollziehbaren als auch aus nicht nachvollziehbaren Gründen steigt. Wie lange der Rückgang noch andauern wird, ist derzeit nur sehr schwer abzuschätzen, da es weiterhin keine Korrelation zwischen Fundamentaldaten/Makroökonomie und den tatsächlichen Marktbewegungen gibt.
Daher wäre es aus unserer Sicht am sinnvollsten, ausschließlich innerhalb des Tages auf Stundenbasis und in noch kleineren Zeitrahmen zu handeln – und zwar auf Grundlage naheliegender Niveaus, Zonen und der Linien des Ichimoku-Indikators. Die unlogische Bewegung ist im kurzfristigen Bereich zu beobachten und sollte daher auch auf kleineren Charts gehandelt werden.
Übrigens könnte der Oberste Gerichtshof der USA heute eine Entscheidung zu Trumps Zöllen bekannt geben. Wir sagen „könnte“, weil er sein Urteil bereits im vergangenen November verkünden wollte, die Entscheidung aber immer wieder vertagt. Möglicherweise hängt die aktuelle Dollar-Stärke mit der Markterwartung einer Aufhebung von Trumps Zöllen zusammen. Oder mit einer möglichen Niederlage der Republikanischen Partei bei den Wahlen im November. Oder mit der Möglichkeit eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump nach einer Wahlniederlage im November.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares GBP/USD betrug in den letzten 5 Handelstagen bis zum 20. Februar 84 Pips. Für das Pfund/Dollar-Paar wird dieser Wert als „durchschnittlich“ betrachtet. Am Freitag, dem 20. Februar, erwarten wir Bewegungen innerhalb einer Spanne zwischen 1,3364 und 1,3532. Der obere Kanal der linearen Regression zeigt nach oben und deutet damit auf eine Wiederaufnahme des Trends hin. Der CCI-Indikator ist in den überverkauften Bereich eingetreten, was auf ein mögliches Ende der Korrektur hinweist.
Nächste Unterstützungsniveaus:
S1 – 1,3428
S2 – 1,3306
S3 – 1,3184
Nächste Widerstandsniveaus:
R1 – 1,3550
R2 – 1,3672
R3 – 1,3794
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar GBP/USD befindet sich weiterhin auf Kurs, seinen Aufwärtstrend im Jahr 2025 fortzusetzen, und die langfristigen Aussichten bleiben unverändert. Die Politik von Donald Trump wird weiterhin Druck auf die US-Wirtschaft ausüben, daher rechnen wir 2026 nicht mit einem Wachstum der US-Währung. Selbst ihr Status als „Reservewährung“ hat für Trader inzwischen nicht mehr allzu große Bedeutung. Somit bleiben Long-Positionen mit einem Ziel bei 1,3916 und darüber kurzfristig relevant, solange sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Befindet sich der Kurs unter der Linie des gleitenden Durchschnitts, können auf technischer (korrektiver) Basis kleinere Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,3428 und 1,3364 in Betracht gezogen werden. Von Zeit zu Zeit zeigt die amerikanische Währung (im globalen Sinne) Korrekturen, doch für ein nachhaltiges Trendwachstum wären umfassende positive Faktoren erforderlich.
Erklärungen zu den Abbildungen:
Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Sind beide in dieselbe Richtung ausgerichtet, weist dies auf einen starken Trend hin;
Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;
Murray-Level sind Kursziele für Bewegungen und Korrekturen;
Volatilitätsniveaus (rote Linien) markieren den wahrscheinlichen Preiskanal, in dem sich das Paar in den nächsten 24 Stunden auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren bewegen wird;
Der CCI-Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.