
Das Währungspaar EUR/USD hat sich erneut so entwickelt, als hätte es in den vergangenen Tagen überhaupt keine Nachrichten gegeben. Zur Erinnerung (auch wenn es vielleicht gar nicht nötig ist): Der U.S. Supreme Court hat sämtliche globalen Zölle von Trump aufgehoben, woraufhin Trump mit der Verhängung neuer Zölle von 10 % „für alle“ reagiert hat und bereits damit droht, sie bald auf 15 % anzuheben. Blickt man auf Charts und Volatilitätsdiagramme, entsteht der Eindruck, dass es in den letzten zwei Wochen keine nennenswerten Neuigkeiten gegeben hätte. In dieser Zeit ist der Dollar langsam gestiegen. Dieses Wachstum ist jedoch nicht stark genug, um es ernst zu nehmen oder zu respektieren; gleichzeitig handelt es sich um einen Anstieg des Dollars in einer Phase, in der ein Rückgang wesentlich plausibler wäre.
Damit können wir beginnen zu spekulieren, warum sich der Markt weigert, die US‑Währung zu verkaufen. Der erste Gedanke, der sich aufdrängt, ist eine mögliche US‑Invasion im Iran. Gerüchten zufolge ist für diese Woche eine weitere, weitgehend formale Verhandlungsrunde zwischen Teheran und Washington angesetzt, und falls es zu keinem Durchbruch kommt, soll Trump bereit sein, den Befehl für den Beginn militärischer Operationen zu geben. Wir nennen diese Verhandlungen „formal“, weil in den vergangenen 50 Jahren niemand eine Einigung mit dem Iran erzielen konnte. Seit 50 Jahren lebt das Land wie ein Pulverfass. Militärische Auseinandersetzungen flammen mit neuer Intensität auf und klingen dann wieder ab. Das Land steht faktisch am Rande des wirtschaftlichen Zusammenbruchs, der Wert des iranischen Rial ist praktisch auf Null gefallen. Dennoch hat all dies Teheran nicht dazu veranlasst, sein Atomprogramm aufzugeben.
Wir gehen daher davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit einer Einigung mit Trump bei null liegt. Es wird zu einem militärischen Konflikt kommen; die einzige Frage ist, wie weitreichend er sein wird. Gleichzeitig ist einer der wenigen Gründe für das Wachstum des US‑Dollars in den vergangenen Wochen genau diese vom Markt erwartete Auseinandersetzung. Entsprechend dürfte dieser Faktor bereits eingepreist sein oder kurz davorstehen, vollständig eingepreist zu werden. Weitere stützende Faktoren für den Dollar gibt es hingegen nicht. Es gibt im Gegenteil zahlreiche Belastungsfaktoren, die der Markt in letzter Zeit konsequent ignoriert hat – angefangen beim enttäuschenden BIP‑Bericht, den recht widersprüchlichen Non‑Farm Payrolls (NFP), der rückläufigen Inflation bis hin zu Trumps faktischer Weigerung, der Entscheidung des Supreme Court Folge zu leisten, und einer neuen Eskalation des Handelskriegs, die bereits zu einem Einfrieren der Ratifizierung von Abkommen mit Indien und der Europäischen Union geführt hat.
Wir sind nicht der Ansicht, dass der Markt verpflichtet ist, sich genau dann zu drehen, wenn wir es für angebracht halten, oder in einem bestimmten Zeitraum. Wir sind jedoch überzeugt, dass ein Rückgang des Dollars im Jahr 2026 unausweichlich ist. Je höher der Dollar jetzt steigt, desto stärker wird er später fallen. Je tiefer das Paar EUR/USD fällt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Bewegung sehr bald endet. Da der Markt in den letzten zwei Wochen jedoch den Großteil der makroökonomischen und fundamentalen Ereignisse weitgehend ignoriert hat, raten wir Tradern, das technische Bild nicht zu vernachlässigen. Mit einer neuen Aufwärtsbewegung des Paares sollte man am besten erst rechnen, wenn die Trends in den Stunden‑ und Vier-Stunden‑Charts durchbrochen worden sind.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD über die letzten 5 Handelstage beträgt zum 25. Februar 60 Pips, was als „durchschnittlich“ gilt. Wir erwarten, dass das Paar sich am Mittwoch zwischen 1,1728 und 1,1848 bewegt. Der obere Kanal der linearen Regression zeigt nach oben, was auf ein weiteres Wachstum des Euro hindeutet. Der CCI-Indikator ist in den überverkauften Bereich eingetreten und signalisiert eine mögliche Wiederaufnahme des Aufwärtstrends.
Nächste Unterstützungsniveaus:
- S1 – 1,1719
- S2 – 1,1597
- S3 – 1,1475
Nächste Widerstandsniveaus:
- R1 – 1,1841
- R2 – 1,1963
- R3 – 1,2085
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar EUR/USD setzt seine Korrektur innerhalb des Aufwärtstrends fort. Das übergeordnete fundamentale Umfeld bleibt für den Dollar äußerst negativ. Das Paar hat sieben Monate in einem Seitwärtskanal verbracht, und es ist wahrscheinlich an der Zeit, den globalen Trend des Jahres 2025 wieder aufzunehmen. Für einen langfristigen Anstieg des Dollars gibt es keine fundamentale Grundlage. Daher kann sich der Dollar im Wesentlichen nur Hoffnungen auf eine Seitwärtsbewegung oder Korrekturen machen. Befindet sich der Kurs unterhalb des gleitenden Durchschnitts, können auf rein technischer Basis kleinere Short-Positionen mit Zielen bei 1,1728 und 1,1719 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts bleiben Long-Positionen mit Zielen bei 1,1963 und 1,2085 aktuell.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in die gleiche Richtung zeigen, ist der Trend derzeit stark.
- Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, smoothed) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die der Handel aktuell ausgerichtet sein sollte.
- Murray-Level sind Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am nächsten Tag bewegen wird.
- Wenn der CCI-Indikator in den überverkauften Bereich (unter -250) oder den überkauften Bereich (über +250) eintritt, deutet dies darauf hin, dass eine Trendumkehr in die Gegenrichtung näher rückt.