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FX.co ★ Preise für europäisches Erdgas steigen sprunghaft wegen Störungen bei katarischem LNG und Problemen in der Straße von Hormus

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Analysen:::2026-03-03T22:48:20

Preise für europäisches Erdgas steigen sprunghaft wegen Störungen bei katarischem LNG und Problemen in der Straße von Hormus

Preise für europäisches Erdgas steigen sprunghaft wegen Störungen bei katarischem LNG und Problemen in der Straße von Hormus

Die niederländischen TTF-Erdgas-Futures für April 2026, ein zentraler Preisindikator für Gas in Europa, verzeichnen einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Auslöser für den Sprung waren Meldungen, dass QatarEnergy seine gesamte LNG-Produktion nach einer Reihe von Angriffen auf die Anlagen des Unternehmens eingestellt hat.

Schätzungen von Oilprice zufolge entfällt auf Qatar rund 20 % der weltweiten LNG-Exporte, und der gleichzeitige Stillstand der Anlagen in Ras Laffan und Mesaieed stellt einen der größten Angebotsschocks seit dem Russland-Ukraine-Konflikt im Jahr 2022 dar. Die Erklärung der höheren Gewalt (Force Majeure) durch QatarEnergy hat die Unsicherheit für Abnehmer, die an langfristige Verträge gebunden sind, weiter verschärft; diese werden nun voraussichtlich stärker auf den Spotmarkt angewiesen sein.

Die Eskalation der Probleme ist nicht auf Qatar selbst begrenzt; die Schifffahrt durch die Straße von Hormus – eine Schlüsselroute für den Export von Öl und Gas aus dem Persischen Golf – ist aufgrund von Beschuss und Drohungen seitens des Iran massiv gestört. Selbst ohne nachhaltige Schäden an der Infrastruktur führt der Rückgang der Durchflussmengen bereits zu einem verstärkten Wettbewerb zwischen Europa und Asien um alternative Lieferungen aus den USA und Australien. Besonders verletzlich zeigt sich der europäische Markt, da die Gasvorräte derzeit unter dem Vorjahresniveau liegen und die Region damit anfälliger für anhaltende Störungen ist.

Nach Schätzungen von Bloomberg warnen Analysten von Goldman Sachs, dass eine einmonatige Unterbrechung des Transits durch die Straße von Hormus die europäischen Gaspreise im Vergleich zum Niveau vor der aktuellen Eskalation verdoppeln könnte. „Sollten die Störungen länger als zwei Monate anhalten, könnten die Gaspreise in Europa 100 € pro MWh (rund 35 $ pro Million BTU) überschreiten und damit zu einem spürbaren Rückgang der weltweiten Nachfrage führen“, merken die Experten der Bank an.

Am US-Markt fallen die Bewegungen verhaltener aus: Henry-Hub-Futures legen moderat zu, da der heimische Markt weniger stark auf Importe angewiesen ist. Steigende Preise in Europa und Asien erhöhen jedoch die Exportprämie und begrenzen die Flexibilität internationaler Käufe, da US-LNG-Anlagen bereits mit erhöhter Auslastung fahren.

Abgesehen von kurzfristigen Preisschwankungen dürften die aktuellen Ereignisse langfristig die Wahrnehmung geopolitischer Risiken auf dem globalen Gasmarkt verändern. Europas stärkere Abhängigkeit von LNG-Lieferungen infolge der verringerten Importe aus Russland macht den Kontinent anfälliger für Störungen von Seewegen und regionale Konflikte. Selbst wenn die Produktion in Qatar relativ zügig wieder aufgenommen wird, könnte der intensive Wettbewerb die Preise der niederländischen TTF-Erdgas-Futures in den kommenden Wochen auf einem erhöhten Niveau halten.

Analyst InstaForex
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