Im Stundenchart ist das Währungspaar GBP/USD am Freitag vom Unterstützungsbereich bei 1,3437–1,3470 nach oben abgeprallt, hat zugunsten der britischen Währung gedreht und ist in Richtung des Widerstandsbereichs bei 1,3526–1,3539 gestiegen. Ein erneuter Abprall von dieser Zone würde heute den US-Dollar begünstigen und eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung in Richtung 1,3437–1,3470 erwarten lassen. Ein Schlusskurs oberhalb von 1,3526–1,3539 würde den Tradern hingegen die Erwartung einer weiteren Aufwärtsbewegung in Richtung 1,3595–1,3620 ermöglichen.

Die Wellensituation bleibt „bärisch“. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle konnte das vorherige Hoch nicht durchbrechen, während die letzte Abwärtswelle das vorherige Tief unterschritten hat. Um den Trend wieder auf „bullisch“ zu drehen, ist entweder eine Konsolidierung oberhalb des letzten Hochs bei 1,3730 oder die Ausbildung von zwei aufeinanderfolgenden bullischen Wellen erforderlich.
Der Nachrichtenhintergrund für das Pfund war in den vergangenen Monaten schwach, doch auch der Nachrichtenfluss aus den USA hat den Händlern nur selten echten Optimismus beschert. Vor Kurzem befand sich das Pfund in einer „Schwarzphase“, aber Donald Trump liefert den Bullen regelmäßig Unterstützung.
Der Nachrichtenhintergrund am Freitag ließ den Händlern kaum eine Wahl. Die Geschäftstätigkeit im Vereinigten Königreich lag im Februar über den Erwartungen. Das Einzelhandelsvolumen stieg im Januar um 1,8 % gegenüber einer Prognose von +0,2 %. Gleichzeitig erreichte das US-Wirtschaftswachstum im vierten Quartal nur 1,4 %, verglichen mit Markterwartungen von +3 %.
Damit hatten bullische Händler auch ohne Donald Trump genügend Gründe, ihre passive Haltung aufzugeben. Sollten einige Marktteilnehmer dennoch mit der Möglichkeit einer US-Militäraktion im Iran gerechnet oder gehofft haben, die Präsidialverwaltung würde einem Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA nachkommen, hat Trump diese Fragen innerhalb weniger Stunden geklärt. Ein Angriff auf Iran könnte innerhalb der nächsten 10–15 Tage beginnen (falls kein Atomabkommen unterzeichnet wird), und die Handelszölle bleiben in Kraft, wenn auch in einer etwas anderen und komplexeren Form. Nun werden alle Importe in die USA zusätzlich zu sektorspezifischen Abgaben mit einem einheitlichen Zollsatz von 15 % belegt. Trump hat zwar die Möglichkeit verloren, Zölle nach eigenem Ermessen einseitig zu verhängen, doch die Zölle selbst bleiben bestehen.

Im 4-Stunden-Chart fiel das Paar auf die Unterstützungszone von 1,3369–1,3435, prallte von dort ab und drehte zugunsten des Pfunds nach oben. Ein Aufwärtstrend hat eingesetzt, bleibt jedoch weiterhin innerhalb des fallenden Trendkanals. Daher ist mit einer stärkeren Aufwärtsbewegung erst zu rechnen, wenn der Ausbruch nach oben aus diesem Korridor gelingt. In diesem Fall würden die Bullen erneut den Fibonacci-Level von 127,2 % bei 1,3795 ins Visier nehmen. Aktuell sind auf keinem Indikator neue Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report

Die Marktstimmung der Händler in der Kategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichtswoche etwas weniger bullisch geworden. Die Anzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen ging um 6.358 zurück, während die Short-Positionen um 10.236 zulegten. Der aktuelle Abstand zwischen Long- und Short-Positionen liegt bei ungefähr 82.000 gegenüber 124.000.
In den letzten Monaten hatten die Bären häufiger die Oberhand, wobei die Situation bei Euro-Kontrakten genau entgegengesetzt ist. Ich glaube weiterhin unter keinen Umständen an einen nachhaltigen Abwärtstrend beim Pfund.
Meiner Ansicht nach wirkt das Pfund nach wie vor weniger „gefährlich“ als der Dollar – und genau darin liegt sein Hauptvorteil. Kurzfristig könnte die US-Währung am Markt phasenweise gefragt sein, aber nicht auf lange Sicht. Die Politik von Donald Trump hat zu einem starken Einbruch am Arbeitsmarkt geführt und die Federal Reserve gezwungen, die Geldpolitik zu lockern, um die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern. Auch die militärische Aggression der USA und der Handelskrieg nähren keinen Optimismus unter Dollar-Bullen.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich
Am 23. Februar enthält der Wirtschaftskalender keine wichtigen Veröffentlichungen. Vor diesem Hintergrund wird nicht erwartet, dass die Nachrichtenlage die Marktstimmung am Montag beeinflusst.
GBP/USD-Prognose und Handelsempfehlungen
- Verkauf: Möglich heute bei einem Abprall aus der Zone 1,3526–1,3539 im Stundenchart mit Kursziel 1,3437–1,3470.
- Kauf: Positionen konnten bei einem Abprall aus der Zone 1,3437–1,3470 im Stundenchart eröffnet werden, mit Zielen bei 1,3526–1,3539 und 1,3595. Das erste Ziel wurde erreicht.
Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart von 1,3470–1,3010 und im 4-Stunden-Chart von 1,3431–1,2104 aus gemessen.