
Am Montag schwankte der Silberpreis über 79,50 $ und notierte bei 79,90 $. Das weiße Metall steht unter Druck, da sich Anleger vor den geldpolitischen Entscheidungen großer Zentralbanken in dieser Woche, allen voran der Federal Reserve, zurückhalten.
Dem CME FedWatch Tool zufolge erwarten die Märkte, dass die Fed den Leitzins auf der Sitzung am Mittwoch in der Spanne von 3,50 % bis 3,75 % beibehält. Sollte dies eintreten, wäre dies die zweite Pause in Folge nach der vorangegangenen Phase der Lockerung der Geldpolitik durch die Zentralbank.
Eine längere Pause bei der Lockerung der Geldpolitik wirkt sich typischerweise negativ auf Anlagen wie Silber aus, da höhere Zinserwartungen die Opportunitätskosten des Haltens von Edelmetallen erhöhen.
Inflationsrisiken infolge der Rally am Ölmarkt verstärken ebenfalls die Vorsicht an den Märkten. Die Eskalation im Nahen Osten hat die Energiepreise in die Höhe getrieben und die Sorgen vor anhaltendem Inflationsdruck verschärft.
Der Anstieg der Benzinpreise in den USA belastet bereits die Haushaltsbudgets, stützt die Inflationserwartungen und veranlasst die Zentralbank, an einem straffen geldpolitischen Kurs festzuhalten.
Die Geopolitik bestimmt weiterhin maßgeblich die Stimmung im Edelmetallsegment. Der US-Angriff auf das iranische Öllager auf der Kharg-Insel hat die Ängste vor globalen Störungen der Energieversorgung verstärkt. Obwohl Washington von einer möglichen Lösung des Konflikts innerhalb weniger Wochen und der Bildung einer Koalition für die Straße von Hormus spricht, bleibt die Unsicherheit an den Finanzmärkten bestehen und begrenzt den Rückgang des Silberpreises.
Eine derart geopolitische Turbulenz könnte die Nachfrage nach sicheren Häfen wie Silber ankurbeln und die Korrektur dämpfen, selbst trotz des Drucks durch den geldpolitischen Ausblick der Fed.
Aus technischer Sicht hat Silber seinen dreitägigen Rückgang gestoppt, doch die Oszillatoren verbleiben im negativen Bereich, was darauf hindeutet, dass die Bären weiterhin im Vorteil sind. Gelingt ein Anstieg über die 20- und 50-Tage-SMAs, hätten die Bullen die Chance, sich am Markt einen Vorteil zu verschaffen.