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FX.co ★ Der Euro zählt die Minuten

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Analysen:::2026-02-26T22:56:28

Der Euro zählt die Minuten

Alles hat seine Zeit. Laut Bank of America wird EUR/USD im zweiten Quartal kräftig zu steigen beginnen. Dann nämlich wird die europäische Wirtschaft endlich die volle Wirkung der fiskalischen Anreize von Friedrich Merz und der höheren Verteidigungsausgaben der EU zu spüren bekommen. Gleichzeitig werden die Vereinigten Staaten Zölle wieder einführen, was ihre Haushaltssituation verschlechtert und das BIP-Wachstum verlangsamt. Die Wachstumslücke zwischen den Volkswirtschaften wird sich verringern und damit den Weg für einen Anstieg des wichtigsten Währungspaares frei machen.

Im Moment ist es einfach noch nicht die Zeit für den Euro. Anleger müssen geduldig sein. Tatsächlich spricht nicht nur die Verringerung der Differenz der BIP-Wachstumsraten für EUR/USD. Bis Juni, möglicherweise sogar bis Juli, wird die Fed den Fed Funds Rate voraussichtlich nicht senken. Die Differenz zwischen diesem und dem Einlagensatz der EZB beträgt 175 Basispunkte. Ein solcher Spread zeigt sich auch an den Anleihemärkten. Die Renditen amerikanischer Papiere liegen deutlich über denen europäischer Wertpapiere.

Dynamik der Zinsstrukturkurven für US- und deutsche Staatsanleihen

Der Euro zählt die Minuten

Wenn beide Zentralbanken ihre geldpolitischen Expansionszyklen unterbrochen oder abgeschlossen haben und der Zinsabstand groß ist, entsteht ein Paradies für Carry Trades. Marktteilnehmer nutzen die Differenz, indem sie den Euro als Finanzierungswährung und den US‑Dollar als renditetragende Anlage einsetzen und so gewissermaßen Geld aus dem Nichts schöpfen. Gleichzeitig führt die gestiegene Nachfrage nach dem Greenback zu einem Rückgang der EUR/USD‑Notierungen.

Die Dynamik des wichtigsten Währungspaares wird nicht nur durch Carry Trades, sondern auch durch Absicherungsströme bestimmt. Nach Einschätzung von Credit Agricole ist die Aufwertung des US‑Dollar als Reaktion auf den Anstieg der US‑Aktienindizes auf eine Reduzierung der Währungsrisikoabsicherung durch ausländische Investoren zurückzuführen, da diese in auf Dollar lautende Vermögenswerte investieren. Wenn sie Aktien kaufen, verkaufen sie gleichzeitig Greenbacks – und umgekehrt. Der Anstieg der inversen Korrelation zwischen dem USD‑Index und dem S&P 500 bedeutet nicht, dass der US‑Dollar seinen Status als wichtigste Safe‑Haven‑Anlage zurückerlangt hat. Der Kern der Sache liegt in den Hedging‑Strömen.

Ereignisse im Nahen Osten könnten dem Greenback jedoch helfen, seine frühere Rolle wiederzuerlangen. Die Frist für Trumps Ultimatum an den Iran läuft am 1.–5. März ab, und ein bewaffneter Konflikt im Nahen Osten rückt näher. Was sollte man in diesem Fall kaufen? Wo lässt sich Geld in Sicherheit bringen?

Der Euro zählt die Minuten

Der Euro dürfte kaum gefragt sein. Die Eurozone ist eine Region, die per Saldo Öl exportiert. Ein Anstieg des Brent-Preises über 90 US-Dollar pro Barrel wird dem Währungsraum und seiner Gemeinschaftswährung kaum gefallen. Für die Vereinigten Staaten stellt sich die Lage anders dar: Sie sind Nettoexporteur von Energieträgern. Daher dürften militärische Auseinandersetzungen im Nahen Osten den US-Dollar eher stärken als schwächen.

Aus technischer Sicht zeigt EUR/USD im Tageschart eine Erholung von einem dynamischen Widerstand, was durch eine Kombination von gleitenden Durchschnitten signalisiert wird. Bricht das wichtigste Währungspaar jedoch unter die Untergrenze der Fair-Value-Spanne von 1,1785–1,1940, wäre dies ein Signal für Verkäufe. Ein Einstieg in Käufe des Euro gegenüber dem US-Dollar bietet sich erst oberhalb von 1,1835 an.

Analyst InstaForex
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