Bitcoin hat lange Zeit in einer Spanne von 60.000 bis 75.000 festgesteckt, hat jedoch während des Konflikts im Nahen Osten sowohl Gold als auch US-Aktienindizes übertroffen. Bedeutet das, dass der Crypto seinen nächsten Richtungsschritt festgelegt hat? Nicht unbedingt. Möglicherweise war er einfach überverkauft und wirkt jetzt günstig – den Dip kaufen, die Rally verkaufen?
Bitcoins Vorsprung gegenüber Edelmetallen und dem S&P 500 hat die Diskussion über die potenzielle Rolle von Crypto als sicherer Hafen inmitten geopolitischer Schocks neu belebt. Allerdings hat das Digital Asset gegenüber Öl deutlich zurückgelegen – vor allem, weil die Volatilität von Rohöl im Zuge der Krise im Nahen Osten explodiert ist.
Volatilitätsdynamik von Öl und BTC

Der Einbruch der Volatilität, der BTC/USD einst belastete, hat sich umgekehrt. Anfang dieses Jahres hinkte Bitcoin den US-Aktien so deutlich hinterher, dass Anleger seine Rolle als Risikoanlage in Frage stellten. Die Angriffe Israels und der USA auf den Iran haben diese Einschätzung verändert.
Trotz einer länger andauernden Konfrontation als zunächst erwartet sind Mittel in krypto-orientierte ETFs geflossen. In der Woche bis zum 13. März zogen spezialisierte ETFs 763 Mio. US-Dollar an – der dritte Zufluss in Folge über einen Fünf-Tage-Zeitraum. In diesem Zeitraum stiegen die institutionellen Bestände um etwa 1,3 Mrd. US-Dollar.
Zuflüsse in Bitcoin-ETFs

Rund 78 % dieser Zuflüsse gingen an BlackRocks IBIT, was darauf hindeutet, dass es sich um eine anhaltende Nachfrage und nicht nur um eine einfache Rotation zwischen ETFs handelt.
Gleichzeitig bleiben die Funding-Raten für das Halten von Positionen an den Kryptomärkten negativ – Short-Positionen zahlen dafür, ihre Trades zu halten. Vor diesem Hintergrund deutet vieles auf eine anhaltend bärische Stimmung im Bereich digitaler Vermögenswerte hin.
Optimisten argumentieren, dass Bitcoin rasch über 100.000 US‑Dollar springen könnte, falls der Konflikt im Nahen Osten bald endet, wie Präsident Trump es angedeutet hat. In diesem Szenario dürften der S&P 500 und andere Aktienindizes zulegen, was die globale Risikobereitschaft erhöhen und die BTC/USD-Bullen unterstützen würde. Allerdings schätzt Polymarket die Wahrscheinlichkeit eines Friedens zwischen den USA, Israel und Iran bis Ende Mai derzeit auf weniger als 50 % ein.

Ein langwieriger Konflikt könnte Stagflation oder eine globale Rezession auslösen – ein Rückenwind für Gold. Zuflüsse in Edelmetalle könnten die Käufer von Bitcoin ausbremsen. In den Jahren 2025 und Anfang 2026 haben wir eine Verschiebung der Kapitalströme und einen Rückgang am Kryptomarkt beobachtet.
Aus technischer Sicht zeigt der tägliche BTC/USD-Chart, dass ein Pin-bar mit langem oberen Docht nicht aktiviert wurde und der Kurs zu seinem Hoch zurückkehrte. Diese Struktur signalisiert eine Schwäche der Bären und liefert eine Grundlage für den Aufbau von Long-Positionen – zumindest solange Bitcoin über 70.150 notiert.