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FX.co ★ EUR/USD. Abwärts, nur abwärts!

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Analysen:::2026-03-03T22:47:40

EUR/USD. Abwärts, nur abwärts!

Der US-Dollar-Index hat sich am Dienstag im Bereich um 99 gefestigt und zugleich ein 5-Wochen-Hoch markiert. Das Währungspaar EUR/USD setzt seinen Abwärtstrend vor dem Hintergrund einer allgemeineren Stärke des US-Dollar fort. Am Dienstag durchbrach das Paar souverän die Unterstützung bei 1,1650 (untere Linie des Bollinger-Bänder-Indikators im Vier-Stunden-Chart) und testet derzeit die Marke von 1,15.

EUR/USD. Abwärts, nur abwärts!

Bemerkenswert ist, dass der Dollar sich nicht nur aufgrund seines Status als sicherer Hafen aufwertet (auch wenn die Geopolitik der wichtigste Treiber bleibt), sondern auch deshalb, weil der am Montag veröffentlichte ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im positiven Bereich lag. Insgesamt deutet das Bündel fundamentaler Faktoren darauf hin, dass die Federal Reserve ihre Pause nicht nur bei den Frühjahrssitzungen, sondern auch zu Beginn des Sommers beibehalten wird. Zumindest sinken die Chancen auf eine Zinssenkung im Juni rapide.

Den am Montag veröffentlichten Daten zufolge lag der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe im Februar mit 52,4 nahezu auf dem Niveau vom Januar. Zur Erinnerung: Im Januar war dieser wichtige makroökonomische Indikator von 47,9 auf 52,6 nach oben geschnellt. Der Indikator ist damit nicht nur (erstmals seit 40 Monaten) in die Expansionszone vorgedrungen, sondern hat zugleich ein Mehrmonatshoch markiert. Die meisten Analysten hatten für Februar einen Rückgang auf 51,7 prognostiziert, doch der Wert behauptete sich auf dem Januar-Niveau.

Auch die Struktur des Berichts spricht Bände. Erstens sprang der Subindex „Backlog of Orders“ (Auftragsbestand) um fünf Punkte auf 56,6 und erreichte damit den höchsten Stand seit Mai 2022. Diese wichtige Komponente sichert die Auslastung der Kapazitäten für die kommenden Monate, zumal der Subindex „New Orders“ (Neue Auftragseingänge) mit 55,8 in der Expansionszone blieb. In diesem Zusammenhang ist auch der niedrige Wert des Subindex „Customers Inventories“ (Lagerbestände der Kunden) erwähnenswert, der bei 38,8 verharrte. Ein dauerhaft niedriges Lagerbestandsniveau gilt als führender Indikator für die zukünftige Produktion und signalisiert somit ein mögliches Wachstum bei den Neuaufträgen.

Unterstützend für den Dollar wirkte zudem der Anstieg des Subindex „Prices“ (Preise) auf 70,5, den höchsten Wert seit Juni 2022. Dies deutet auf einen spürbaren Anstieg des Inflationsdrucks vor dem Hintergrund steigender Metallpreise hin.

Der einzige „Wermutstropfen“ ist der Beschäftigungsindex, der im Februar mit 48,8 weiterhin im Kontraktionsbereich lag. Allerdings stieg dieser Subindex gegenüber Januar um 0,7 Prozentpunkte. Im vergangenen Monat wurde der langsamste Beschäftigungsabbau in den Unternehmen seit einem Jahr verzeichnet. Eine solche Dynamik signalisiert eine Stabilisierung am industriellen Arbeitsmarkt.

Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe lieferte dem Dollar zusätzliche Unterstützung, da er die dovishen Markterwartungen in Bezug auf die künftigen Schritte der Fed weiter abschwächte. Laut Daten des CME FedWatch-Tools ist der Markt nahezu zu 100 % überzeugt, dass der Notenbankrat im März und April sämtliche geldpolitischen Parameter unverändert lassen wird. Unterdessen ist die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Lockerung auf der Juni-Sitzung auf 35 % gesunken. Zum Vergleich: Noch vor zwei Wochen preisten die Händler eine 70%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im Juni ein. Doch die Beschleunigung des Kern-PCE-Index und des PPI für Januar vor dem Hintergrund geopolitischer Turbulenzen zwang die Marktteilnehmer dazu, ihre Prognosen zu überdenken.

Dennoch bleibt der geopolitische Faktor der wichtigste Treiber für die Stärke der US-Währung. Würden die Vereinigten Staaten sich beispielsweise morgen zu Verhandlungen mit dem Iran an einen Tisch setzen, würde der Dollar am Markt stark nachgeben, begleitet von einer erhöhten Nachfrage nach risikoreicheren Anlagen.

Am Dienstag gibt es dafür jedoch keinerlei Anzeichen. Im Gegenteil: Die Konfliktparteien überbieten sich mit kriegerischen Statements und verschärfen die Lage weiter. So erklärte etwa der US-Außenminister Marco Rubio am Montag, die aktuelle Phase des Angriffs sei erst der Anfang und die nächste Stufe der Militäroperation werde für den Iran „noch strafender“ ausfallen. Er betonte, die USA würden nicht nachlassen, bis die Raketenfähigkeiten und das maritime Potenzial Irans vollständig zerstört seien. Er äußerte zudem die Hoffnung, dass das iranische Volk die Gelegenheit nutzen werde, sich gegen seine Regierung zu erheben.

Teheran seinerseits hat unmissverständlich klargemacht, dass es sich unter Druck nicht auf Verhandlungen einlassen werde und die Konfliktzone auf Länder am Persischen Golf ausweiten würde, in denen US-Streitkräfte stationiert sind. Da Rubio die Möglichkeit diplomatischer Verhandlungen in naher Zukunft faktisch ausgeschlossen hat (vor dem Hintergrund ähnlicher Erklärungen der iranischen Seite), kann davon ausgegangen werden, dass das Interesse am Dollar angesichts der erhöhten Risikoaversion und der anhaltend steigenden Ölpreise bestehen bleiben wird.

Aus technischer Sicht hat das Währungspaar im Vier-Stunden- und im Tages-Chart die untere Linie der Bollinger Bands nach unten durchbrochen und notiert nun unter sämtlichen Linien des Ichimoku-Indikators, der ein bärisches „Parade of Lines“-Signal ausgebildet hat. Im Wochen-Chart befindet sich der Kurs zwischen der mittleren und der unteren Linie der Bollinger Bands sowie unterhalb der Tenkan-sen- und Kijun-sen-Linien (aber oberhalb der Kumo-Wolke). Das wichtigste Ziel der Abwärtsbewegung im mittelfristigen Horizont liegt bei 1,1490 (untere Linie der Bollinger Bands im W1, die mit der oberen Begrenzung der Kumo-Wolke zusammenfällt).

Analyst InstaForex
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