Das Währungspaar GBP/USD setzt seinen Rückgang innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends fort. Das einzige aktive Muster, das derzeit für Trader von Bedeutung sein könnte, ist die Bearish Imbalance 16 – eine bärische Imbalance innerhalb eines bullischen Trends. Dies wirft erhebliche Zweifel daran auf, ob es sich lohnt, diese Imbalance mit Short-Positionen zu handeln. Zunächst muss die Imbalance getestet werden und eine Kursreaktion hervorrufen; erst dann kann über die Sinnhaftigkeit der Eröffnung von Short-Trades gesprochen werden. Meiner Ansicht nach haben die Bären jedoch bereits den maximalen Nutzen aus dem Nachrichtenumfeld des letzten Monats gezogen. Ich gehe davon aus, dass der bärische Vorstoß bald enden könnte, da selbst der Faktor der zunehmenden Spannungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten bereits von den Tradern eingepreist wurde.

Gestern Abend hielt der US-Präsident Donald Trump eine Rede vor dem Kongress. Die Ansprache dauerte etwa 1 Stunde und 40 Minuten. In dieser Zeit hörten Amerika und der Rest der Welt viele allgemeine und eindringliche Aussagen über ein „Golden Age of America“, jedoch nur sehr wenige konkrete Details. Eines der Themen in Trumps Rede war Iran. Der Markt erfuhr jedoch nichts Neues. Der US-Präsident bleibt entschlossen, eine Militäroperation gegen die derzeitige iranische Führung mit dem Ziel durchzuführen, sie aus der Macht zu entfernen. Die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington machen weiterhin nur sehr begrenzte Fortschritte, und in diesem Tempo könnte es Jahre dauern, bis alle strittigen Fragen gelöst sind. Die in den Persischen Golf entsandte Flotte hat jedoch nicht so viel Zeit. Die Aufrechterhaltung einer derart großen Anzahl von Schiffen, Personal, Flugzeugen und Versorgungseinheiten erfordert erhebliche finanzielle Mittel. Daher ist es unwahrscheinlich, dass Trump monatelang eine ganze Flottille vor den Küsten Irans stationiert lässt und auf Zugeständnisse aus Teheran wartet. Entweder führen die Verhandlungen bald zu Ergebnissen, oder Iran könnte mit einer großangelegten Invasion konfrontiert werden.
Der Aufwärtstrend beim Pfund bleibt in jedem Fall intakt. Solange sich der Kurs über 1,3012 hält, würde ich mich stärker auf bullische Signale konzentrieren. Der Rückgang des Pfunds kann zwar erheblich sein, könnte aber auch jederzeit enden. Derzeit hat die Imbalance 16 noch kein Signal generiert. Es gibt im Moment keine Grundlage für die Eröffnung neuer Positionen.
Am Mittwoch fehlte ein nennenswerter Nachrichtenhintergrund. Im Tagesverlauf unternahmen die Bullen einen schwachen Versuch, den Kurs nach oben zu treiben, während sich das Pfund auf die Imbalance 16 zubewegt, die im kurzfristigen Horizont der einzige interessante Bereich für Trader ist. Vorerst bleibt nur das Abwarten – entweder auf mehr Klarheit in der aktuellen Chartstruktur oder auf das Entstehen neuer Signale.
In den Vereinigten Staaten deutet der allgemeine Nachrichtenhintergrund weiterhin darauf hin, dass es wenig Anlass gibt, mit einer nachhaltigen Stärke des Dollars zu rechnen. Die Lage in den USA bleibt kompliziert. Arbeitsmarktdaten haben häufiger enttäuscht, als sie die Erwartungen übertroffen haben. Drei der letzten vier FOMC-Sitzungen endeten mit dovish Entscheidungen. Trumps Militäreinsätze und Drohungen gegenüber Dänemark, Mexiko, Kuba, Kolumbien, Iran, EU-Ländern, Kanada und Südkorea, das Strafverfahren gegen Jerome Powell, ein weiterer Government Shutdown sowie der Skandal um US-Eliten im Zusammenhang mit dem Epstein-Fall tragen alle zu einem Bild politischer und struktureller Instabilität im Land bei. Meiner Ansicht nach haben die Bullen genügend Argumente, um ihren Vorstoß bis ins Jahr 2026 fortzusetzen.
Für einen Abwärtstrend wären starke und anhaltend positive Nachrichten für den Dollar erforderlich, was unter Donald Trump nur schwer vorstellbar ist. Zudem entspricht ein starker Dollar nicht den Interessen des Präsidenten, da er das Handelsdefizit aufrechterhalten würde. Daher glaube ich weiterhin nicht an einen nachhaltigen Abwärtstrend beim Pfund. Zu viele Risikofaktoren lasten nach wie vor auf dem Dollar. Short-Positionen könnten zwar auf Basis bärischer Muster in Betracht gezogen werden, ich würde dies Tradern jedoch persönlich nicht empfehlen. Den jüngsten Rückgang des Währungspaares sehe ich teilweise als Folge außergewöhnlicher Umstände.
Nachrichtenkalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
USA – Veränderung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (13:30 UTC).
Am 26. Februar enthält der Wirtschaftskalender nur einen unbedeutenden Eintrag. Der Einfluss des Nachrichtenhintergrunds auf die Marktstimmung dürfte am Donnerstag gering oder gar nicht vorhanden sein.
GBP/USD Prognose und Trading-Empfehlungen:
Die übergeordnete Perspektive für das Pfund bleibt bullisch, auch wenn das kurzfristige Bild nun bärisch ist. Derzeit liegen keine aktiven bullischen Muster vor. Nur die bärische Imbalance 16 bleibt bestehen, und der Kurs muss zunächst in diese Zone zurückkehren und dort eine Reaktion zeigen, bevor Trader potenzielle Short-Positionen in Betracht ziehen können.
Es ist zu beachten, dass der Rückgang des Pfunds in den letzten Wochen stark genug war, um die Einschätzung vorübergehend von bullisch auf bärisch zu verschieben, vor allem aufgrund einer speziellen Abfolge von Ereignissen. Hätte Donald Trump nicht wiederholt mit Militärschlägen gegen Iran gedroht und Kriegsschiffe in den Persischen Golf entsandt, wäre ein so scharfer Einbruch des Pfunds wahrscheinlich nicht eingetreten. Ich halte es für möglich, dass dieser Rückgang genauso unerwartet endet, wie er begonnen hat. Meiner Ansicht nach hat sich der übergeordnete Trend in den letzten Wochen nicht in einen Bärenmarkt verwandelt.